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Dermatofibrosarkoma Protuberans (DFSP): Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das DFSP ist ein lokal aggressives, aber sehr selten metastasierendes kutanes Sarkom.
  • Die Diagnose wird histologisch (CD34-positiv) und molekularpathologisch (COL1A1-PDGFB-Genfusion) gesichert.
  • Therapie der Wahl ist die chirurgische Exzision mit 1-2 cm Sicherheitsabstand, idealerweise mit 3D-Schnittrandkontrolle.
  • Eine adjuvante Strahlentherapie nach kompletter R0-Resektion wird nicht empfohlen.
  • Bei Inoperabilität oder Metastasierung ist der Multikinase-Inhibitor Imatinib die zugelassene Standardtherapie.
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Hintergrund

Das Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP) ist ein seltener, fibroblastischer Hauttumor und stellt das häufigste kutane Sarkom dar. Es wächst langsam, lokal aggressiv und unterminierend. Eine Metastasierung ist mit unter 1 % der Fälle sehr selten. Das Durchschnittsalter bei Diagnose liegt bei 40 Jahren.

Klinisch zeigt sich meist ein hautfarbener, rötlicher oder bräunlicher, derber Tumor, der im Verlauf Knoten bilden kann. Prädilektionsstellen sind der Körperstamm und die proximalen Extremitäten.

Sonderformen:

  • Fibrosarkomatös transformiertes DFSP (DFSP-FS): Weist eine höhere Metastasierungsrate auf und wird wie ein high-grade Weichgewebssarkom behandelt.
  • Bednar-Tumor: Pigmentierte Variante des DFSP.
  • Riesenzellfibroblastom: Formvariante mit vergleichbaren genetischen Veränderungen.

Diagnostik

Die Diagnose muss zwingend durch eine Biopsie und histopathologische Aufarbeitung gesichert werden.

  • Histologie: Spindelige Tumorzellen in storiformen (bastmattenartigen) Formationen.
  • Immunhistochemie: Typischerweise CD34-positiv.
  • Molekularpathologie: In über 90 % der Fälle liegt eine Translokation t(17;22) mit einer COL1A1-PDGFB-Genfusion vor. Dies führt zu einer kontinuierlichen autokrinen Wachstumsstimulation über den PDGF-Rezeptor.

Zur präoperativen Ausbreitungsdiagnostik können Ultraschall (7,5–10 MHz) oder MRT hilfreich sein.

Chirurgische Therapie

Die Standardtherapie des Primärtumors ist die komplette chirurgische Exzision. Das Risiko für Lokalrezidive hängt maßgeblich vom gewählten Sicherheitsabstand und der histologischen Aufarbeitung ab.

AufarbeitungsverfahrenEmpfohlener SicherheitsabstandBemerkung
3D-Schnittrandkontrolle (z.B. Mohs)Mindestens 1 cmBevorzugtes Verfahren, geringere Rezidivrate
Konventionelle HistologieMindestens 2 cmHöheres Rezidivrisiko bei < 2 cm

Hinweis: Bei fibrosarkomatös transformierten DFSP (DFSP-FS) gelten die chirurgischen Leitlinien für high-grade Weichgewebssarkome. Eine Anbindung an ein Sarkomzentrum wird dringend empfohlen.

Strahlentherapie

Das DFSP ist ein strahlensensibler Tumor. Eine adjuvante Radiatio nach R0-Resektion wird nicht empfohlen.

IndikationGesamtdosisZielsetzung
R1-Resektion (mikroskopischer Rest)60-66 GyKurativ
R2-Resektion (makroskopischer Rest)66-70 GyKurativ
Palliation / Inoperabilität50 GyPalliativ

Medikamentöse Therapie

Bei inoperablen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Tumoren kommt eine zielgerichtete Therapie zum Einsatz. Eine klassische Chemotherapie ist beim gewöhnlichen DFSP nicht wirksam.

WirkstoffDosisIndikationEvidenz / Zulassung
Imatinib400-800 mg/dInoperables/metastasiertes DFSPZugelassen (Ansprechrate ca. 50 %)
SunitinibIndividuellZweitlinie bei Imatinib-ResistenzOff-Label-Use

Neoadjuvanter Ansatz: Imatinib kann zur Tumorverkleinerung vor einer Operation eingesetzt werden (Off-Label-Use). Hierbei wird eine Therapiedauer von mindestens 3 Monaten empfohlen, um ein objektives Tumoransprechen zu erreichen.

Nachsorge

Die Nachsorge dient primär der Früherkennung von Lokalrezidiven.

  • Primärtumorstadium: Klinische Untersuchung alle 6 Monate für mindestens 5 Jahre.
  • Bei Metastasierung: Klinische und apparative Diagnostik (Sonographie, MRT/CT) alle 3 Monate für 2 Jahre, danach halbjährlich für weitere 3 Jahre.
  • DFSP-FS: Nachsorge in Anlehnung an high-grade Weichgewebssarkome über ein Sarkomzentrum.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei der Exzision eines DFSP idealerweise eine 3D-Schnittrandkontrolle (z.B. nach Mohs), da hierbei ein Sicherheitsabstand von 1 cm ausreicht und die Rezidivrate signifikant sinkt. Denken Sie bei inoperablen Befunden an die molekulare Testung, um eine Imatinib-Therapie zu ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

Bei einer 3D-Schnittrandkontrolle reicht 1 cm aus. Bei konventioneller Histologie werden mindestens 2 cm empfohlen.
Nein, eine adjuvante Radiatio nach erfolgreicher R0-Operation wird laut Leitlinie nicht empfohlen.
Bei inoperablen oder metastasierten Tumoren ist der Multikinase-Inhibitor Imatinib (400-800 mg/d) zugelassen. Er zeigt eine Ansprechrate von ca. 50 %.
Sehr selten. Eine Metastasierung tritt in weniger als 1 % der Fälle auf. Eine Ausnahme bildet das fibrosarkomatös transformierte DFSP (DFSP-FS), welches häufiger metastasiert.
Empfohlen werden rein klinische Untersuchungen in halbjährlichen Abständen für mindestens fünf Jahre. Apparative Diagnostik ist nur bei Metastasierung, DFSP-FS oder sehr ausgedehnten Primärtumoren indiziert.

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