Chronischer Schmerz (ab 16 J.): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG193 befasst sich mit der Beurteilung aller Arten von chronischen Schmerzen sowie der Behandlung von primären chronischen Schmerzen bei Personen ab 16 Jahren. Chronischer Schmerz wird als Schmerz definiert, der länger als drei Monate anhält oder wiederkehrt.

Es wird zwischen primärem und sekundärem chronischem Schmerz unterschieden. Primärer chronischer Schmerz liegt vor, wenn keine eindeutige zugrunde liegende Erkrankung existiert oder der Schmerz unverhältnismäßig zu einer beobachtbaren Verletzung ist.

Sekundärer chronischer Schmerz lässt sich durch eine zugrunde liegende Erkrankung erklären. Beide Formen können laut Leitlinie auch gleichzeitig auftreten und erfordern eine differenzierte Herangehensweise.

Empfehlungen

Diagnostik und Beurteilung

Die Leitlinie empfiehlt eine personenzentrierte Beurteilung für alle Arten von chronischen Schmerzen. Es wird dazu geraten, die Auswirkungen des Schmerzes auf den Alltag, die psychische Gesundheit und das soziale Umfeld zu evaluieren.

Bei der Erstellung eines Betreuungsplans sollten die Prioritäten und Ziele der betroffenen Person im Mittelpunkt stehen. Es wird empfohlen, transparent über die Wahrscheinlichkeit von Schmerzschüben (Flare-ups) und die Ungewissheit der Prognose aufzuklären.

Nicht-medikamentöse Therapie (Primärer chronischer Schmerz)

Für die Behandlung von primären chronischen Schmerzen formuliert die Leitlinie folgende Empfehlungen:

  • Ein überwachtes Gruppen-Übungsprogramm wird empfohlen.

  • Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder kognitive Verhaltenstherapie (CBT) können in Betracht gezogen werden.

  • Ein einzelner Kurs Akupunktur oder Dry Needling kann unter strengen Voraussetzungen (maximal 5 Stunden, im ambulanten Bereich) erwogen werden.

Medikamentöse Therapie (Primärer chronischer Schmerz)

Die Leitlinie rät von den meisten gängigen Schmerzmitteln bei primärem chronischem Schmerz ab. Als einzige medikamentöse Option wird der Off-Label-Einsatz bestimmter Antidepressiva empfohlen.

Folgende Antidepressiva können nach einer ausführlichen Nutzen-Risiko-Abwägung in Betracht gezogen werden:

  • Amitriptylin

  • Citalopram

  • Duloxetin

  • Fluoxetin

  • Paroxetin

  • Sertralin

Es wird betont, dass diese Medikamente die Lebensqualität, den Schlaf und psychische Belastungen verbessern können, auch wenn keine klinische Depression vorliegt.

Kontraindikationen

Die Leitlinie spricht sich explizit gegen den Neubeginn zahlreicher Therapien bei primärem chronischem Schmerz aus, da keine Evidenz für einen Nutzen vorliegt oder die Risiken überwiegen.

KategorieNicht empfohlene Therapien
AnalgetikaOpioide, NSAR, Paracetamol
Neurologische/Psychiatrische MedikamenteAntiepileptika (inkl. Gabapentinoide), Antipsychotika, Benzodiazepine
Injektionen/InfusionenKetamin, Lokalanästhetika, Kortikosteroid-Triggerpunkt-Injektionen
Physikalische TherapienTENS, Ultraschall, Interferenzstromtherapie, Biofeedback

Wenn Personen bereits eines dieser Medikamente einnehmen, wird eine gemeinsame Überprüfung empfohlen. Es sollte ein Plan zur sicheren Fortsetzung bei nachgewiesenem Nutzen oder zum schrittweisen Absetzen erarbeitet werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist der Verzicht auf klassische Analgetika wie Paracetamol, NSAR und Opioide bei primärem chronischem Schmerz. Stattdessen wird der Einsatz von Antidepressiva zur Schmerzmodulation empfohlen, was in der Praxis oft kontraintuitiv erscheint. Es wird angeraten, Betroffene darüber aufzuklären, dass diese Medikation primär der Verbesserung von Schlaf und Lebensqualität dient.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie rät von klassischen Schmerzmitteln wie NSAR, Paracetamol und Opioiden ab. Stattdessen wird empfohlen, bestimmte Antidepressiva (wie Amitriptylin oder Duloxetin) off-label einzusetzen.

Laut Leitlinie wird der Einsatz von TENS-Geräten bei primärem chronischem Schmerz nicht empfohlen. Es liegt keine ausreichende Evidenz für einen klinischen Nutzen vor.

Primärer chronischer Schmerz wird als Schmerz definiert, für den es keine klare zugrunde liegende Ursache gibt. Er kann auch vorliegen, wenn der Schmerz in keinem Verhältnis zu einer beobachtbaren Verletzung oder Erkrankung steht.

Die Leitlinie gibt an, dass ein einzelner Kurs Akupunktur in Betracht gezogen werden kann. Dies ist jedoch an strenge Bedingungen geknüpft, wie eine maximale Dauer von fünf Stunden und die Durchführung durch entsprechend qualifiziertes Personal.

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Quelle: Chronic pain in over 16s (NICE, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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