Mukoviszidose: Antibiogramm bei Pseudomonas (Cochrane)
Hintergrund
Bei Patienten mit Mukoviszidose (zystischer Fibrose) kommt es häufig zu akuten pulmonalen Exazerbationen. Diese werden oft durch chronische Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa verursacht und erfordern eine gezielte antibiotische Therapie.
Die Auswahl der Antibiotika basiert standardmäßig auf konventionellen Antibiogrammen, bei denen die Empfindlichkeit gegenüber einzelnen Wirkstoffen getestet wird. Bei multiresistenten Erregern stoßen diese Einzeltestungen jedoch oft an ihre Grenzen.
Eine Kombinationstestung untersucht die In-vitro-Wirksamkeit von zwei oder drei Antibiotika gleichzeitig. Dieser Cochrane-Review aus dem Jahr 2020 evaluiert, ob die Therapieauswahl basierend auf solchen Kombinationstests die klinischen Ergebnisse im Vergleich zur Standardtestung verbessert.
Empfehlungen
Der Cochrane-Review kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Studienlage unzureichend ist, um eine Überlegenheit der Kombinationstestung zu belegen.
Studienlage und Evidenz
Laut Review konnte nur eine einzige multizentrische Studie aus dem Jahr 2005 in die Analyse eingeschlossen werden. Für die spezifische Subgruppe der Patienten, die ausschließlich mit Pseudomonas aeruginosa infiziert waren, lagen Daten von 82 Teilnehmern vor.
Die Auswertung dieser Daten ergab folgende Ergebnisse:
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Die Zeit bis zur nächsten pulmonalen Exazerbation unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen.
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Die Hazard Ratio lag bei 0.82 zugunsten der Kontrollgruppe mit konventioneller Testung (p = 0,52).
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Die Evidenzqualität für diesen Endpunkt wird als moderat eingestuft.
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Für andere klinische Endpunkte lagen keine spezifischen Daten für diese Patientengruppe vor.
Schlussfolgerung
Aufgrund der unzureichenden Datenlage kann der Review keine Empfehlung für oder gegen den routinemäßigen Einsatz von Kombinationstestungen bei akuten Exazerbationen aussprechen. Es wird der Bedarf an großen, internationalen und multizentrischen Studien betont, um diese Fragestellung abschließend zu klären.
💡Praxis-Tipp
Laut Cochrane-Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz dafür, dass eine Antibiotikaauswahl basierend auf Kombinationstestungen die klinischen Ergebnisse bei Mukoviszidose-Patienten mit Pseudomonas-Infektion verbessert. In der klinischen Praxis bleibt daher die konventionelle Empfindlichkeitstestung der Standard, bis neue Studien einen Zusatznutzen belegen.
Häufig gestellte Fragen
Bei einer Kombinationstestung wird die In-vitro-Wirksamkeit von zwei oder drei Antibiotika gleichzeitig untersucht. Laut Cochrane-Review soll dies helfen, wirksame Therapien zu finden, wenn einzelne Antibiotika keine ausreichende Wirkung mehr zeigen.
Der aktuelle Cochrane-Review fand keine ausreichende Evidenz, um eine Überlegenheit der Kombinationstestung festzustellen. In der einzigen eingeschlossenen Studie zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Zeit bis zur nächsten Exazerbation.
Der Review fokussierte sich auf Patienten mit Mukoviszidose (zystischer Fibrose), die an einer akuten pulmonalen Exazerbation litten. Eine weitere Voraussetzung war eine chronische Infektion mit dem Erreger Pseudomonas aeruginosa.
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Quelle: Cochrane Review: Combination antimicrobial susceptibility testing for acute exacerbations in chronic infection of Pseudomonas aeruginosa in cystic fibrosis (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.