Amivantamab + Lazertinib: NSCLC-Erstlinie und Therapie
Hintergrund
Die IQWiG-Nutzenbewertung A25-08 untersucht den Zusatznutzen von Amivantamab in Kombination mit Lazertinib. Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinienbehandlung von erwachsenen Personen mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).
Voraussetzung für die Therapie ist das Vorliegen von epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Afatinib (nur bei Exon-19-Deletion) oder Osimertinib festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der MARIPOSA-Studie, in der die Kombinationstherapie direkt mit Osimertinib verglichen wurde.
Empfehlungen
Gesamtüberleben und Alterseffekte
Laut IQWiG zeigt sich beim Gesamtüberleben eine deutliche Effektmodifikation durch das Alter.
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Für Personen unter 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, da ein positiver Effekt mit erheblichem Ausmaß beim Gesamtüberleben vorliegt.
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Für Personen ab 65 Jahren ist ein Zusatznutzen nicht belegt, stattdessen ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Nebenwirkungen und Schadenspotenzial
Die Nutzenbewertung stellt in der Endpunktkategorie der Nebenwirkungen ausschließlich negative Effekte fest. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Amivantamab in Kombination mit Lazertinib gegenüber Osimertinib.
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Häufigeres Auftreten von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUEs) und schweren Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ab 3).
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Häufigere Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen.
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Vermehrtes Auftreten spezifischer Ereignisse wie venöse Thromboembolien, Hauterkrankungen, Paronychien und Augenerkrankungen.
Morbidität und Lebensqualität
Für die Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen laut Bericht keine geeigneten Daten vor. Daher kann hieraus kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet werden.
Dosierung
Die Dosierung von Amivantamab erfolgt intravenös und ist gewichtsabhängig, während Lazertinib oral eingenommen wird.
| Medikament | Dosis | Applikation | Frequenz |
|---|---|---|---|
| Amivantamab (< 80 kg) | 1050 mg | intravenös | Zyklus 1: wöchentlich, ab Zyklus 2: alle 2 Wochen |
| Amivantamab (>= 80 kg) | 1400 mg | intravenös | Zyklus 1: wöchentlich, ab Zyklus 2: alle 2 Wochen |
| Lazertinib | 240 mg | oral | 1-mal täglich |
Kontraindikationen
Laut Fachinformationen bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.
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Anwendung während der Schwangerschaft, es sei denn, der Nutzen für die Frau überwiegt die potenziellen Risiken für den Fetus.
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Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis 3 Monate nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist auf ein erhöhtes Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse (VTE) unter der Kombinationstherapie hin. Es wird in den Fachinformationen eine prophylaktische Antikoagulation ab dem Zeitpunkt der Therapieinitiierung gefordert. Zudem wird eine Prämedikation zur Vermeidung von infusionsbedingten Reaktionen vor der Amivantamab-Gabe empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bewertung zeigt sich bei Personen ab 65 Jahren kein Zusatznutzen für das Gesamtüberleben. Aufgrund der vermehrten Nebenwirkungen ergibt sich für diese Altersgruppe insgesamt ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zu Osimertinib.
Der Bericht dokumentiert ein signifikant höheres Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse im Vergleich zur Monotherapie mit Osimertinib. Dazu zählen insbesondere venöse Thromboembolien, infusionsbedingte Reaktionen, Hauterkrankungen wie Paronychien sowie Augenerkrankungen.
Es wird vorausgesetzt, dass vor Therapiebeginn eine EGFR-Mutation (Exon-19-Deletion oder Exon-21-L858R-Substitution) durch einen validierten Test nachgewiesen wird. Die Testung erfolgt bevorzugt an Tumorgewebe.
Die Dosierung von Amivantamab richtet sich nach dem Körpergewicht zu Behandlungsbeginn. Bei einem Gewicht unter 80 kg werden 1050 mg verabreicht, ab 80 kg beträgt die Dosis 1400 mg.
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Quelle: IQWiG A25-08: Amivantamab (NSCLC, Erstlinie, Kombination mit Lazertinib) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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