Chronische Nierenkrankheit (CKD): Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Die chronische Nierenkrankheit (CKD) wird definiert durch eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) von unter 60 ml/min/1,73 m² und/oder das Vorliegen einer Albuminurie über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten. In der hausärztlichen Versorgung sind vorwiegend ältere Menschen in frühen Stadien der Erkrankung betroffen.
Zu den häufigsten Ursachen der CKD zählen behandelbare Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie. Die Erkrankung ist stark mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko sowie einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert.
Ein zentrales Versorgungsziel ist es, die Progression zu einem nierenersatztherapiepflichtigen Nierenversagen zu verzögern und spezifische Komplikationen zu vermeiden. Die AWMF-S3-Leitlinie fokussiert sich auf das Management dieser Patientengruppe im hausärztlichen Bereich.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird bei interkurrenten Erkrankungen (wie Diarrhö oder fieberhaften Infekten) eine sofortige Evaluation potenziell nephrotoxischer Medikamente empfohlen. Es besteht in diesen Phasen die akute Gefahr eines akut-auf-chronischen Nierenversagens. Insbesondere wird davor gewarnt, Medikamente wie NSAR, Diuretika oder RAAS-Inhibitoren bei Volumenmangel unkritisch weiterzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz eines SGLT2-Hemmers bei einer Albuminurie von >= 300 mg/g oder bei einer eGFR < 45 ml/min/1,73 m². Ein Therapiestart unterhalb einer eGFR von 20 ml/min/1,73 m² wird hingegen nicht empfohlen.
Eine Überweisung wird generell bei einer eGFR < 30 ml/min/1,73 m² empfohlen, sofern dies den individuellen Gesundheitszielen entspricht. Weitere Gründe sind eine rasche Progression, refraktäre Hypertonie, persistierende Hämaturie oder schwere Albuminurie.
Es wird ein individuell festgelegter Zielwert empfohlen, der im Regelfall bei < 140/90 mmHg liegt. Zur medikamentösen Einstellung sollen bevorzugt ACE-Hemmer oder Angiotensinrezeptorblocker eingesetzt werden.
Als Alternativen zu NSAR stehen Paracetamol und Metamizol zur Verfügung, bei denen keine Dosisanpassung an die Nierenfunktion notwendig ist. NSAR sind ab einer eGFR < 30 ml/min/1,73 m² strikt kontraindiziert.
Die Leitlinie spricht sich explizit gegen eine harnsäuresenkende Therapie bei asymptomatischer Hyperurikämie aus. Es konnte kein Nutzen für renale oder kardiovaskuläre Endpunkte nachgewiesen werden.
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Quelle: Versorgung von Patient*innen mit nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis - Chronisch eingeschränkte Nierenfunktion in der Hausarztpraxis (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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