Sartane und Krebsrisiko: BfArM-Sicherheitswarnung
Hintergrund
Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten (Sartane) sind eine etablierte Wirkstoffklasse zur Behandlung der arteriellen Hypertonie und Herzinsuffizienz. In Deutschland sind verschiedene Wirkstoffe aus dieser Gruppe zugelassen, darunter Candesartan, Eprosartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan, Telmisartan und Valsartan.
Diese Zusammenfassung basiert auf einer Sicherheitsinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2010. Anlass der Bewertung war eine im Fachjournal "Lancet Oncology" publizierte Metaanalyse von Sipahi et al., die einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Sartanen und Krebserkrankungen untersuchte.
Die zugrundeliegende Metaanalyse schloss neun randomisierte kontrollierte klinische Studien mit insgesamt 94.570 Patienten ein. Die Beobachtungszeit umfasste mindestens 12 Monate, wobei die Therapiedauer in den Studien zwischen 1,7 und 4,8 Jahren lag.
Empfehlungen
Das BfArM formuliert basierend auf der Bewertung der Studienergebnisse folgende Kernaussagen:
Bewertung des Krebsrisikos
Laut BfArM zeigte die Metaanalyse ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten neuer Krebsfälle unter Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten im Vergleich zu Placebo oder einer Vergleichstherapie. Die Inzidenz lag bei 7,2 % versus 6,0 % (Risikoverhältnis 1,08).
Das Risiko für krebsbedingte Todesfälle war in den ausgewerteten Studien jedoch nicht signifikant erhöht. Hier lagen die Raten bei 1,8 % unter Sartanen im Vergleich zu 1,6 % in der Kontrollgruppe.
Methodische Einschränkungen
Das BfArM weist auf methodische Schwächen der publizierten Metaanalyse hin. Daraus ergeben sich folgende behördliche Einschätzungen:
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Die Ergebnisse der Metaanalyse besitzen nur eine begrenzte Aussagekraft.
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Der Verdacht auf ein erhöhtes Krebsrisiko bedarf einer weiteren Abklärung.
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Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und das BfArM bewerten die aktuellen Studienergebnisse fortlaufend.
Klinische Konsequenzen
Für die ärztliche Praxis und die Patientenversorgung betont das BfArM folgende Punkte:
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Das Nutzen-Schaden-Verhältnis der Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten wird insgesamt weiterhin als positiv bewertet.
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Ein eigenmächtiges Beenden der Einnahme durch den Patienten ohne vorherige ärztliche Beratung wird nicht empfohlen.
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Bei Fragen zur Fortführung oder Änderung der antihypertensiven Behandlung sollte stets ärztlicher Rat eingeholt werden.
💡Praxis-Tipp
Das BfArM betont, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten trotz der diskutierten Metaanalyse weiterhin als positiv eingestuft wird. Es wird darauf hingewiesen, dass die vorliegenden Daten zum Krebsrisiko aufgrund methodischer Schwächen nur eine begrenzte Aussagekraft besitzen und eine Therapieänderung nicht überstürzt, sondern nur nach individueller ärztlicher Abwägung erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut einer vom BfArM bewerteten Metaanalyse aus dem Jahr 2010 zeigte sich ein leicht erhöhtes Risiko für neue Krebsfälle (7,2 % vs. 6,0 %). Das BfArM stuft die Aussagekraft dieser Daten jedoch aufgrund methodischer Schwächen als begrenzt ein.
In den vom BfArM zitierten Studiendaten war das Risiko für Todesfälle durch Krebserkrankungen nicht signifikant erhöht. Die Raten lagen bei 1,8 % unter Sartanen im Vergleich zu 1,6 % in der Kontrollgruppe.
Das BfArM bewertet das Nutzen-Schaden-Verhältnis von Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten weiterhin als positiv. Es wird darauf hingewiesen, dass die Therapie nicht ohne ärztliche Beratung beendet oder geändert werden sollte.
Gemäß der BfArM-Information von 2010 umfassen die in Deutschland zugelassenen Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten Candesartan, Eprosartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan, Telmisartan und Valsartan.
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Quelle: Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten: BfArM und die Europäische Arzneimittelagentur bewerten Studienergebnisse zum Risiko von Krebserkrankungen (BfArM, 2010). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.