Bauchschmerz bei Kindern: Bildgebung und Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen im Kindesalter. Dabei muss zwischen akuten Beschwerden, die auf ein akutes Abdomen hindeuten können, und chronischen Verläufen unterschieden werden.

Bei chronischen Bauchschmerzen ist eine Differenzierung zwischen strukturellen oder biochemischen Ursachen und funktionellen Beschwerden erforderlich. Zu den funktionellen Entitäten zählen unter anderem der Reizdarm und die abdominelle Migräne.

Die bildgebende Diagnostik dient neben der klinischen Untersuchung und Labordiagnostik der Diagnosesicherung. Sie ermöglicht laut Leitlinie eine rasche Entscheidung für oder gegen eine operative Intervention.

Klinischer Kontext

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Vorstellungsgründen in der pädiatrischen Praxis und Notaufnahme. Etwa jedes zehnte Kind leidet unter rezidivierenden Bauchschmerzen, wobei akute Episoden in allen Altersgruppen auftreten.

Die Ursachen reichen von harmlosen funktionellen Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen chirurgischen Notfällen wie einer akuten Appendizitis oder Invagination. Anatomische und physiologische Besonderheiten im Kindesalter beeinflussen die Schmerzwahrnehmung und -lokalisation erheblich.

Eine rasche und präzise Differenzierung zwischen abwendbar gefährlichen Verläufen und benignen Ursachen ist essenziell, um Morbidität zu senken. Gleichzeitig gilt es, unnötige Strahlenbelastung und invasive Maßnahmen bei jungen Patienten strikt zu vermeiden.

Die Basis der Diagnostik bilden eine ausführliche Anamnese und die klinische Untersuchung. Ergänzend kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz, wobei der Ultraschall aufgrund der fehlenden Strahlenexposition meist die Modalität der ersten Wahl darstellt.

Wissenswertes

Die Sonografie des Abdomens gilt als Methode der ersten Wahl bei Kindern und Jugendlichen. Sie ist breit verfügbar, kostengünstig und kommt ohne ionisierende Strahlung aus.

Eine konventionelle Röntgenaufnahme des Abdomens wird meist nur bei speziellen Fragestellungen wie dem Verdacht auf eine gastrointestinale Perforation oder einen mechanischen Ileus eingesetzt. Bei unkomplizierten Bauchschmerzen bietet sie in der Regel keinen diagnostischen Mehrwert.

Die Magnetresonanztomografie wird häufig zur Abklärung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn herangezogen. Sie ermöglicht eine exzellente Weichteildarstellung und Beurteilung der Darmwand ohne Strahlenbelastung.

Typisch für eine Invagination ist das sogenannte Kokarden- oder Zielscheibenphänomen im Querschnitt der betroffenen Darmschlinge. Im Längsschnitt zeigt sich oft das Pseudokidney-Zeichen, welches durch die ineinandergestülpten Darmschichten entsteht.

Die Computertomografie wird aufgrund der hohen Strahlenbelastung bei Kindern nur in Ausnahmefällen angewendet, etwa bei unklaren Befunden oder Komplikationen. Primär sollten klinische Untersuchung und Sonografie zur Diagnosestellung ausreichen.

Funktionelle Bauchschmerzen weisen per definitionem keine strukturellen Auffälligkeiten in der Bildgebung auf. Die Sonografie dient hier primär dem Ausschluss organischer Pathologien wie Gallensteinen, Nierenstauungen oder entzündlichen Veränderungen.

Ärzte fragen zu diesem Thema

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die Ultraschalluntersuchung des Abdomens stets die initiale Methode der Wahl darstellt und auch den Retroperitonealraum, das Perikard sowie die basalen Lungenabschnitte umfassen sollte. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass bei der Appendizitis-Diagnostik im Zweifel einer MRT der Vorzug vor einer CT gegeben werden sollte, um die Strahlenbelastung zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie soll die Ultraschalluntersuchung des Abdomens als primäre Methode eingesetzt werden. Dies gilt als Empfehlung mit starkem Konsens.

Die Computertomografie wird gemäß Leitlinie nur in Einzelfällen als Problemlöser empfohlen. Es wird betont, dass dabei zwingend größen-, gewichts- und altersbezogene Niedrigdosis-Protokolle verwendet werden müssen.

Wenn nach dem Ultraschall eine weitere Bildgebung erforderlich ist, sollte laut Leitlinie nach Möglichkeit eine MRT anstelle einer CT durchgeführt werden. Eine CT kommt erst bei weiterhin unklarem Befund in Betracht.

Es wird eine Röntgenuntersuchung empfohlen, die den Bereich vom Epipharynx bis zur Symphyse abdeckt. Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem hohen Perforationsrisiko bei verschluckten Magneten oder Knopfbatterien.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Bauchschmerz bei Kindern und Jugendlichen - Bildgebende Diagnostik (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.