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Pneumothorax bei Trauma: Ultraschall vs. Röntgen (Cochrane)

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die diagnostische Genauigkeit bei der Erkennung eines Pneumothorax bei Traumapatienten in der Notaufnahme. Traditionell kommt hierbei häufig der Röntgen-Thorax im Liegen zum Einsatz.

Als Alternative bietet sich der Thorax-Ultraschall (Point-of-Care-Ultraschall) an. Dieser kann direkt am Patientenbett durchgeführt werden, liefert schnelle Ergebnisse und kommt ohne ionisierende Strahlung aus.

Ziel der Meta-Analyse war es, die Genauigkeit des Ultraschalls, durchgeführt von nicht-radiologischem ärztlichem Personal, mit der konventionellen Röntgendiagnostik zu vergleichen. Als Referenzstandard dienten die Computertomografie (CT) oder die Anlage einer Thoraxdrainage.

Empfehlungen

Der Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse von 13 Studien folgende Kernaussagen:

Diagnostische Genauigkeit im Vergleich

Es zeigt sich eine signifikante Überlegenheit des Ultraschalls bei der Sensitivität im Vergleich zum Röntgen im Liegen. Die Spezifität ist bei beiden Verfahren vergleichbar hoch.

DiagnostikSensitivitätSpezifität
Thorax-Ultraschall (CUS)91 %99 %
Röntgen-Thorax im Liegen (CXR)47 %100 %

Klinische Relevanz

Die Autoren veranschaulichen die Ergebnisse an einer hypothetischen Kohorte von 100 Personen mit einer Pneumothorax-Prävalenz von 30 Prozent:

  • Der Ultraschall übersieht im Schnitt 3 Fälle (falsch-negativ) und stellt 1 falsche Diagnose (falsch-positiv).

  • Das Röntgen im Liegen übersieht im Schnitt 16 Fälle und stellt 0 falsche Diagnosen.

Schlussfolgerungen für die Praxis

Laut Cochrane Review ist die diagnostische Genauigkeit des Thorax-Ultraschalls durch Erstversorger dem Röntgen im Liegen überlegen. Dies gilt unabhängig von der Art des Traumas (stumpf oder penetrierend) und der verwendeten Ultraschallsonde.

Es wird von den Autoren geschlussfolgert, dass der Thorax-Ultraschall zur Diagnostik des traumatischen Pneumothorax in zukünftige Trauma-Protokolle und Algorithmen integriert werden sollte.

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💡Praxis-Tipp

Ein unauffälliger Röntgen-Thorax im Liegen schließt einen traumatischen Pneumothorax nicht sicher aus, da die Untersuchung eine geringe Sensitivität von nur 47 Prozent aufweist. Der Review verdeutlicht, dass der Point-of-Care-Ultraschall durch den Erstversorger im Schockraum eine deutlich verlässlichere Methode zur schnellen Diagnosestellung darstellt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review weist der Thorax-Ultraschall durch Erstversorger eine hohe Sensitivität von 91 Prozent und eine Spezifität von 99 Prozent auf. Er ist damit sehr zuverlässig in der Erkennung eines traumatischen Pneumothorax.

Der Review zeigt, dass das Röntgen im Liegen mit einer Sensitivität von nur 47 Prozent mehr als die Hälfte der Fälle übersieht. Es ist daher zum sicheren Ausschluss eines Pneumothorax im Schockraum nicht optimal geeignet.

Die Meta-Analyse untersuchte explizit Ultraschalluntersuchungen, die von nicht-radiologischem ärztlichem Personal an vorderster Front (z.B. Notfallmedizinern oder Chirurgen) durchgeführt wurden. Auch in diesen Händen zeigte sich eine sehr hohe diagnostische Genauigkeit.

Die Überlegenheit des Ultraschalls gegenüber dem Röntgenbild besteht laut den Studienergebnissen unabhängig davon, ob es sich um ein stumpfes oder ein penetrierendes Trauma handelt.

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Quelle: Cochrane Review: Chest ultrasonography versus supine chest radiography for diagnosis of pneumothorax in trauma patients in the emergency department (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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