CochraneIa2020

Immunsuppressiva bei IgA-Nephropathie: Cochrane-Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IgA-Nephropathie ist die weltweit häufigste Form der Glomerulonephritis. Sie führt bei 15 bis 20 Prozent der Betroffenen innerhalb von 10 Jahren zur terminalen Niereninsuffizienz (ESKD).

Nach 20 Jahren sind bereits 30 bis 40 Prozent der Erkrankten von einem terminalen Nierenversagen betroffen. Eine effektive Therapie ist daher entscheidend, um den Verlust der Nierenfunktion aufzuhalten.

Dieser Artikel fasst die Ergebnisse eines systematischen Cochrane-Reviews aus dem Jahr 2020 zusammen. Die Meta-Analyse untersucht den Nutzen und die Risiken verschiedener immunsuppressiver Strategien bei Erwachsenen und Kindern.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review analysierte 58 Studien mit insgesamt 3933 randomisierten Teilnehmern. Die Evidenzqualität war aufgrund methodischer Mängel und Heterogenität oft eingeschränkt.

Kortikosteroide

Bei einer Proteinurie von mehr als 1 g/Tag zeigt die Steroidtherapie laut Review die besten Ergebnisse. Die Behandlung erfolgte in den Studien meist über zwei bis vier Monate mit anschließender Ausschleichphase.

Folgende Effekte werden für die Steroidtherapie beschrieben:

  • Verhinderung der Progression zur terminalen Niereninsuffizienz (moderate Evidenzqualität)

  • Mögliche Induktion einer kompletten Remission (niedrige Evidenzqualität)

  • Verhinderung der Verdopplung des Serumkreatinins (niedrige Evidenzqualität)

  • Mögliche Senkung der Proteinausscheidung im Urin (niedrige Evidenzqualität)

Andere Immunsuppressiva

Für andere immunsuppressive Wirkstoffe konnte der Review keinen klaren klinischen Nutzen belegen. Die Effekte auf Endpunkte wie Nierenversagen, Remission oder glomeruläre Filtrationsrate (GFR) blieben unklar.

WirkstoffklasseEffekt auf Progression (ESKD)Evidenzqualität
KortikosteroideWahrscheinliche VerhinderungModerat
Zytostatika (AZA, CPA)Ungewisser EffektNiedrig bis sehr niedrig
Mycophenolatmofetil (MMF)Ungewisser EffektSehr niedrig / Unklar
CalcineurininhibitorenUngewisser EffektSehr niedrig / Unklar

Unerwünschte Ereignisse und Mortalität

Die Auswirkungen der immunsuppressiven Therapien auf Mortalität, Infektionen und Malignome sind laut den Autoren weitgehend ungewiss. Dies liegt an der geringen Anzahl von Studien und einer unzureichenden systematischen Erfassung von behandlungsbedingten Schäden.

Zudem war das Risiko für unerwünschte Ereignisse unter Steroidtherapie aufgrund der Seltenheit der Ereignisse und unterschiedlicher Therapieregime nicht eindeutig bestimmbar.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane-Review stellen Kortikosteroide die einzige immunsuppressive Therapie dar, die bei einer IgA-Nephropathie mit einer Proteinurie von über 1 g/Tag einen nachweisbaren Nutzen zeigt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass für andere häufig eingesetzte Immunsuppressiva wie Cyclophosphamid, Azathioprin oder Mycophenolatmofetil keine Evidenz für eine Verbesserung der klinischen Endpunkte vorliegt.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane-Review zeigt, dass lediglich Kortikosteroide die Progression zur terminalen Niereninsuffizienz wahrscheinlich verhindern können. Für andere Wirkstoffe wie Azathioprin oder Mycophenolatmofetil konnte kein klinischer Nutzen belegt werden.

In den untersuchten Studien wurden Steroide in der Regel bei einer Proteinausscheidung von 1 g/Tag oder mehr eingesetzt. Bei dieser Indikation zeigte sich eine moderate Evidenz für den Erhalt der Nierenfunktion.

Laut den analysierten Daten erfolgte die Steroidgabe meist über einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten. Daran schloss sich in der Regel eine schrittweise Dosisreduktion (Ausschleichen) an.

Die Auswirkungen der Steroidtherapie auf Infektionen, Malignome und Mortalität sind laut Review ungewiss. Die verfügbaren Studien weisen eine zu geringe Qualität auf, um behandlungsbedingte Schäden verlässlich zu quantifizieren.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Immunosuppressive agents for treating IgA nephropathy (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien