Chloroquin-Retinopathie: Screening-Intervalle und OCT

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie S1 formuliert Empfehlungen für augenärztliche Screening-Untersuchungen bei einer Therapie mit Chloroquin (CQ) oder Hydroxychloroquin (HCQ). Diese Medikamente werden häufig als Langzeittherapie bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt und zeichnen sich durch eine gute Verträglichkeit aus.

Eine der schwerwiegendsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist jedoch die Entwicklung einer irreversiblen Schädigung des Photorezeptor-Pigmentepithelkomplexes. Diese sogenannte CQ-/HCQ-Retinopathie kann zu einem schweren Sehverlust bis hin zur gesetzlichen Blindheit führen.

Das primäre Ziel des Screenings ist nicht die Vermeidung der Retinopathie, sondern die frühestmögliche Erkennung vor einem Verlust von retinalen Pigmentepithelzellen. Da es keine Therapie für die Retinopathie gibt, ist ein rechtzeitiges Absetzen der Medikation entscheidend, um eine fortschreitende Sehverschlechterung zu verhindern.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, sich bei der Früherkennung auf die Sehschärfe oder die alleinige klinische Untersuchung des Augenhintergrundes zu verlassen, da die Fovea erst spät betroffen ist und funduskopische Veränderungen erst im Stadium der irreversiblen Atrophie sichtbar werden. Es wird stattdessen nachdrücklich der primäre Einsatz objektiver Verfahren wie der OCT empfohlen. Zudem wird betont, dass bei Patienten asiatischer oder afrikanischer Herkunft zwingend auch die mittelperipheren Netzhautareale jenseits der großen Gefäßbögen untersucht werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte eine Basisuntersuchung innerhalb der ersten Therapiemonate erfolgen. Reguläre jährliche Folgeuntersuchungen werden ab dem 5. Therapiejahr empfohlen, bei Risikopatienten jedoch bereits früher.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass die entscheidenden objektiven Untersuchungen wie OCT und FAF zur Früherkennung und Verlaufskontrolle derzeit keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind.

Nein, die Leitlinie stuft den Amsler-Test, ebenso wie die Farbsinnprüfung und die Fundusfotografie, als nicht geeignet für die Früherkennung einer Retinopathie ein. Es wird stattdessen die optische Kohärenztomographie (OCT) als initiale Methode empfohlen.

Es wird empfohlen, den Verdacht zunächst mit einer zweiten objektiven Methode (wie FAF oder mfERG) zu verifizieren. Erst nach dieser Bestätigung sollte den behandelnden Fachkollegen das Absetzen des Medikaments empfohlen werden.

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Quelle: Augenärztliche Screeninguntersuchung bei Therapie mit Chloroquin oder Hydroxychloroquin (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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