Antiemese bei Tumortherapie: Prophylaxe und Dosierung
Hintergrund
Die Onkopedia-Leitlinie befasst sich mit der Prophylaxe und Therapie von Übelkeit und Erbrechen bei medikamentöser Tumortherapie. Diese Symptome gehören zu den am stärksten belastenden Nebenwirkungen in der Onkologie.
Laut Leitlinie werden empirisch drei Formen unterschieden: akut (innerhalb von 24 Stunden), verzögert (später als 24 Stunden bis zu 5 Tage) und antizipatorisch (ausgelöst durch externe oder psychische Faktoren).
Das Risiko für das Auftreten wird primär durch das emetogene Potenzial der Tumortherapie bestimmt. Zusätzlich spielen patientenindividuelle Faktoren wie weibliches Geschlecht, jüngeres Alter, Reisekrankheit oder geringer Alkoholkonsum eine Rolle.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass Aprepitant, Fosaprepitant und Netupitant moderate Inhibitoren von CYP3A4 sind. Bei kombinierter Anwendung mit Dexamethason (in der 20-mg-Dosierung) muss die Dexamethason-Dosis halbiert werden, um erhöhte Steroidspiegel zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die wichtigste Maßnahme ist laut Leitlinie die Vermeidung von Übelkeit beim ersten Therapiezyklus durch eine optimale medikamentöse Prophylaxe. Zusätzlich werden Verhaltenstherapie und die Gabe von Benzodiazepinen empfohlen.
Bei einer Therapie mit Carboplatin (AUC ≥ 4) wird eine intensivierte Prophylaxe empfohlen. Diese besteht aus einem 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten, einem NK1-Rezeptor-Antagonisten und Dexamethason.
Olanzapin wird in der Primärprophylaxe bei hoch emetogener Chemotherapie als Teil einer Vierfachkombination empfohlen. Zudem ist es eine hochwirksame Option in der Zweitlinientherapie bei rezidivierendem Erbrechen.
Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem weibliches Geschlecht, jüngeres Alter, eine Neigung zur Reisekrankheit sowie Ängstlichkeit. Ein chronischer Alkoholkonsum senkt hingegen das Risiko für Übelkeit und Erbrechen.
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Quelle: Antiemese bei medikamentöser Tumortherapie (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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