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Anti-Zytokin-Therapie bei ANCA-Vaskulitis: Cochrane Review

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Anti-assoziierte Vaskulitiden (AAV) sind seltene autoinflammatorische Erkrankungen, die primär kleine Blutgefäße betreffen. Zu dieser Gruppe gehören die Granulomatose mit Polyangiitis (GPA), die mikroskopische Polyangiitis (MPA) und die eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA).

Anti-Zytokin-Therapien nutzen biologische Wirkstoffe, um spezifische Zytokin-Mediatoren der Entzündungsantwort gezielt zu neutralisieren.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht den Nutzen und die Risiken dieser zielgerichteten Therapien bei erwachsenen Personen mit AAV. Die Analyse basiert auf vier randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 440 Teilnehmenden.

Empfehlungen

Der Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit verschiedener Biologika bei ANCA-assoziierter Vaskulitis:

Mepolizumab bei EGPA

Bei rezidivierender oder refraktärer EGPA zeigt Mepolizumab im Vergleich zu Placebo positive Effekte. Laut Analyse ergeben sich folgende Resultate:

  • Wahrscheinliche Reduktion von Krankheitsrückfällen (moderate Evidenz)

  • Mögliche Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für eine mindestens 24-wöchige Remission (niedrige Evidenz)

  • Kein wesentlicher Unterschied bei der Mortalität oder der Häufigkeit schwerer unerwünschter Ereignisse

Etanercept und Belimumab bei GPA und MPA

Für die Wirkstoffe Etanercept und Belimumab als Zusatz zur Standardtherapie bei GPA und MPA zeigt der Review eher enttäuschende Ergebnisse. Es wird berichtet, dass:

  • Etanercept wahrscheinlich keine Reduktion von Krankheitsschüben bewirkt (moderate Evidenz)

  • Etanercept kaum oder keinen Einfluss auf eine dauerhafte Remission hat (niedrige Evidenz)

  • Belimumab das Risiko für schwere Rückfälle weder erhöht noch senkt (niedrige Evidenz)

  • Beide Medikamente die Wahrscheinlichkeit eines Therapieabbruchs aufgrund unerwünschter Ereignisse erhöhen könnten

Infliximab vs. Rituximab bei refraktärer GPA

Der Vergleich von Infliximab und Rituximab bei refraktärer GPA liefert aufgrund der sehr kleinen Studienpopulation nur Daten von sehr niedriger Evidenz. Eine verlässliche Aussage zu Remission oder unerwünschten Ereignissen ist laut den Autoren hier nicht möglich.

Dosierung

Die in den eingeschlossenen Studien untersuchten Dosierungsschemata der Anti-Zytokin-Therapien sind wie folgt dokumentiert:

WirkstoffDosierungIndikation (Studienpopulation)
Mepolizumab300 mg (3 separate Injektionen) alle 4 Wochen für 52 WochenRezidivierende oder refraktäre EGPA
Belimumab10 mg/kg an Tag 0, 14, 28, danach alle 28 TageGPA und MPA (Zusatz zur Standardtherapie)
Etanercept25 mg zweimal wöchentlichGPA und MPA (Zusatz zur Standardtherapie)
Infliximab3 mg/kg an Tag 1 und 14Refraktäre GPA
Rituximab0,375 g/m² an Tag 1, 8, 15 und 22Refraktäre GPA
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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass bei der Behandlung von GPA und MPA mit Etanercept oder Belimumab auf eine erhöhte Rate von Therapieabbrüchen aufgrund unerwünschter Ereignisse geachtet werden sollte. Gleichzeitig zeigen diese Wirkstoffe in der Analyse kaum positive Effekte auf die Remission oder die Verhinderung von Krankheitsschüben. Bei EGPA stellt Mepolizumab hingegen eine vielversprechende Option zur Rezidivprophylaxe dar.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review senkt Mepolizumab bei rezidivierender oder refraktärer EGPA wahrscheinlich das Risiko für Krankheitsrückfälle. Zudem gibt es Hinweise, dass es die Wahrscheinlichkeit für eine längere Remissionsphase erhöht.

Die Analyse zeigt, dass Etanercept als Zusatz zur Standardtherapie bei GPA wahrscheinlich keine Krankheitsschübe reduziert. Zudem hat es laut den Daten kaum oder keinen Einfluss auf eine dauerhafte Remission.

Bei Mepolizumab (EGPA) traten in den Studien ähnlich viele Nebenwirkungen auf wie unter Placebo. Bei Etanercept und Belimumab (GPA/MPA) wurde jedoch eine erhöhte Rate an Therapieabbrüchen aufgrund unerwünschter Ereignisse beobachtet.

In der untersuchten Studie wurde Mepolizumab in einer Dosierung von 300 mg verabreicht. Dies erfolgte in Form von drei separaten Injektionen alle vier Wochen über einen Zeitraum von 52 Wochen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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