WHO2020

Chronische Schmerzen bei Kindern: Therapie & Management

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2020) befasst sich mit dem Management von chronischen Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 19 Jahren. Dies umfasst sowohl primäre chronische Schmerzen als auch sekundäre Schmerzformen, die mit einer Grunderkrankung einhergehen.

Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität und die funktionelle Entwicklung von Kindern erheblich. Die Leitlinie stützt sich auf systematische Übersichtsarbeiten zur Wirksamkeit verschiedener Therapieansätze.

Dabei werden physische, psychologische und pharmakologische Interventionen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Schmerzintensität, funktionelle Einschränkungen und unerwünschte Ereignisse bewertet. Zudem fließen qualitative Aspekte wie die Akzeptanz der Therapien in die Bewertung ein.

Empfehlungen

Evidenzbewertung der Therapieformen

Die Leitlinie fasst die Wirksamkeit der untersuchten Interventionen basierend auf systematischen Übersichtsarbeiten zusammen:

TherapieformEffekt auf SchmerzintensitätEffekt auf funktionelle EinschränkungEvidenzgrad
Psychologische TherapieLeichte ReduktionLeichte VerbesserungNiedrig bis Moderat
Physische TherapieLeichte ReduktionLeichte VerbesserungSehr niedrig
Pharmakologische TherapieUneinheitlich / Kein UnterschiedKein Unterschied (Antidepressiva)Sehr niedrig bis Niedrig

Psychologische Interventionen

Laut Leitlinie zeigen psychologische Therapien wie die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) positive Effekte. Es wird eine Reduktion der Schmerzintensität und der funktionellen Einschränkungen beobachtet (niedrige bis moderate Evidenz).

Die Leitlinie hebt folgende qualitative Aspekte für die Praxis hervor:

  • Die Therapie sollte an die individuellen und entwicklungsbedingten Bedürfnisse des Kindes angepasst werden.

  • Gruppenformate können chronische Schmerzen normalisieren, erfordern aber eine gute Moderation.

  • Zeitmangel und Langeweile bei Online-Interventionen gelten als häufige Barrieren für die Adhärenz.

Physische Therapien

Die Leitlinie beschreibt für physische Interventionen eine leichte Verbesserung der Schmerzintensität und der funktionellen Einschränkungen unmittelbar nach der Behandlung (sehr niedrige Evidenz).

Um die Adhärenz zu fördern, werden folgende Faktoren als förderlich beschrieben:

  • Integration von alltagsnahen Aktivitäten anstelle von monotonen, repetitiven Übungen.

  • Soziale Unterstützung durch das schulische Umfeld oder die Familie.

  • Aufklärung über den Unterschied zwischen krankheitsbedingtem Schmerz und normalem Muskelkater nach dem Sport.

Pharmakologische Therapien

Die Evidenzlage für medikamentöse Therapien bei chronischen Schmerzen im Kindesalter wird als sehr gering eingestuft. Für Antidepressiva (wie Amitriptylin oder Citalopram) konnte laut Leitlinie kein signifikanter Unterschied zur Placebogabe bezüglich der Schmerzintensität festgestellt werden (niedrige Evidenz).

Bei der Anwendung von Analgetika und Opioiden weist die Leitlinie auf kulturelle und kommunikative Barrieren hin:

  • Ängste vor einer Opioidabhängigkeit bestehen sowohl bei Behandlern als auch bei Eltern.

  • Kulturelle Überzeugungen können dazu führen, dass Schmerzen toleriert statt behandelt werden.

  • Die Fremdeinschätzung durch die Eltern spielt eine zentrale Rolle bei der Schmerzerfassung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wesentliches Hindernis bei der physischen Therapie ist die Angst von Kindern und Eltern vor einer Schmerzverstärkung durch Bewegung. Die Leitlinie betont, dass eine gezielte Aufklärung über den Unterschied zwischen chronischem Schmerz und harmlosem belastungsinduziertem Muskelkater entscheidend für die Therapieadhärenz ist. Zudem wird berichtet, dass spielerische Alltagsaktivitäten besser akzeptiert werden als strikte Übungsprogramme.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zeigen Ansätze wie die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) positive Effekte auf die Schmerzintensität. Es wird berichtet, dass diese Verfahren auch die funktionellen Einschränkungen im Alltag verringern können.

Die Leitlinie stuft die Evidenz für Antidepressiva wie Amitriptylin oder Duloxetin als sehr gering ein. In den ausgewerteten Studien konnte kein signifikanter Unterschied zur Placebogabe hinsichtlich der Schmerzreduktion festgestellt werden.

Als Hauptgründe für mangelnde Adhärenz nennt die Leitlinie Langeweile bei repetitiven Übungen und mangelnde Zeit im Schulalltag. Es wird beobachtet, dass die Integration von Übungen in bestehende Hobbys oder Aktivitäten die Teilnahmebereitschaft deutlich erhöht.

Die Leitlinie hebt hervor, dass Eltern eine zentrale Rolle bei der Schmerzeinschätzung und der Motivation zur Therapie spielen. Gleichzeitig wird beschrieben, dass elterliche Ängste vor Medikamenten oder Schmerzverstärkung durch Bewegung den Behandlungserfolg limitieren können.

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Quelle: Guidelines on the management of chronic pain in children: web annexes A to K (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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