Atopisches Ekzem bei Kindern: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das atopische Ekzem (Neurodermitis) ist eine chronisch-entzündliche, juckende Hauterkrankung, die meist in der frühen Kindheit beginnt. Die Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben und geht oft mit einer genetisch bedingten Störung der Hautbarriere einher.

Viele Fälle verbessern sich im Laufe der Kindheit, können aber bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Kinder mit atopischem Ekzem entwickeln häufig im weiteren Verlauf Asthma, allergische Rhinitis oder Nahrungsmittelallergien.

Die Erkrankung kann die Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien erheblich einschränken. Die NICE-Leitlinie CG57 bietet strukturierte Empfehlungen zur Diagnostik, Schweregradeinschätzung und stufenweisen Therapie bei Kindern unter 12 Jahren.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik

Die NICE-Leitlinie empfiehlt die Diagnose eines atopischen Ekzems, wenn ein juckendes Hautbild und mindestens drei der folgenden Kriterien vorliegen:

  • Sichtbare Beugeseitendermatitis (bei Kindern unter 18 Monaten auch an Wangen oder Streckseiten)

  • Anamnestisch bekannte Beugeseitendermatitis

  • Trockene Haut in den letzten 12 Monaten

  • Asthma oder allergische Rhinitis (bei Kindern unter 4 Jahren auch Atopie bei Verwandten ersten Grades)

  • Krankheitsbeginn vor dem 2. Lebensjahr (nicht anwendbar bei Kindern unter 4 Jahren)

Es wird darauf hingewiesen, dass bei asiatischen und schwarzen Kindern häufiger Streckseiten betroffen sind oder diskoide sowie follikuläre Muster auftreten.

Schweregradeinschätzung

Laut Leitlinie wird eine ganzheitliche Beurteilung empfohlen, die sowohl die physische Ausprägung als auch die Lebensqualität berücksichtigt.

SchweregradHautbildEinfluss auf Lebensqualität
KlarNormale Haut, keine aktive EntzündungKeiner
LeichtTrockene Haut, seltener Juckreiz, teils RötungGeringer Einfluss auf Alltag und Schlaf
MittelTrockene Haut, häufiger Juckreiz, Rötung, teils ExkoriationModerater Einfluss, häufig gestörter Schlaf
SchwerAusgedehnte Trockenheit, ständiger Juckreiz, Rötung, Blutung, RissbildungStarke Einschränkung, nächtlicher Schlafverlust

Stufentherapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und folgt einem Stufenschema. Emollientien bilden die Basistherapie und sollten laut Leitlinie auch in erscheinungsfreien Intervallen kontinuierlich angewendet werden.

SchweregradEmpfohlene Therapieoptionen
LeichtEmollientien, milde topische Kortikosteroide
MittelEmollientien, moderate topische Kortikosteroide, topische Calcineurininhibitoren, Verbände
SchwerEmollientien, potente topische Kortikosteroide, topische Calcineurininhibitoren, Verbände, Phototherapie, systemische Therapie

Spezifische Therapiemaßnahmen

Die Leitlinie empfiehlt die großzügige Verschreibung von Leave-on-Emollientien (250 bis 500 g wöchentlich). Von der Verwendung von Emollientien-Badezusätzen wird ausdrücklich abgeraten.

Topische Kortikosteroide sollten gemäß Leitlinie an den Schweregrad angepasst und nur ein- bis zweimal täglich auf aktive Ekzemareale aufgetragen werden. Für Gesicht und Hals werden milde Präparate empfohlen, während potente Kortikosteroide bei Kindern unter 12 Monaten nur unter fachärztlicher Aufsicht eingesetzt werden dürfen.

Orale Antihistaminika werden nicht routinemäßig empfohlen. Bei starkem Juckreiz kann ein einmonatiger Versuch mit nicht-sedierenden Antihistaminika oder bei Schlafstörungen ein 7- bis 14-tägiger Versuch mit sedierenden Antihistaminika während eines akuten Schubs erwogen werden.

Überweisung und Notfälle

Eine sofortige Überweisung an einen Dermatologen wird empfohlen, wenn der Verdacht auf ein Eczema herpeticum besteht.

Eine dringende Überweisung (innerhalb von 2 Wochen) wird angeraten bei:

  • Schwerem Ekzem, das nach einer Woche nicht auf optimale topische Therapie anspricht

  • Therapieversagen bei bakteriell infiziertem Ekzem

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Emollientien-Badezusätze sollen bei Kindern mit atopischem Ekzem nicht verwendet werden.

  • Potente topische Kortikosteroide dürfen bei Kindern unter 12 Monaten nicht ohne fachärztliche dermatologische Aufsicht angewendet werden.

  • Okklusive wirkstoffhaltige Verbände und trockene Bandagen dürfen nicht bei infizierten atopischen Ekzemen eingesetzt werden.

  • Topische Calcineurininhibitoren sollen ohne fachärztlichen Rat nicht unter Okklusion angewendet werden.

  • Diäten auf Basis unmodifizierter Proteine anderer Tierarten (z.B. Ziegen- oder Schafsmilch) werden bei Verdacht auf Kuhmilchallergie nicht empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Verwendung von Emollientien-Badezusätzen, da diese keinen klinischen Zusatznutzen bieten. Stattdessen wird empfohlen, großzügige Mengen (250 bis 500 g wöchentlich) an Leave-on-Emollientien zu verschreiben und diese auch zum Waschen oder als Seifenersatz zu nutzen. Zudem wird betont, dass topische Kortikosteroide auch auf offene, exkoriierte Hautareale aufgetragen werden sollen, sofern diese eine aktive Entzündung aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Diagnose bei einem juckenden Hautbild in Kombination mit drei weiteren Kriterien. Dazu zählen unter anderem eine sichtbare Beugeseitendermatitis, eine Eigen- oder Familienanamnese für Atopie und eine trockene Haut in den letzten 12 Monaten.

Laut Leitlinie werden für das Gesicht und den Hals primär milde topische Kortikosteroide empfohlen. Nur bei schweren Schüben kann kurzzeitig (für 3 bis 5 Tage) ein moderat potentes Präparat erwogen werden.

Ein routinemäßiger Einsatz wird nicht empfohlen. Bei starkem Juckreiz kann ein Versuch mit nicht-sedierenden Antihistaminika erfolgen, während sedierende Präparate kurzzeitig (7 bis 14 Tage) bei starken Schlafstörungen während eines Schubs eingesetzt werden können.

Bei Verdacht auf ein Eczema herpeticum wird der sofortige Beginn einer systemischen Therapie mit Aciclovir empfohlen. Zudem ist eine tagesgleiche Überweisung zur fachärztlichen dermatologischen Beurteilung indiziert.

Bei leichtem atopischem Ekzem wird von routinemäßigen Allergietests abgeraten. Eine Abklärung auf Nahrungsmittelallergien wird empfohlen, wenn unmittelbare Symptome nach Nahrungsaufnahme auftreten oder ein mittelschweres bis schweres Ekzem trotz optimaler Therapie nicht kontrollierbar ist.

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Quelle: Atopic eczema in under 12s: diagnosis and management (NICE, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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