Arterielle Hypertonie: Diagnostik, Therapie & Zielwerte

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DEGAM (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die arterielle Hypertonie ist einer der wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren in der hausärztlichen Praxis. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind essenziell, um Endorganschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Niereninsuffizienz vorzubeugen.

Diese Zusammenfassung basiert auf einer Kurzfassung der DEGAM S3-Leitlinie "Erhöhter Blutdruck" (2023). Sie fokussiert sich auf die hausärztliche Erstdiagnostik, die Festlegung von Zielblutdruckwerten sowie die medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie.

Klinischer Kontext

Arterielle Hypertonie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und betrifft in Deutschland fast ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung. Mit zunehmendem Alter steigt die Prävalenz deutlich an, sodass bei den über 60-Jährigen mehr als die Hälfte betroffen ist.

Die essenzielle Hypertonie ist multifaktoriell bedingt und entsteht durch ein Zusammenspiel aus genetischer Disposition und Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder hohem Salzkonsum. Sekundäre Formen sind seltener und resultieren aus spezifischen Organerkrankungen, beispielsweise Nierenarterienstenosen oder endokrinen Störungen.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck ist ein Hauptrisikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkte, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz. Eine frühzeitige Erkennung und konsequente Behandlung sind essenziell, um Endorganschäden wie die hypertensive Nephropathie oder Retinopathie zu verhindern.

Die Diagnose basiert auf wiederholten, standardisierten Blutdruckmessungen in der Praxis oder durch eine 24-Stunden-Langzeitblutdruckmessung. Ergänzend erfolgt eine Basisdiagnostik zur Erfassung von kardiovaskulären Risikofaktoren und bereits bestehenden Endorganschäden mittels Labor, EKG und Urinuntersuchung.

Wissenswertes

Von einer arteriellen Hypertonie spricht man im Allgemeinen, wenn der systolische Blutdruck bei wiederholten Messungen in der Praxis bei 140 mmHg oder höher liegt. Der diastolische Wert muss dabei 90 mmHg oder mehr betragen.

Eine sekundäre Hypertonie sollte bei sehr jungen Patienten, plötzlicher Entgleisung oder therapieresistentem Bluthochdruck bedacht werden. Häufige Ursachen sind renale Erkrankungen, das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom oder endokrine Störungen wie der primäre Hyperaldosteronismus.

Zur initialen medikamentösen Therapie werden häufig ACE-Hemmer, Sartane, Calciumkanalblocker oder Thiaziddiuretika eingesetzt. Oft ist frühzeitig eine Zweifachkombination erforderlich, um die Zielwerte effektiv und nebenwirkungsarm zu erreichen.

Die 24-Stunden-Blutdruckmessung dient der Bestätigung der Diagnose und dem Ausschluss einer Weißkittelhypertonie. Zudem ist sie hilfreich zur Beurteilung des nächtlichen Blutdruckabfalls und der Therapiekontrolle.

Eine hypertensive Krise ist durch einen massiv erhöhten Blutdruck ohne akute Endorganschäden gekennzeichnet. Kommen jedoch Symptome wie Angina pectoris, neurologische Ausfälle oder akute Atemnot hinzu, handelt es sich um einen hypertensiven Notfall, der eine sofortige stationäre Behandlung erfordert.

Bei älteren und gebrechlichen Patienten werden die Blutdruckzielwerte oft individueller und etwas großzügiger festgelegt. Im Vordergrund steht die Vermeidung von Nebenwirkungen wie Schwindel oder Stürzen durch eine zu aggressive Senkung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die Bedeutung von Single-Pill-Kombinationen zur Steigerung der Patientenadhärenz. Zudem wird darauf hingewiesen, bei einer Therapieresistenz unter drei Antihypertensiva oder bei einer unerklärlichen Hypokaliämie stets an sekundäre Hypertonieformen (wie den Hyperaldosteronismus) zu denken.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfolgt die Diagnose durch wiederholte Blutdruckmessungen in der Praxis. Ergänzend oder alternativ wird eine ambulante Langzeitblutdruckmessung (ABDM) empfohlen.

Die DEGAM empfiehlt primär einen Zielblutdruck von unter 140/90 mmHg. Wenn die Therapie gut vertragen wird, sollte laut Leitlinie ein strengerer Zielwert von unter 130/80 mmHg angestrebt werden.

Für den Therapiebeginn wird eine Kombinationstherapie empfohlen. Diese besteht laut Leitlinie aus einem ACE-Hemmer oder Sartan kombiniert mit einem Calcium-Antagonisten oder einem Diuretikum.

Bei einer Therapieresistenz unter einer Triple-Therapie wird eine Erweiterung der Medikation empfohlen. Die Leitlinie nennt hierfür die zusätzliche Gabe von Spironolacton in einer Dosierung von 25 bis 50 mg.

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Quelle: DEGAM S3-Leitlinie Erhöhter Blutdruck (DEGAM, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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