Zystische Fibrose bei Kindern: IQWiG A24-44
Hintergrund
Das IQWiG-Addendum A24-44 bewertet ergänzende Daten zum Zusatznutzen von Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor in Kombination mit Ivacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren mit zystischer Fibrose, die homozygot für die F508del-Mutation sind.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Lumacaftor/Ivacaftor festgelegt. Der pharmazeutische Unternehmer reichte im Stellungnahmeverfahren zusätzliche Auswertungen ein, um einen Zusatznutzen gegenüber der ursprünglichen Dossierbewertung zu belegen.
Ziel der Nachreichungen war es, Studienergebnisse älterer Altersgruppen auf die Zielpopulation zu übertragen. Zudem wurde ein deskriptiver Vergleich einzelner Studienarme vorgelegt, um die Wirksamkeit gegenüber der Vergleichstherapie darzustellen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende methodische Bewertungen zu den eingereichten Daten:
Übertragung von Studienergebnissen
Laut IQWiG ist die Übertragung von Ergebnissen älterer Altersgruppen (6 bis 11 Jahre und ab 12 Jahre) auf die 2- bis 5-Jährigen weiterhin nicht geeignet. Es wird bemängelt, dass keine vollständige Aufarbeitung der Daten zur zweckmäßigen Vergleichstherapie vorliegt.
Für eine valide Übertragung wären laut Bericht folgende Daten zwingend notwendig gewesen:
-
Vergleichende Gegenüberstellung der Studien- und Patientencharakteristika über alle Altersgruppen hinweg
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Gegenüberstellung der Ergebnisse zu allen patientenrelevanten Endpunkten
-
Adäquate Berücksichtigung potenzieller Confounder
Deskriptiver Studienvergleich
Der nachgereichte deskriptive Vergleich einzelner Arme aus verschiedenen Studien wird als nicht geeignet eingestuft. Ein direkter Vergleich der Studien VX20-445-111 und VX16-809-121 ist aufgrund unterschiedlicher Beobachtungsdauern (24 versus 48 Wochen) nicht möglich.
Pulmonale Exazerbationen
Bei der Betrachtung des zentralen Endpunkts der pulmonalen Exazerbationen zeigen sich laut Bewertung keine eindeutigen Vorteile. Die Ergebnisse variieren stark je nach Operationalisierung des Endpunkts.
| Operationalisierung | Ivacaftor-Kombination (24 Wochen) | Lumacaftor/Ivacaftor (24 Wochen) | Lumacaftor/Ivacaftor (48 Wochen) |
|---|---|---|---|
| Morbiditätsendpunkt | 26,1 % | 30,0 % | 42,9 % |
| Unerwünschtes Ereignis | 13,0 % | 6,7 % | 51,4 % |
| Schwerwiegendes UE | 4,3 % | 3,3 % | 8,6 % |
Wurde das Ereignis als Morbiditätsendpunkt erfasst, zeigten sich vergleichbare Raten. Bei der Erfassung als unerwünschtes Ereignis (UE) war der Anteil der Betroffenen unter der Vergleichstherapie nach 24 Wochen sogar geringer.
Fazit der Nutzenbewertung
Das Institut kommt zu dem Schluss, dass sich aus den nachgereichten Unterlagen keine Änderung der Aussage zum Zusatznutzen ergibt. Ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie gilt somit weiterhin als nicht belegt.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht verdeutlicht, dass ein deskriptiver Vergleich einarmiger Studien ohne einheitliche Beobachtungszeiträume methodisch unzureichend ist. Es wird darauf hingewiesen, dass für den Beleg eines Zusatznutzens durch Übertragung von Daten älterer Kohorten stets eine vollständige Aufarbeitung der Vergleichstherapie über alle Altersgruppen hinweg erforderlich ist.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht bezieht sich auf Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren mit zystischer Fibrose. Voraussetzung ist das Vorliegen einer homozygoten F508del-Mutation.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde die Behandlung mit Lumacaftor/Ivacaftor festgelegt. Diese diente als methodischer Maßstab für die Bewertung des Zusatznutzens.
Laut IQWiG ergibt sich aus den nachgereichten Daten keine Änderung der ursprünglichen Bewertung. Ein Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie gilt weiterhin als nicht belegt.
Der Vergleich wurde abgelehnt, da die herangezogenen Studien unterschiedliche Beobachtungsdauern von 24 beziehungsweise 48 Wochen aufwiesen. Zudem fehlte eine adäquate Berücksichtigung von Confoundern.
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Quelle: IQWiG A24-44: Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor (Kombination mit Ivacaftor; zystische Fibrose, 2 bis 5 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) – Addendum zum Projekt A23-123 (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.