Capivasertib bei Mammakarzinom: Indikation und Therapie
Hintergrund
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei einem fortgeschrittenen oder metastasierten Hormonrezeptor-positiven (HR+) und HER2-negativen Tumor stellt die endokrine Therapie die Basis der Behandlung dar.
Im Verlauf der Erkrankung kommt es häufig zu Resistenzen gegen die endokrine Therapie. Mutationen im PIK3CA/AKT1/PTEN-Signalweg spielen bei dieser Resistenzentwicklung eine wichtige Rolle und bieten einen Ansatzpunkt für zielgerichtete Therapien.
Capivasertib ist ein Kinase-Inhibitor, der in Kombination mit Fulvestrant für diese spezifische Patientengruppe zugelassen ist. Das IQWiG bewertet in diesem Dossier, ob diese Kombinationstherapie einen belegten Zusatznutzen gegenüber der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie bietet.
Empfehlungen
Die IQWiG-Nutzenbewertung (A24-105) bewertet den Zusatznutzen von Capivasertib basierend auf den Studien CAPItello-291 und FAKTION. Das Institut kommt zu folgenden Ergebnissen:
Frauen mit (neo-)adjuvanter Vortherapie
Für diese Patientengruppe liegen laut IQWiG keine geeigneten Daten vor. In den eingereichten Auswertungen wurden prä- und perimenopausale Frauen, deren Menopause medikamentös induziert wurde, nicht berücksichtigt.
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Ein Zusatznutzen ist für diese Gruppe nicht belegt.
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Die Übertragung von Daten aus anderen Krankheitsstadien wurde methodisch abgelehnt.
Frauen mit Vortherapie im fortgeschrittenen Stadium
Auch für diese Gruppe sieht das IQWiG den Zusatznutzen als nicht belegt an. Der Grund ist ebenfalls der unzulässige Ausschluss von medikamentös in die Menopause versetzten Patientinnen.
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Es fehlt ein relevanter Anteil der Studienpopulation in den Auswertungen.
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Ein potenzieller Überlebensvorteil kann wegen der fehlenden Daten nicht sicher gegen mögliche Nachteile bei Nebenwirkungen abgewogen werden.
Männliche Patienten
Für Männer mit (neo-)adjuvanter Vortherapie wurden keine Studiendaten vorgelegt. Für Männer mit Vortherapie im fortgeschrittenen Stadium lagen Daten von lediglich zwei Patienten vor.
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Eine Übertragung der weiblichen Studiendaten auf Männer wurde vom IQWiG nicht akzeptiert.
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Ein Zusatznutzen ist für männliche Patienten nicht belegt.
Dosierung
Die Dokumentation nennt folgendes Dosierungsschema für die Kombinationstherapie:
| Medikament | Dosis | Anwendung |
|---|---|---|
| Capivasertib | 400 mg (2x 200 mg) | 2-mal täglich an 4 aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche (gefolgt von 3 Tagen Pause) |
| Fulvestrant | 500 mg | Intramuskulär an Tag 1, 15 und 29, danach einmal monatlich |
Bei prä- oder perimenopausalen Frauen wird zusätzlich die Kombination mit einem GnRH-Agonisten empfohlen.
Kontraindikationen
Laut Dokument bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile
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Warnhinweise bei Hyperglykämie, Diarrhö und schweren Hautreaktionen
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Vorsicht bei Herzerkrankungen in der Vorgeschichte (z. B. QTc-Verlängerung > 470 ms)
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Keine Anwendungsempfehlung bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung
💡Praxis-Tipp
Laut Fachinformation wird vor dem Einsatz von Capivasertib eine validierte Testung auf PIK3CA-, AKT1- oder PTEN-Alterationen vorausgesetzt. Zudem wird auf das spezifische Dosierungsschema hingewiesen, bei dem Capivasertib nur an vier aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche eingenommen wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation wird Capivasertib in einer Dosis von 400 mg zweimal täglich eingenommen. Die Einnahme erfolgt an vier aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche, gefolgt von drei Tagen Pause.
Die Therapie setzt den Nachweis von einer oder mehreren PIK3CA-, AKT1- oder PTEN-Alterationen voraus. Der Nachweis sollte laut Dokument mittels eines validierten Tests erfolgen.
Das IQWiG sieht den Zusatznutzen von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant aktuell in keiner der untersuchten Patientengruppen als belegt an. Grund hierfür sind methodische Mängel in den vorgelegten Datenauswertungen des Herstellers.
Das Dokument warnt insbesondere vor Hyperglykämien, Diarrhö und schweren Hautreaktionen. Zudem wird auf ein mögliches Risiko für QTc-Verlängerungen hingewiesen.
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Quelle: IQWiG A24-105: Capivasertib (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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