Chronische KHK: Diagnostik und Leitlinien-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die klinisch relevante Manifestation der Atherosklerose an den Herzkranzarterien. Sie führt häufig zu einem Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot im Herzmuskel.

Das klinische Bild der chronischen KHK ist sehr variabel und reicht von asymptomatischen Verläufen bis hin zu belastungsabhängiger Angina pectoris. Die Erkrankung ist mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko verbunden.

Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) fokussiert sich auf die Diagnostik, Therapie und Langzeitbetreuung des chronischen Koronarsyndroms. Zur Einteilung der Angina pectoris wird die Klassifikation der Canadian Cardiovascular Society (CCS) herangezogen:

SchweregradBeschreibung der Belastungstoleranz
CCS 1Keine Angina pectoris bei Alltagsbelastung, nur bei plötzlicher/längerer Anstrengung
CCS 2Angina pectoris bei stärkerer Anstrengung (schnelles Laufen, Treppensteigen)
CCS 3Angina pectoris bei leichter körperlicher Belastung (normales Gehen, Ankleiden)
CCS 4Ruhebeschwerden oder Beschwerden bei geringster körperlicher Belastung
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Simvastatin in einer Dosierung von 80 mg pro Tag, da das Risiko für Myopathien deutlich erhöht ist. Zudem wird bei einer Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) und gleichzeitig erhöhtem gastrointestinalem Blutungsrisiko die zusätzliche Gabe eines Protonenpumpenhemmers (PPI) empfohlen. Bei asymptomatischen Betroffenen wird von einer routinemäßigen kardialen Verlaufsdiagnostik (wie Belastungs-EKG oder Echokardiographie) abgeraten.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt den Marburger Herz-Score zur Einschätzung der Vortestwahrscheinlichkeit im hausärztlichen Bereich. Bei einem Wert von über 2 Punkten steigt die Wahrscheinlichkeit für eine stenosierende KHK signifikant an.

Als Standarddauer für die DAPT nach einer PCI bei stabiler KHK werden 6 Monate empfohlen. Bei hohem Blutungsrisiko kann die Dauer auf 1 bis 3 Monate verkürzt werden, bei hohem Ischämierisiko ist eine Verlängerung auf über 12 Monate möglich.

Laut Leitlinie wird die Bypass-Operation bei komplexen Mehrgefäßerkrankungen (SYNTAX-Score ≥ 33) sowie bei Mehrgefäßerkrankungen mit begleitendem Diabetes mellitus empfohlen. Die Entscheidung sollte bei komplexen Befunden immer im Herzteam getroffen werden.

Die Leitlinie stellt zwei Strategien vor: Eine feste Statindosis oder eine Zielwertstrategie. Bei der Zielwertstrategie wird eine Senkung des LDL-Cholesterins auf unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) oder um mindestens 50 % des Ausgangswertes empfohlen.

Die Leitlinie sieht für ACE-Hemmer keine eigenständige Indikation bei einer unkomplizierten KHK. Sie werden nur empfohlen, wenn eine zusätzliche Indikation wie arterielle Hypertonie oder Herzinsuffizienz vorliegt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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