Chronische Depression: Erhaltungstherapie & Wirksamkeit
Hintergrund
Fortdauernde depressive Störungen (PDD) sind definiert als depressive Erkrankungen mit einer Krankheitsdauer von mindestens zwei Jahren. Dazu gehören Dysthymie, chronische Major Depression, rezidivierende Major Depression mit unvollständiger Remission und die doppelte Depression.
Obwohl PDD gut auf akute Interventionen ansprechen, bestehen hohe Raten an Rückfällen und Rezidiven. Aus diesem Grund sind langfristige Fortsetzungs- und Erhaltungstherapien von großer klinischer Bedeutung.
Eine Fortsetzungstherapie richtet sich an Personen, die aktuell remittiert sind oder auf eine vorherige Antidepressiva-Behandlung angesprochen haben. Eine Erhaltungstherapie wird während der Genesung angewendet, wenn die Remission bereits länger als sechs Monate andauert.
Empfehlungen
Der systematische Cochrane Review (2019) analysiert die Evidenz zu verschiedenen Therapieformen bei fortdauernden depressiven Störungen.
Medikamentöse Therapien vs. Placebo
Der Review zeigt, dass Antidepressiva das Rückfallrisiko am Ende der Intervention im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich reduzieren (13,9 % vs. 33,8 %, moderate Evidenzqualität).
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Die Abbruchraten sind zwischen der Medikamenten- und der Placebogruppe vergleichbar (niedrige Evidenzqualität).
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Es wird jedoch betont, dass bei ausschließlicher Betrachtung von Studien mit geringem Bias-Risiko kein signifikanter Unterschied beim Rückfallrisiko mehr nachweisbar war.
Psychologische und kombinierte Therapien
Die fortgesetzte oder aufrechterhaltene Psychotherapie könnte im Vergleich zu keiner Behandlung oder Antidepressiva nützlich sein.
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Die Evidenzbasis für psychologische Therapien ist laut Auswertung jedoch zu klein und unsicher, um belastbare Schlussfolgerungen zu ziehen.
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Auch für kombinierte psychologische und medikamentöse Therapien reicht die aktuelle Datenlage nicht für abschließende Empfehlungen aus.
Fazit zur Therapiewahl
Aufgrund von Verzerrungsrisiken und klinischer Heterogenität bleibt unsicher, ob eine fortgesetzte Pharmakotherapie eine robuste Behandlung zur Rückfallprävention darstellt.
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Der Review formuliert keine Empfehlungen zur optimalen Dauer der Medikamenteneinnahme oder zum Absetzen, da Langzeitdaten fehlen.
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Es können keine Aussagen zur Überlegenheit spezifischer Antidepressiva-Klassen getroffen werden, da direkte Vergleichsstudien fehlen.
Dosierung
Der Review analysierte Studien, in denen folgende Dosierungen für Fortsetzungs- und Erhaltungstherapien untersucht wurden:
| Medikament | Untersuchte Dosis | Therapiephase |
|---|---|---|
| Phenelzin | ca. 51 mg/Tag | Fortsetzungstherapie |
| Sertralin | 50-200 mg/Tag | Fortsetzungs- und Erhaltungstherapie |
| Imipramin | 50-300 mg/Tag | Fortsetzungstherapie |
| Nefazodon | 300-600 mg/Tag | Fortsetzungs- und Erhaltungstherapie |
| Fluoxetin | 20-80 mg/Tag | Fortsetzungstherapie |
| Desipramin | 75-350 mg/Tag | Erhaltungstherapie |
Es wird darauf hingewiesen, dass aus diesen Studiendaten keine allgemeingültigen Dosierungsempfehlungen abgeleitet werden können.
Kontraindikationen
Der Review nennt keine direkten Kontraindikationen, listet jedoch Ausschlusskriterien der analysierten Studien auf. Personen mit folgenden Merkmalen wurden von den Studien ausgeschlossen:
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Vorliegen einer schweren somatischen Erkrankung
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Akute Suizidalität
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Vorliegen einer primären Achse-I-Störung oder Persönlichkeitsstörung
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Fehlendes Ansprechen auf mehrere vorherige Antidepressiva-Therapien
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass die scheinbare Überlegenheit von Antidepressiva gegenüber Placebo in der Rückfallprävention bei strenger Betrachtung von Studien mit geringem Bias-Risiko nicht mehr signifikant ist. Es wird hervorgehoben, dass in der klinischen Praxis viele Betroffene ohnehin eine Kombinationstherapie bevorzugen, auch wenn die Evidenzlage hierfür noch lückenhaft ist. Zudem fehlen belastbare Daten zur optimalen Dauer einer Erhaltungstherapie, weshalb individuelle Verläufe engmaschig kontrolliert werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review liegt das Risiko für einen Rückfall unter Placebo bei 33,8 %. Unter einer fortgesetzten medikamentösen Therapie sinkt dieses Risiko auf 13,9 % (moderate Evidenzqualität).
Der Review kann keine abschließenden Empfehlungen zur optimalen Dauer der Medikamenteneinnahme geben. Es wird betont, dass in den meisten Studien keine ausreichenden Langzeit-Follow-up-Daten verfügbar waren.
Die analysierten Studien deuten darauf hin, dass eine fortgesetzte Psychotherapie nützlich sein könnte. Die Evidenzbasis ist laut Review jedoch aktuell zu klein und unsicher, um belastbare Schlüsse zu ziehen.
Der Review stellt fest, dass die Datenlage für den direkten Vergleich verschiedener Antidepressiva zu gering ist. Es können daher keine spezifischen Empfehlungen für bestimmte Wirkstoffe ausgesprochen werden.
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Quelle: Cochrane Review: Comparative effectiveness of continuation and maintenance treatments for persistent depressive disorder in adults (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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