Antidepressiva bei funktionellen Bauchschmerzen: Cochrane
Hintergrund
Funktionelle Bauchschmerzen (Functional Abdominal Pain Disorders, FAPDs) stellen eine erhebliche Belastung für pädiatrische Patienten dar. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität sowie den Schulbesuch und gehen mit höheren Raten an Angst- und Depressionsstörungen einher.
Bislang existieren keine internationalen Leitlinien für das Management dieser Erkrankung. Ein früherer Cochrane-Review aus dem Jahr 2011 fand keine Evidenz, die den Einsatz von Antidepressiva in diesem Kontext unterstützt.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des aktualisierten Cochrane-Reviews von 2021. Ziel der Untersuchung war es, die aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit FAPDs zu bewerten.
Empfehlungen
Der Cochrane-Review formuliert basierend auf der analysierten Evidenz folgende Kernaussagen:
Eingeschlossene Studien
In die Meta-Analyse wurden insgesamt drei randomisiert-kontrollierte Studien mit 223 Teilnehmern im Alter von 4 bis 18 Jahren eingeschlossen. Untersucht wurden folgende Wirkstoffe im Vergleich zu Placebo:
-
Amitriptylin (zwei Studien)
-
Citalopram (eine Studie)
Wirksamkeit und Behandlungserfolg
Laut Review gibt es Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass kein Unterschied hinsichtlich des Behandlungserfolgs zwischen Antidepressiva und Placebo besteht. Die Datenlage wird aufgrund der geringen Studien- und Teilnehmerzahlen als sehr unpräzise eingestuft.
Eine einzelne Studie zeigte eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität unter Antidepressiva nach 10 und 13 Wochen. Aufgrund heterogener Messmethoden konnte dieses Ergebnis jedoch nicht in die Meta-Analyse integriert werden.
Sicherheit und klinische Relevanz
Bezüglich der Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen konnte kein Unterschied zwischen Antidepressiva und Placebo festgestellt werden (sehr niedrige Evidenz). Die Autoren ziehen folgende Schlüsse für die Praxis:
-
Es gibt derzeit keine Evidenz, die den Einsatz dieser Medikamente bei FAPDs unterstützt.
-
Für zukünftige klinische Entscheidungen fehlt eine belastbare Datengrundlage.
-
Weitere Studien mit größeren Fallzahlen und einheitlichen Endpunkten sind zwingend erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane-Review betont, dass es derzeit keine ausreichende Evidenz gibt, um den routinemäßigen Einsatz von Antidepressiva wie Amitriptylin oder Citalopram bei funktionellen Bauchschmerzen im Kindes- und Jugendalter zu rechtfertigen. Es wird darauf hingewiesen, dass sich in der Meta-Analyse kein signifikanter Unterschied zum Placebo hinsichtlich des Behandlungserfolgs zeigte.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review gibt es Evidenz von niedriger Qualität, dass Antidepressiva im Vergleich zu Placebo keinen Unterschied beim Behandlungserfolg zeigen. Es existiert derzeit keine Evidenz, die den Einsatz dieser Medikamente für diese Indikation unterstützt.
In den eingeschlossenen Studien des Reviews wurden die Wirkstoffe Amitriptylin und Citalopram untersucht. Die Studienpopulation umfasste Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 18 Jahren.
Die Analyse fand keinen Unterschied bei den Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen zwischen Antidepressiva und Placebo. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Antidepressants for functional abdominal pain disorders in children and adolescents (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.