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Krebsbedingte Fatigue: Cochrane Review zu Trainingsformen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Krebsbedingte Fatigue (CRF) betrifft schätzungsweise 50 bis 90 Prozent aller Menschen mit einer Krebserkrankung. Es handelt sich um ein Gefühl extremer, anhaltender Erschöpfung, das in Verbindung mit der Erkrankung oder deren Behandlung auftritt und sich durch Schlaf oder Ruhe nicht bessert.

Die genaue Ursache der CRF ist multifaktoriell und wird unter anderem mit einer Dysregulation von Zytokinen, Schmerzen, Anämie und psychischer Belastung in Verbindung gebracht. Verschiedene onkologische Leitlinien empfehlen körperliches Training als wirksame Behandlungsstrategie zur Linderung der Symptomatik.

Dieser systematische Cochrane Review aus dem Jahr 2024 untersucht, ob Herz-Kreislauf-Training oder Krafttraining besser geeignet ist, um CRF zu behandeln oder ihr vorzubeugen. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract und der laienverständlichen Zusammenfassung des Reviews.

Empfehlungen

Der systematische Review vergleicht die Effekte von Herz-Kreislauf-Training und Krafttraining bei Menschen mit Krebserkrankungen.

Vergleich der Trainingsformen

Laut Review ist die Evidenz zu den Wirkungen beider Trainingsformen auf krebsbedingte Fatigue, Lebensqualität und unerwünschte Wirkungen sehr unsicher (Evidenzgrad: sehr niedrig). Es kann derzeit keine verlässliche Aussage darüber getroffen werden, ob eine Trainingsform der anderen überlegen ist.

Die folgende Tabelle fasst die Bewertung der Evidenz für die primären Endpunkte zusammen:

EndpunktVergleich (Ausdauer vs. Kraft)Evidenzgrad (GRADE)
Fatigue (während Therapie)Sehr unsicherer EffektSehr niedrig
Lebensqualität (während Therapie)Sehr unsicherer EffektSehr niedrig
Fatigue (nach Therapie)Sehr unsicherer EffektSehr niedrig
Lebensqualität (nach Therapie)Möglicher Vorteil für KrafttrainingSehr niedrig
Unerwünschte EreignisseSehr unsicherer EffektSehr niedrig

Ergebnisse während der Krebsbehandlung

Für Interventionen, die während der aktiven Therapie (Chemotherapie, Strahlentherapie, Operation) begannen, zeigt der Review folgende Resultate:

  • Sehr unsichere Evidenz bezüglich der kurz- und langfristigen krebsbedingten Fatigue.

  • Sehr unsichere Evidenz bezüglich der kurz- und langfristigen Lebensqualität.

  • Sehr unsichere Evidenz hinsichtlich des Auftretens unerwünschter Ereignisse.

Ergebnisse nach der Krebsbehandlung

Auch für Interventionen, die nach Abschluss der Behandlung gestartet wurden, bleibt die Datenlage unklar:

  • Die Evidenz für die kurzfristige krebsbedingte Fatigue ist sehr unsicher.

  • Krafttraining verbessert möglicherweise die kurzfristige Lebensqualität im Vergleich zum Herz-Kreislauf-Training, jedoch ist auch hier die Evidenz sehr unsicher.

Implikationen für die Praxis

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass die aktuellen Daten keine Basis bieten, um sich gezielt für Herz-Kreislauf-Training oder Krafttraining zu entscheiden. Es wird ein Bedarf an größeren, methodisch hochwertigen Studien mit verschiedenen Krebsarten formuliert, um die prophylaktischen und rehabilitativen Effekte besser zu verstehen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die aktuelle Studienlage keine Bevorzugung von Ausdauer- oder Krafttraining bei krebsbedingter Fatigue rechtfertigt. Es wird hervorgehoben, dass allgemeine Leitlinien körperliches Training zwar empfehlen, die Wahl der spezifischen Trainingsform jedoch mangels eindeutiger Evidenz individuell an die Möglichkeiten, den Behandlungsstatus und die Präferenzen der betroffenen Person angepasst werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem aktuellen Cochrane Review ist die Evidenz sehr unsicher, ob Herz-Kreislauf-Training oder Krafttraining besser wirkt. Es kann derzeit keine der beiden Trainingsformen als überlegen eingestuft werden.

Krebsbedingte Fatigue ist wesentlich schwerwiegender und anhaltender als normale Müdigkeit. Der Review beschreibt, dass sie sich durch mehr Schlaf oder Ruhephasen nicht ausreichend lindern lässt und den Alltag stark einschränkt.

Die Evidenz zu unerwünschten Ereignissen bei den verschiedenen Trainingsarten wird als sehr unsicher bewertet. Der Review stellt fest, dass in den bisherigen Studien zu wenige Daten zu unerwünschten Wirkungen systematisch erfasst wurden.

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Quelle: Cochrane Review: Cardiovascular training versus resistance training for fatigue in people with cancer (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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