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Bildgebung bei Erbrechen im Kindesalter: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Sonografie ist mit starkem Konsens die bildgebende Methode der ersten Wahl bei abdominellen Ursachen für Erbrechen.
  • Die Wahl der Bildgebung richtet sich nach Begleitsymptomen (z. B. gallig, blutig, schwallartig) und dem Alter des Kindes.
  • Bei Röntgenuntersuchungen und Durchleuchtungen ist zwingend das ALARA-Prinzip zu beachten.
  • Lässt sich keine anatomische oder funktionelle Veränderung nachweisen, müssen metabolische oder zerebrale Ursachen ausgeschlossen werden.
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Hintergrund

Die Wahl der bildgebenden Diagnostik bei Erbrechen im Kindes- und Jugendalter hängt maßgeblich von den Begleitsymptomen ab. Hierzu zählen die Art des Erbrechens (gallig, nicht gallig, blutig) sowie die zeitliche Dynamik (intermittierend, schwallartig oder tageszeitabhängig, z. B. morgendlich). Zudem bestimmt die altersentsprechend zu erwartende Diagnose das Vorgehen. Sind keine anatomischen oder funktionellen Veränderungen erkennbar, ist eine metabolische oder zerebrale Genese des Erbrechens auszuschließen.

Grundsätze der Bildgebung

  • Methode der ersten Wahl: Zur Diagnostik einer abdominellen Ursache beim Symptom Erbrechen sollte primär die Sonografie (US) eingesetzt werden (Starker Konsens).
  • Weitere Verfahren: Abdomenübersichtsaufnahme (Rö. ap) und eventuell Kontrastmitteluntersuchungen (z. B. Magen-Darm-Passage [MDP]).
  • Strahlenschutz: Bei Röntgenuntersuchungen und Durchleuchtungen von Kindern ist zwingend das ALARA-Prinzip zu beachten (Starker Konsens).

Diagnostik bei Neugeborenen

Fragestellung / DiagnosePrimäre BildgebungErgänzende Diagnostik / Kommentar
Angeborene ObstruktionRö. ap + USGgf. MDP, Kolonkontrasteinlauf
MalrotationUSGgf. obere MDP mit Spätaufnahme(n)
VolvulusUS + Rö. apGgf. MDP. CAVE: Diagnose bildgebend nicht immer zu sichern!
NEC, SepsisUS; Rö. apGgf. Aufnahme in Linksseitenlage (horizontaler Strahlengang) bei Frage Perforation
Mekonium-PfropfUS + Kolon-EinlaufGgf. verdünntes Rö.-Kontrastmittel. CAVE: Dehydratation

Diagnostik bei Säuglingen und älteren Kindern

Fragestellung / DiagnosePrimäre BildgebungErgänzende Diagnostik / Kommentar
Gastroösophagealer Reflux / Hiatus-HernieUSpH-Metrie; Obere MDP zum Ausschluss einer Hernie
MalrotationUSGgf. obere MDP mit Spätaufnahme; Ggf. MRT
VolvulusUS + Rö. apGgf. MDP. CAVE: Diagnose bildgebend nicht immer zu sichern!
Inkomplette ObstruktionUS; Rö. apGgf. MDP; Ggf. MRT
Hypertrophische PylorusstenoseUS
GastroenteritisUSIn der Regel keine Bildgebung erforderlich
Funktionelle StörungUSAusschluss organischer Ursachen
AchalasieObere MDPMRT
ZNS: HirndruckUS + FKDSMRT

💡Praxis-Tipp

Die Diagnose eines Volvulus lässt sich bildgebend nicht immer sicherstellen. Behalten Sie dies bei der klinischen Einschätzung von Neugeborenen und Säuglingen stets im Hinterkopf und verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Bildgebung.

Häufig gestellte Fragen

Die Sonografie ist laut Leitlinie mit starkem Konsens die Methode der ersten Wahl zur Diagnostik abdomineller Ursachen.
Bei Verdacht auf eine hypertrophische Pylorusstenose bei Säuglingen ist die Sonografie die empfohlene und ausreichende Bildgebung.
Primär kommen Sonografie und eine Abdomenübersichtsaufnahme (Rö. ap) zum Einsatz, ggf. ergänzt durch eine Magen-Darm-Passage. Die Leitlinie warnt jedoch ausdrücklich, dass die Diagnose bildgebend nicht immer zu sichern ist.
In der Regel ist bei einer Gastroenteritis keine Bildgebung erforderlich. Falls doch eine Untersuchung stattfindet, wird die Sonografie angewendet.

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