CFTR-Korrektoren bei Mukoviszidose: Cochrane Review
Hintergrund
Mukoviszidose (Cystische Fibrose) ist eine lebensverkürzende genetische Erkrankung, die durch Varianten im CFTR-Protein verursacht wird. Die häufigste krankheitsverursachende Variante ist die Klasse-II-Mutation F508del, die bei bis zu 90 % der Betroffenen auftritt.
Bei dieser Mutation wird das fehlerhafte Protein abgebaut, bevor es die Zellmembran erreicht. Dadurch fehlt eine bedeutsame CFTR-Funktion, die für den transepithelialen Salztransport notwendig ist.
Dieser Cochrane Review evaluiert die klinischen Vor- und Nachteile von CFTR-Korrektoren. Untersucht werden Monotherapien sowie Kombinationen aus Korrektoren und Potentiatoren bei Personen jeden Alters mit Klasse-II-Mutationen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Evidenzlage folgende Kernaussagen zu den verschiedenen Therapieansätzen:
Monotherapie
Laut Review gibt es unzureichende Evidenz für klinisch bedeutsame Effekte einer Korrektor-Monotherapie bei Personen mit einer homozygoten F508del-Mutation. Es wurden keine klinisch relevanten Verbesserungen der Lebensqualität oder der Lungenfunktion festgestellt.
Zweifachtherapie
Die Zweifachtherapien Lumacaftor-Ivacaftor und Tezacaftor-Ivacaftor zeigen vergleichbare Verbesserungen der Lebensqualität und der Atemwegsfunktion. Zudem wird eine Senkung der pulmonalen Exazerbationsraten beschrieben (moderate bis hohe Evidenzqualität).
Zu den Unterschieden der Präparate hält der Review fest:
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Lumacaftor-Ivacaftor ist mit früh auftretender Atemnot und einem langfristigen Blutdruckanstieg assoziiert (hohe Evidenzqualität).
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Tezacaftor-Ivacaftor weist ein besseres Sicherheitsprofil auf, da diese Nebenwirkungen nicht beobachtet wurden.
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Für Kinder unter 12 Jahren fehlen jedoch ausreichende Daten zu Tezacaftor-Ivacaftor.
Dreifachtherapie
Für die Dreifachtherapie mit Elexacaftor-Tezacaftor-Ivacaftor liegt hohe Evidenzqualität für die klinische Wirksamkeit bei Personen ab 12 Jahren mit einer oder zwei F508del-Varianten vor.
Es zeigten sich signifikante Verbesserungen der Lebensqualität und der FEV1-Werte im Vergleich zu Placebo oder Zweifachtherapien. Bezüglich unerwünschter Ereignisse gibt es laut Review wahrscheinlich kaum oder keine Unterschiede im Vergleich zu Placebo (moderate Evidenzqualität).
Dosierung
Der Review vergleicht die klinischen Effekte verschiedener untersuchter Dosierungsschemata auf die Lungenfunktion (FEV1) nach sechs Monaten:
| Kombinationstherapie | Untersuchte Dosierung | Klinischer Effekt (FEV1-Verbesserung) | Evidenzqualität |
|---|---|---|---|
| Lumacaftor-Ivacaftor | Lumacaftor 600 mg (1x/Tag) + Ivacaftor | 5,21 % | Hoch |
| Lumacaftor-Ivacaftor | Lumacaftor 200 mg (2x/Tag) + Ivacaftor 250 mg | 2,40 % | Niedrig |
| Tezacaftor-Ivacaftor | Tezacaftor 100 mg (2x/Tag) + Ivacaftor 150 mg | 6,80 % | Moderat |
Kontraindikationen
Der Review weist auf spezifische unerwünschte Wirkungen bei der Zweifachtherapie hin:
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Unter Lumacaftor-Ivacaftor wird ein vermehrtes Auftreten von frühzeitiger, vorübergehender Atemnot beschrieben.
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Zudem ist Lumacaftor-Ivacaftor mit einem langfristigen Anstieg des systolischen (um 5,1 mmHg) und diastolischen (um 4,1 mmHg) Blutdrucks über 120 Wochen assoziiert.
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Diese Nebenwirkungen wurden unter Tezacaftor-Ivacaftor nicht beobachtet.
💡Praxis-Tipp
Bei der Wahl einer Zweifachtherapie für Erwachsene wird darauf hingewiesen, dass Tezacaftor-Ivacaftor ein günstigeres Sicherheitsprofil als Lumacaftor-Ivacaftor aufweist. Bei der Verordnung von Lumacaftor-Ivacaftor, insbesondere bei Kindern unter 12 Jahren mangels Alternativen, sollte der mögliche Blutdruckanstieg und das Risiko für Atemnot in die Nutzen-Risiko-Abwägung einbezogen werden.
Häufig gestellte Fragen
Die Klasse-II-Mutation F508del ist die häufigste krankheitsverursachende Variante. Laut Cochrane Review tritt sie bei bis zu 90 % der Personen mit Mukoviszidose auf.
Der Review zeigt, dass eine Korrektor-Monotherapie keine klinisch bedeutsamen Effekte bei Personen mit homozygoter F508del-Mutation erzielt. Es konnten keine relevanten Verbesserungen der Lebensqualität oder Lungenfunktion nachgewiesen werden.
Die Therapie mit Lumacaftor-Ivacaftor ist mit früh auftretender, vorübergehender Atemnot assoziiert. Zudem wird ein langfristiger Anstieg des Blutdrucks beschrieben.
Die Dreifachtherapie zeigt eine hohe klinische Wirksamkeit bei Personen ab 12 Jahren mit mindestens einer F508del-Variante. Es werden deutliche Verbesserungen der Lebensqualität und der Lungenfunktion (FEV1) berichtet.
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Quelle: Cochrane Review: Corrector therapies (with or without potentiators) for people with cystic fibrosis with class II CFTR gene variants (most commonly F508del) (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.