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Atemphysiotherapie bei Pneumonie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Pneumonie ist eine häufige und potenziell lebensbedrohliche Infektion der tiefen Atemwege. Zur Unterstützung der Genesung und zur Sekretmobilisation wird in der klinischen Praxis häufig die Atemphysiotherapie als ergänzende Maßnahme eingesetzt.

Trotz der weiten Verbreitung dieser therapeutischen Intervention gibt es historisch widersprüchliche Daten zu ihrem tatsächlichen Nutzen. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews aus dem Jahr 2022.

Die Autoren der Meta-Analyse untersuchten die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener atemphysiotherapeutischer Verfahren bei erwachsenen Patienten mit Pneumonie. Insgesamt wurden acht randomisierte kontrollierte Studien mit 974 Teilnehmern in die Auswertung einbezogen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert auf Basis der untersuchten Studien folgende zentrale Ergebnisse zur Wirksamkeit. Die Autoren betonen, dass die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz für alle Endpunkte sehr gering ist.

Klinische Endpunkte und Mortalität

Laut Review hat die konventionelle Atemphysiotherapie im Vergleich zu keiner Physiotherapie wahrscheinlich kaum bis keinen Einfluss auf die Mortalität oder die Heilungsrate. Auch für die osteopathische manipulative Behandlung (OMT) und die hochfrequente Brustwandoszillation zeigt sich kein signifikanter Effekt auf die Sterblichkeit.

Es wird berichtet, dass OMT im Vergleich zu einem Placebo die Heilungsrate möglicherweise verbessern kann. Die Evidenz hierfür wird jedoch als sehr unsicher eingestuft.

Einfluss auf Krankheitsdauer und Intensivpflichtigkeit

Die Auswirkungen der verschiedenen Verfahren auf den klinischen Verlauf stellen sich laut Meta-Analyse wie folgt dar:

Physiotherapie-VerfahrenEinfluss auf Mortalität / HeilungsrateEinfluss auf Krankenhausverweildauer / Fieber
Konventionelle AtemphysiotherapieKaum bis kein EffektKaum bis kein Effekt
Osteopathische manipulative Behandlung (OMT)Mortalität: Kein Effekt. Heilungsrate: Mögliche VerbesserungVerweildauer: Kein Effekt. Fieber: Kein Effekt
Aktiver Zyklus von AtemtechnikenHeilungsrate: Kaum bis kein EffektVerweildauer: Kaum bis kein Effekt
Positiver exspiratorischer Druck (PEP)Keine Daten im AbstractMögliche Reduktion der Verweildauer (1,4 Tage) und Fieberdauer (0,7 Tage)
Hochfrequente BrustwandoszillationMortalität: Kaum bis kein EffektReduktion von ITS-Aufenthalt (3,8 Tage) und Beatmungsdauer (3 Tage) in Kombination mit Lavage

Antibiotikatherapie

Gemäß den Ergebnissen des Reviews haben weder OMT noch der aktive Zyklus von Atemtechniken einen relevanten Einfluss auf die Gesamtdauer der Antibiotikatherapie.

Kontraindikationen

Der Review berichtet über vereinzelte unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit den untersuchten Verfahren:

  • Bei der osteopathischen manipulativen Behandlung (OMT) traten in einer Studie vorübergehende Muskelempfindlichkeiten auf.

  • In einer weiteren Studie führten drei schwerwiegende unerwünschte Ereignisse unter OMT zu einem vorzeitigen Studienabbruch.

  • Für die Behandlung mit positivem exspiratorischem Druck (PEP) wurden in der untersuchten Studie keine unerwünschten Ereignisse gemeldet.

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💡Praxis-Tipp

Der Review unterstreicht, dass der routinemäßige Einsatz von Atemphysiotherapie bei Pneumonie zur Senkung der Mortalität durch die aktuelle Studienlage nicht gestützt wird. Es wird darauf hingewiesen, dass spezifische Verfahren wie der positive exspiratorische Druck (PEP) möglicherweise die Krankenhausverweildauer leicht verkürzen können, die Evidenz hierfür jedoch sehr schwach ist. Die Indikation zur Atemphysiotherapie sollte daher individuell und symptomorientiert gestellt werden, ohne eine signifikante Verbesserung der harten klinischen Endpunkte zu erwarten.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem aktuellen Cochrane Review hat Atemphysiotherapie wahrscheinlich kaum bis keinen Effekt auf die Mortalität bei Erwachsenen mit Pneumonie. Die Evidenz für diese Aussage ist jedoch sehr gering.

Der Review zeigt, dass die Anwendung von positivem exspiratorischem Druck (PEP) die Verweildauer im Krankenhaus möglicherweise um etwa 1,4 Tage reduzieren kann. Konventionelle Atemphysiotherapie zeigte in den Studien keinen entsprechenden Effekt.

Gemäß der Meta-Analyse kann die hochfrequente Brustwandoszillation in Kombination mit einer bronchoskopischen Lavage den Aufenthalt auf der Intensivstation sowie die Beatmungsdauer möglicherweise um etwa drei Tage verkürzen. Auch hier betonen die Autoren die sehr geringe Vertrauenswürdigkeit der Daten.

In den untersuchten Studien wurden unter osteopathischer manipulativer Behandlung (OMT) vereinzelt vorübergehende Muskelschmerzen sowie schwerwiegende unerwünschte Ereignisse berichtet, die zum Studienabbruch führten. Bei der PEP-Therapie wurden hingegen keine unerwünschten Ereignisse verzeichnet.

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Quelle: Cochrane Review: Chest physiotherapy for pneumonia in adults (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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