Arthrose: Diagnostik, Therapie und Indikation zur OP

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Arthrose ist die häufigste Form der Arthritis und äußert sich typischerweise durch Gelenkschmerzen und Steifigkeit, insbesondere an Knie, Hüfte, Hand und Fuß. Die Symptome können von leicht und intermittierend bis hin zu anhaltend und schwerwiegend variieren.

Die Prävalenz der Erkrankung nimmt stetig zu, wobei Frauen, ältere Menschen ab 45 Jahren und Personen mit Adipositas besonders häufig betroffen sind. Oftmals liegen Begleiterkrankungen vor, welche die Behandlung und das Management im Alltag komplexer gestalten.

Die NICE-Leitlinie NG226 aktualisiert die Vorgängerversion und fokussiert sich auf die Diagnostik, die nicht-chirurgische Behandlung sowie die Kriterien für eine Überweisung zum Gelenkersatz. Ziel ist es, das Management der Arthrose und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert zentrale Empfehlungen für die strukturierte Versorgung von Personen mit Arthrose.

Diagnostik

Laut Leitlinie wird eine klinische Diagnose ohne Bildgebung empfohlen, wenn die betroffene Person 45 Jahre oder älter ist und belastungsabhängige Gelenkschmerzen aufweist. Zudem darf entweder keine morgendliche Gelenksteifigkeit vorliegen oder diese darf maximal 30 Minuten andauern.

Es wird davon abgeraten, routinemäßig bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung einzusetzen. Eine Ausnahme bilden atypische Merkmale, die auf eine alternative oder zusätzliche Diagnose hindeuten könnten.

Nicht-medikamentöse Therapie

Die Leitlinie betont, dass therapeutisches Training und Gewichtsmanagement die Basisbehandlung der Arthrose darstellen. Es wird empfohlen, allen Betroffenen ein individuell angepasstes therapeutisches Training anzubieten, idealerweise in supervidierten Sitzungen.

Personen mit Übergewicht oder Adipositas sollten laut Leitlinie zu einer Gewichtsreduktion ermutigt werden. Dabei wird hervorgehoben, dass jeder Gewichtsverlust vorteilhaft ist, ein Verlust von 10 % des Körpergewichts jedoch bessere Ergebnisse erzielt als 5 %.

Von Akupunktur, Dry Needling sowie diversen Elektrotherapien (wie TENS oder Ultraschall) wird aufgrund mangelnder Evidenz abgeraten. Manuelle Therapie sollte gemäß Leitlinie nur bei Hüft- oder Kniearthrose und ausschließlich in Kombination mit therapeutischem Training erwogen werden.

Medikamentöse Therapie

Medikamente sollen laut Leitlinie stets begleitend zu nicht-medikamentösen Maßnahmen eingesetzt werden. Es wird die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Zeit empfohlen.

Die Leitlinie bewertet die medikamentösen Optionen wie folgt:

WirkstoffgruppeEmpfehlungIndikation und Anmerkungen
Topische NSAREmpfohlenMittel der Wahl bei Kniearthrose; bei anderen Gelenken zu erwägen.
Orale NSARErwägenWenn topische Therapie unzureichend; stets mit Gastroprotektion (z. B. PPI) kombinieren.
Paracetamol / schwache OpioideNicht routinemäßig empfohlenNur für seltene, kurzzeitige Schmerzlinderung, wenn andere Optionen kontraindiziert sind.
Glucosamin / starke OpioideNicht empfohlenKeine Evidenz für Nutzen bzw. Risiken überwiegen den Nutzen.
Intraartikuläre KortikosteroideErwägenBei Versagen anderer Therapien; bietet nur kurzzeitige Linderung (2-10 Wochen).
Intraartikuläre HyaluronsäureNicht empfohlenKeine Anwendung zur Arthrose-Behandlung.

Überweisung zum Gelenkersatz

Eine Überweisung zum Gelenkersatz (Hüfte, Knie oder Schulter) sollte erwogen werden, wenn die Gelenksymptome die Lebensqualität erheblich einschränken und konservative Maßnahmen unwirksam sind. Die Entscheidung soll laut Leitlinie auf einer klinischen Beurteilung basieren und nicht auf numerischen Scoring-Systemen.

Die Leitlinie stellt ausdrücklich klar, dass Personen nicht aufgrund von Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Begleiterkrankungen oder einem hohen Body-Mass-Index (BMI) von einer Überweisung ausgeschlossen werden dürfen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät von folgenden Maßnahmen zur Behandlung der Arthrose explizit ab:

  • Akupunktur und Dry Needling

  • Elektrotherapien (inklusive TENS, Ultraschall, Lasertherapie und neuromuskulärer elektrischer Stimulation)

  • Glucosamin und starke Opioide

  • Intraartikuläre Hyaluronsäure-Injektionen

  • Arthroskopische Lavage oder Debridement

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie hebt hervor, dass Gelenkschmerzen zu Beginn eines therapeutischen Trainings zunehmen können. Es wird empfohlen, die Betroffenen darüber aufzuklären, dass regelmäßige Bewegung trotz anfänglicher Beschwerden langfristig vorteilhaft für die Gelenke ist. Eine hohe Adhärenz an den Trainingsplan ist entscheidend, um Schmerzen dauerhaft zu reduzieren und die Funktion zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die Diagnose bei Personen ab 45 Jahren mit belastungsabhängigen Schmerzen und fehlender oder kurzer Morgensteifigkeit rein klinisch gestellt. Eine routinemäßige Bildgebung wird nicht empfohlen, es sei denn, es liegen atypische Symptome vor.

Die Leitlinie rät davon ab, Einlagen, Bandagen oder Schienen routinemäßig anzubieten. Sie sollten nur erwogen werden, wenn eine Gelenkinstabilität vorliegt und therapeutisches Training allein nicht ausreicht.

Es wird darauf hingewiesen, dass intraartikuläre Kortikosteroid-Injektionen nur eine kurzfristige Linderung der Symptome bieten. Die Leitlinie gibt hierfür einen Zeitraum von 2 bis 10 Wochen an.

Die Leitlinie stellt klar, dass ein hoher Body-Mass-Index (BMI) oder Adipositas kein Ausschlusskriterium für eine Überweisung zum Gelenkersatz sein darf. Die Entscheidung sollte stets auf einer individuellen klinischen Beurteilung basieren.

Gemäß Leitlinie werden topische oder orale NSAR (wie Ibuprofen) gegenüber Paracetamol bevorzugt. Paracetamol wird nicht routinemäßig empfohlen und sollte nur bei Kontraindikationen für andere Medikamente kurzzeitig eingesetzt werden.

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Quelle: Osteoarthritis in over 16s (NICE, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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