CNO im Kindesalter: Diagnostik, MRT und Therapie
Hintergrund
Die chronisch nicht bakterielle Osteomyelitis (CNO), auch als chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis (CRMO) bekannt, ist eine autoinflammatorische Knochenerkrankung des Kindes- und Jugendalters. Das Leitsymptom ist der lokale oder multifokale Knochenschmerz.
Pathophysiologisch liegt der Erkrankung ein Ungleichgewicht von pro- und anti-inflammatorischen Zytokinen zugrunde. Es kommt zu einer gesteigerten Expression von IL-1, IL-6 und TNF-alpha bei gleichzeitig reduzierter IL-10-Expression.
Neben den Knochenläsionen, die bevorzugt an Tibia, Femur, Becken und Clavicula auftreten, können auch Gelenke, Haut oder der Darm betroffen sein. Begleiterkrankungen wie palmoplantare Pustulose, Akne oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden regelmäßig beobachtet.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie können bakterielle Infektionen als Differenzialdiagnose auch bei nur leicht erhöhten Entzündungsparametern und ohne Fieber vorliegen. Es wird daher betont, bei unifokalem Befall oder atypischer Lokalisation frühzeitig eine Knochenbiopsie zum Ausschluss von Malignomen oder niedrig-virulenten Erregern zu erwägen, bevor eine immunsuppressive Therapie eingeleitet wird.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die kontrastmittelfreie Ganzkörper-MRT (GK-MRT) mit fettsupprimierten Sequenzen als Goldstandard. Sie ermöglicht das Erkennen von Krankheitsmustern am gesamten Skelett und hilft beim Ausschluss von Differenzialdiagnosen.
Eine Biopsie wird laut Leitlinie vor allem bei unifokalem Befall oder atypischer Lokalisation empfohlen. Sie dient primär dem Ausschluss von bakteriellen Osteomyelitiden oder malignen Erkrankungen vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie.
Es wird eine regelmäßige Verabreichung empfohlen, unter der es bei vielen Patienten innerhalb von 18 Monaten zur Symptomfreiheit kommt. Bei klinischer Remission wird eine MRT-Verlaufskontrolle nach 6 Monaten angeraten, um über die Fortführung der Therapie zu entscheiden.
Bei strukturellen Wirbelkörperschädigungen wie Deckplatteneinbrüchen empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von Bisphosphonaten wie Pamidronat. Liegt lediglich ein Knochenmarködem ohne strukturelle Schäden vor, kann auch ein Therapieversuch mit TNF-Blockern erfolgen.
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Quelle: Chronisch nicht bakterielle Osteomyelitis im Kindesalter (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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