BfArM1997

Proteasehemmer und Diabetesrisiko: BfArM-Warnung

Diese Leitlinie stammt aus 1997 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (1997)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte 1997 eine Sicherheitsinformation zu antiretroviralen Proteasehemmern. Diese basiert auf Daten des europäischen Ausschusses für Arzneispezialitäten (CPMP).

Die Warnung betrifft die Wirkstoffe Indinavir, Ritonavir, Saquinavir sowie Nelfinavir, die zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt werden.

Hintergrund der Mitteilung sind über 100 gemeldete Fälle, in denen es unter der Therapie zu schwerwiegenden Störungen des Glukosestoffwechsels kam. Dies umfasste sowohl neu aufgetretenen Diabetes mellitus als auch die Entgleisung vorbestehender Erkrankungen.

Empfehlungen

Klinische Beobachtungen

Laut BfArM-Meldung traten Fälle von Diabetes und Hyperglykämie bei allen verfügbaren Proteasehemmern auf. Die durchschnittliche Zeit bis zum Auftreten betrug etwa 80 Tage nach Behandlungsbeginn, in Einzelfällen zeigten sich Symptome jedoch bereits nach vier Tagen.

Komplikationen und Verlauf

Die Sicherheitswarnung beschreibt folgende klinische Verläufe:

  • Bei etwa 20 Prozent der Fälle entgleiste ein bereits vorbestehender Diabetes mellitus.

  • In einigen Fällen kam es zu einer diabetischen Ketoazidose, die eine Krankenhauseinweisung erforderte.

  • Zur Behandlung der Hyperglykämie war teilweise die Gabe von Insulin oder oralen Antidiabetika notwendig.

  • Bei einigen Betroffenen blieben die erhöhten Blutzuckerwerte auch nach dem Absetzen der Proteasehemmer bestehen.

Konsequenzen für die Praxis

Es wird dringend angeraten, bei der Behandlung mit Proteasehemmern auf Veränderungen der Blutglukosekonzentration sowie auf damit verbundene klinische Symptome zu achten. Etwa die Hälfte der betroffenen Personen brach die Therapie mit Proteasehemmern aufgrund der Stoffwechselentgleisung ab.

Kontraindikationen

Die Sicherheitsinformation warnt ausdrücklich vor dem Risiko einer Hyperglykämie, eines neu auftretenden Diabetes mellitus sowie der Verschlechterung eines bestehenden Diabetes unter der Therapie mit Indinavir, Ritonavir, Saquinavir und Nelfinavir. Es wird darauf hingewiesen, dass es in schweren Fällen zu einer lebensbedrohlichen diabetischen Ketoazidose kommen kann.

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💡Praxis-Tipp

Es wird empfohlen, bei Personen unter Therapie mit Proteasehemmern den Blutzucker engmaschig zu überwachen, da Stoffwechselentgleisungen bereits wenige Tage nach Therapiebeginn auftreten können. Zudem weist die Meldung darauf hin, dass eine Hyperglykämie auch nach dem Absetzen der Medikation persistieren kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut BfArM wurden Fälle von Diabetes und Hyperglykämie zu allen damals verfügbaren Proteasehemmern gemeldet. Explizit genannt werden die Wirkstoffe Indinavir, Ritonavir, Saquinavir und Nelfinavir.

Die durchschnittliche Zeit bis zum Auftreten der Hyperglykämie beträgt laut Sicherheitswarnung etwa 80 Tage nach Behandlungsbeginn. Es wurden jedoch auch Fälle dokumentiert, bei denen die Stoffwechselentgleisung bereits nach vier Tagen auftrat.

Nicht in jedem Fall. Die Meldung weist darauf hin, dass die erhöhten Blutzuckerkonzentrationen bei einigen Betroffenen auch nach dem Absetzen der Proteasehemmer bestehen blieben.

Den Berichten zufolge war in einigen Fällen der Beginn einer Insulintherapie oder die Anpassung einer bestehenden Insulindosis erforderlich. Alternativ mussten orale Antidiabetika verabreicht werden.

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Quelle: Berichte über Diabetes und Hyperglykämie bei Patienten unter Behandlung einer HIV-Infektion mit den Proteasehemmern Indinavir, Ritonavir, Saquinavir (BfArM, 1997). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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