Atemübungen bei Asthma: Cochrane Review (2020)
Hintergrund
Asthma ist eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung, die weltweit stark verbreitet ist. Sie führt zu Atemwegsobstruktionen und Symptomen wie Giemen, Husten und Atemnot.
Häufig treten bei Asthmatikern auch dysfunktionale Atemmuster oder Hyperventilation auf. Neben der medikamentösen Therapie werden zunehmend nicht-pharmakologische Interventionen eingesetzt.
Atemübungen zielen darauf ab, die Asthmasymptome ohne Medikamente zu kontrollieren. Zu den angewandten Techniken zählen unter anderem Yoga, die Buteyko-Methode, die Papworth-Methode und die tiefe Zwerchfellatmung.
Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit dieser Atemübungen bei Erwachsenen mit leichtem bis mittelschwerem Asthma. Dabei wurden die Übungen mit einer inaktiven Kontrollgruppe oder einer Asthmaberatung verglichen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu Atemübungen bei Asthma in folgenden Kernpunkten zusammen:
Lebensqualität und Symptomkontrolle
Die Auswertung der Studien zeigt unterschiedliche Effekte auf die Symptomatik:
-
Die Lebensqualität der Betroffenen verbesserte sich nach drei Monaten signifikant (moderate Evidenz).
-
Begleitende Hyperventilationssymptome wurden im Zeitraum von vier bis sechs Monaten reduziert.
-
Für eine Besserung der reinen Asthmasymptome fanden sich keine eindeutigen Belege.
Lungenfunktion
Hinsichtlich der Lungenfunktion liefert der Review gemischte Ergebnisse.
Es wird berichtet, dass sich der prozentuale FEV1-Vorhersagewert durch die Atemübungen verbesserte.
Bei der absoluten Einsekundenkapazität (FEV1 in Litern) konnte hingegen keine eindeutige Veränderung festgestellt werden.
Übersicht der klinischen Endpunkte
Der Review bewertet die Effekte von Atemübungen im Vergleich zu einer inaktiven Kontrolle wie folgt:
| Endpunkt | Beobachteter Effekt | Evidenzgrad (GRADE) |
|---|---|---|
| Lebensqualität (AQLQ, < 3 Monate) | Verbesserung | Moderat |
| Asthmasymptome (ACQ, < 3 Monate) | Keine eindeutige Besserung | Niedrig |
| Hyperventilation (4-6 Monate) | Reduktion der Symptome | Moderat |
| Lungenfunktion (FEV1 in Litern) | Keine eindeutige Besserung | Sehr niedrig |
Angewandte Techniken
In den eingeschlossenen Studien kamen verschiedene Methoden zum Einsatz.
Zu den untersuchten Interventionen zählten unter anderem Yoga, die Buteyko-Methode, die Papworth-Methode sowie die tiefe Zwerchfellatmung.
Die Autoren weisen darauf hin, dass die methodische Qualität der Studien variierte und weitere standardisierte Untersuchungen erforderlich sind.
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass Atemübungen zwar die Lebensqualität und Hyperventilationssymptome verbessern können, jedoch keinen eindeutigen Effekt auf die klassischen Asthmasymptome zeigen. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Techniken als ergänzende Maßnahme und nicht als Ersatz für die medikamentöse Therapie betrachtet werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Der Review untersuchte verschiedene Techniken, darunter Yoga-Atmung, die Buteyko-Methode, die Papworth-Methode und die tiefe Zwerchfellatmung. Es wird berichtet, dass diese Methoden darauf abzielen, das Atemmuster zu normalisieren und Entspannung zu fördern.
Laut den Studienergebnissen gibt es eine gewisse Verbesserung beim prozentualen FEV1-Vorhersagewert. Bei der absoluten Einsekundenkapazität (FEV1 in Litern) zeigten sich jedoch keine eindeutigen Veränderungen.
Der Review fand keine eindeutigen Belege dafür, dass Atemübungen die klassischen Asthmasymptome signifikant verbessern. Es wird jedoch eine Linderung von begleitenden Hyperventilationssymptomen beschrieben.
Die Auswertung der Studien zeigt, dass Atemübungen die Lebensqualität von Erwachsenen mit leichtem bis mittelschwerem Asthma verbessern können. Dieser positive Effekt war nach drei bis sechs Monaten messbar.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Breathing exercises for adults with asthma (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.