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Carotisstenose: Cochrane Review zu Stenting vs. Endarteriektomie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 vergleicht das Carotis-Stenting mit der Carotis-Endarteriektomie zur Behandlung der atherosklerotischen Carotisstenose. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews.

Die Carotisstenose ist eine Verengung der Halsschlagader, die das Risiko für ischämische Schlaganfälle signifikant erhöht. Sowohl das endovaskuläre Stenting als auch die operative Endarteriektomie zielen darauf ab, die Durchblutung wiederherzustellen und rezidivierende zerebrale Ischämien zu verhindern.

Der Review wertet Daten aus 22 randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 9753 Teilnehmern aus. Dabei werden sowohl symptomatische als auch asymptomatische Verläufe der Erkrankung berücksichtigt.

Empfehlungen

Der Review formuliert folgende Kernaussagen zum Vergleich der beiden Verfahren:

Symptomatische Carotisstenose

Bei Personen mit symptomatischer Carotisstenose ist das Stenting im Vergleich zur Endarteriektomie mit einem höheren Risiko für periprozeduralen Tod oder Schlaganfall assoziiert (hohe Evidenzqualität). Dieses zusätzliche Risiko wird laut Review hauptsächlich auf eine Zunahme von leichten, nicht-behindernden Schlaganfällen bei Personen über 70 Jahren zurückgeführt.

Für die kombinierte prozedurale Sicherheit und langfristige Wirksamkeit zur Prävention rezidivierender Schlaganfälle wird die Endarteriektomie favorisiert. Nach der periprozeduralen Phase ist das Carotis-Stenting jedoch ebenso wirksam in der Prävention von rezidivierenden Schlaganfällen wie die Endarteriektomie.

Asymptomatische Carotisstenose

Bei asymptomatischer Carotisstenose zeigt sich unter Stenting ein nicht-signifikanter Anstieg von periprozeduralem Tod oder Schlaganfall (moderate Evidenzqualität). Das Risiko für den kombinierten Endpunkt aus periprozeduralem Tod, Schlaganfall oder ipsilateralem Schlaganfall im Follow-up unterscheidet sich nicht signifikant zwischen den Behandlungen.

Komplikationsprofile im Vergleich

Der Review zeigt deutliche Unterschiede in den spezifischen Komplikationsrisiken der beiden Verfahren bei symptomatischer Stenose:

KomplikationRisiko unter Stenting (vs. Endarteriektomie)Evidenzqualität
Periprozeduraler Tod oder SchlaganfallErhöhtHoch
MyokardinfarktVerringertHoch
HirnnervenpareseVerringertHoch
Hämatom an der ZugangsstelleVerringertHoch
Restenose (≥ 50 %) im Follow-upErhöhtModerat
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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass das Alter ein entscheidender Faktor bei der Verfahrenswahl ist. Bei Personen über 70 Jahren mit symptomatischer Carotisstenose ist das Risiko für periprozedurale Komplikationen (Tod oder Schlaganfall) unter einem Stenting im Vergleich zur Endarteriektomie signifikant erhöht. Bei jüngeren Personen unter 70 Jahren zeigt sich dieser deutliche Unterschied in der primären Sicherheit nicht.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review ist die Endarteriektomie in der periprozeduralen Phase sicherer. Das Stenting geht mit einem höheren Risiko für periprozeduralen Tod oder Schlaganfall einher.

Ja, der Review zeigt, dass Myokardinfarkte, Hirnnervenparesen und Hämatome an der Zugangsstelle bei der Endarteriektomie häufiger auftreten als beim Stenting.

Nach der initialen periprozeduralen Phase ist das Carotis-Stenting laut Review ebenso effektiv wie die Endarteriektomie, um erneute Schlaganfälle zu verhindern.

Der Review stellt fest, dass die Datenlage bei asymptomatischen Personen noch unsicher ist. Es zeigt sich ein möglicher, aber nicht signifikanter Anstieg des periprozeduralen Risikos beim Stenting, weshalb weitere randomisierte Studien benötigt werden.

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Quelle: Cochrane Review: Carotid artery stenting versus endarterectomy for treatment of carotid artery stenosis (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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