Antithrombotische Therapie: TAVI, MitraClip und DAPT
Hintergrund
Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) fasst den aktuellen Erkenntnisstand zur antithrombotischen Therapie nach strukturellen kardialen Interventionen zusammen.
Ziel ist die Reduktion ischämischer und embolischer Ereignisse bei gleichzeitiger Minimierung des Blutungsrisikos.
Da randomisierte Studien für viele dieser Eingriffe fehlen, basieren die Empfehlungen häufig auf Beobachtungsdaten und Expertenkonsens.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermeidung von Device-assoziierten Thrombosen (DRT), für die spezifische Screening- und Behandlungsalgorithmen definiert werden.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Paradigmenwechsel der Leitlinie ist der Verzicht auf eine routinemäßige duale antithrombozytäre Therapie nach TAVI zugunsten einer Monotherapie. Zudem wird nachdrücklich auf die Wichtigkeit einer echokardiographischen Kontrolle (TEE) nach 3 Monaten bei PFO-, ASD- und LAA-Verschlüssen hingewiesen. Es wird betont, dass Device-assoziierte Thrombosen keine harmlose Nebendiagnose sind, sondern eine zwingende Indikation zur Therapieeskalation darstellen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird bei Patienten ohne zusätzliche Indikation (wie eine kürzliche Stentimplantation) nach einer TAVI keine duale Plättchenhemmung mehr empfohlen. Es wird stattdessen eine Monotherapie mit ASS oder Clopidogrel angeraten.
Nach Edge-to-edge-Verfahren an der Mitralklappe wird bei Patienten ohne Indikation zur oralen Antikoagulation eine duale Plättchenhemmung für 1 bis 3 Monate empfohlen. Danach sollte eine Monotherapie mit ASS für mindestens 6 Monate erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt bei einer DRT unter Plättchenhemmung die Umstellung auf eine orale Antikoagulation für mindestens 3 Monate. Tritt die Thrombose bereits unter Antikoagulation auf, wird die zusätzliche Gabe eines Thrombozytenhemmers oder eine Erhöhung des Ziel-INR empfohlen.
Standardmäßig wird nach einem Vorhofohrverschluss eine duale Plättchenhemmung für 3 Monate empfohlen, gefolgt von einer Monotherapie. Bei extrem hohem Blutungsrisiko kann laut Leitlinie auch primär eine Monotherapie erwogen werden.
Bei Patienten mit einer vorbestehenden Indikation zur oralen Antikoagulation (z.B. Vorhofflimmern) wird der Einsatz von NOAKs nach TAVI als prinzipiell sinnvoll erachtet. Die Leitlinie verweist auf Daten, die ein niedrigeres Blutungsrisiko im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten zeigen.
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Quelle: Antithrombotische Therapie nach strukturellen kardialen Interventionen Empfehlung der Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Hämostase und Antithrombotische (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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