Antidepressiva bei CED: Cochrane Review
Hintergrund
Symptome von Angstzuständen und Depressionen treten bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) häufig auf. Etwa 30 % der Betroffenen nehmen Antidepressiva ein.
Bislang gibt es jedoch keine klaren Leitlinien zur medikamentösen Behandlung dieser Komorbiditäten bei CED. Auch der Einfluss von Antidepressiva auf die körperlichen Symptome der Darmerkrankung ist nicht abschließend geklärt.
Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2019. Die Meta-Analyse untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Antidepressiva zur Behandlung von Angstzuständen und Depressionen sowie deren Effekte auf die Lebensqualität und Krankheitsaktivität bei CED.
Empfehlungen
Der Review fasst die Ergebnisse aus vier Studien mit insgesamt 188 Teilnehmern zusammen. Aufgrund der geringen Qualität der Studien können keine festen Schlussfolgerungen gezogen werden.
Wirkung auf Angst und Depression
Die Effekte von Antidepressiva auf Angstzustände und Depressionen bei CED-Patienten sind laut Review unsicher.
Es zeigte sich lediglich eine Evidenz von niedriger Qualität für folgende Beobachtungen:
-
Leichte Verbesserung der Angst- und Depressionswerte nach 12 Wochen im Vergleich zu Placebo
-
Keine signifikanten Gruppenunterschiede mehr nach 12 Monaten
Lebensqualität und Krankheitsaktivität
Bezüglich der Lebensqualität (physisch, psychisch, sozial und umweltbezogen) wurde eine Verbesserung nach 12 Wochen festgestellt. Auch hier zeigten sich nach 12 Monaten keine Unterschiede mehr zur Placebogruppe.
Der Einfluss auf den Erhalt der klinischen Remission und auf endoskopische Rückfälle wird als unsicher eingestuft. Es konnte keine klare Überlegenheit gegenüber Placebo nachgewiesen werden.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen ist ebenfalls unsicher. In der Antidepressiva-Gruppe berichteten 57 % der Teilnehmer über Nebenwirkungen, verglichen mit 25 % in der Placebogruppe.
Zu den häufig berichteten, aber nicht schwerwiegenden Nebenwirkungen zählten unter anderem:
-
Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel
-
Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit und Erschöpfung
-
Sexuelle Funktionsstörungen und Mundtrockenheit
Dosierung
Die in den eingeschlossenen Studien verwendeten Antidepressiva und deren Dosierungen umfassten:
| Wirkstoff | Dosierung |
|---|---|
| Duloxetin | 60 mg täglich |
| Fluoxetin | 20 mg täglich |
| Tianeptin | 36 mg täglich |
💡Praxis-Tipp
Da die Evidenz für den Einsatz von Antidepressiva zur Behandlung von CED-Symptomen oder begleitenden Depressionen sehr unsicher ist, wird in der Praxis eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen. Es wird darauf hingewiesen, dass unter Antidepressiva häufiger leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schwindel auftreten können, ohne dass ein sicherer Langzeitnutzen für die Darmerkrankung belegt ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist die Wirkung von Antidepressiva auf die Krankheitsaktivität bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen unsicher. Es konnte kein klarer Effekt auf die klinische Remission oder endoskopische Rückfälle nachgewiesen werden.
Die Auswertung zeigt eine mögliche kurzfristige Verbesserung der Lebensqualität nach 12 Wochen. Nach 12 Monaten ließen sich jedoch keine Unterschiede mehr zur Placebogruppe feststellen.
In den untersuchten Studien traten Nebenwirkungen bei 57 % der Behandelten auf. Zu den häufigsten Beschwerden zählten Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafprobleme und Mundtrockenheit, wobei keine schweren unerwünschten Ereignisse gemeldet wurden.
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Quelle: Cochrane Review: Adjuvant therapy with antidepressants for the management of inflammatory bowel disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.