Bettenhygiene: Aufbereitung und Personalschutz
Hintergrund
Das Patientenbett stellt im klinischen Alltag ein potenzielles Reservoir für nosokomiale Infektionen dar. Kontaminierte Oberflächen, Matratzen und Bettwäsche können zur Übertragung von multiresistenten Erregern (MRE) wie MRSA oder VRE beitragen.
Die AWMF-S2k-Leitlinie fasst die aktuellen Anforderungen an die Bettenhygiene, die Aufbereitungsprozesse und den Personalschutz zusammen. Ziel ist es, Infektionsketten zu unterbrechen und gleichzeitig einen ergonomischen Komfort für den Genesungsprozess zu gewährleisten.
Neben der reinen Desinfektion rücken auch Aspekte wie der Einsatz von flüssigkeitsdichten Matratzenüberzügen (Encasings) und validierte Waschverfahren in den Fokus der krankenhaushygienischen Prävention.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die unzureichende visuelle Kontrolle von Matratzen-Encasings. Die Leitlinie warnt davor, beschädigte Überzüge weiterzuverwenden, da eingedrungene Flüssigkeiten die Matratze zu einem nicht aufbereitbaren Erregerreservoir machen. Es wird nachdrücklich empfohlen, bei jedem Patientenwechsel das Encasing auf Risse oder Durchfeuchtung zu prüfen und bei Defekten sofort auszutauschen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie gibt an, dass ein wöchentlicher Wechsel der Bettwäsche in der Regel ausreichend ist. Bei sichtbarer Verunreinigung, starkem Schwitzen oder während einer MRSA-Dekolonisierung wird jedoch ein sofortiger beziehungsweise täglicher Wechsel empfohlen.
Laut Leitlinie sollen Stationsflure nicht zur Bettenaufbereitung genutzt werden. Dies birgt das Risiko von Kreuzinfektionen, behindert Fluchtwege und hinterlässt einen schlechten Eindruck bei Besuchern.
Bei ambulanten Aufenthalten oder in der Tagesklinik können anstelle eines Bettes Liegen mit abwaschbaren Oberflächen verwendet werden. Wenn eine frische Abdeckung genutzt wird, ist eine Wischdesinfektion der Liege nur bei Verunreinigung oder im wöchentlichen Turnus erforderlich.
Die Leitlinie empfiehlt eine desinfizierende Aufbereitung von Kissen- und Deckenkernen (Inletts) nur anlassbezogen, etwa bei Verschmutzung oder nach einer Isolierung. Bei fehlendem Infektionsrisiko kann ein festgelegter Turnus (z. B. vierteljährlich für Kissen) ausreichend sein, sofern Encasings verwendet werden.
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Quelle: Hygienische Anforderungen an Patientenbetten, Bettwäsche, Bettenzubehör und an den Personalschutz beim Umgang mit Betten (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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