Alpelisib: Nutzen und Nebenwirkungen bei Mammakarzinom
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A20-81 bewertet den Zusatznutzen von Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant. Die Bewertung bezieht sich auf postmenopausale Frauen und Männer mit einem HR-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom.
Voraussetzung für die Therapie ist das Vorliegen einer PIK3CA-Mutation. Zudem muss die Erkrankung nach einer vorherigen endokrinen Therapie als Monotherapie fortgeschritten sein.
Der Bericht unterscheidet vier verschiedene Therapiesituationen, abhängig vom Geschlecht und der Therapielinie. Es wird zwischen der Erstlinientherapie und der Zweit- sowie Folgelinientherapie im fortgeschrittenen Stadium differenziert.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Postmenopausale Frauen
Für postmenopausale Frauen zeigt die Bewertung sowohl in der Erstlinie als auch in der Zweit- und Folgelinie einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant.
Dieses Ergebnis begründet sich laut Bericht durch folgende negative Effekte:
-
Ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs).
-
Ein Hinweis auf einen erheblich höheren Schaden durch schwere Nebenwirkungen (CTCAE-Grad 3/4).
-
Ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse.
Zudem liegen für die Endpunkte Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität keine verwertbaren Auswertungen vor. Beim Gesamtüberleben konnte kein Vorteil nachgewiesen werden.
Männliche Patienten
Für Männer in der Erst- sowie in der Zweit- und Folgelinientherapie liegen keine Studiendaten vor. In die zugrundeliegende Studie wurde lediglich ein männlicher Patient eingeschlossen.
Daher ist ein Zusatznutzen von Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant für diese Patientengruppen nicht belegt.
Dosierung
Die Fachinformation gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die Kombinationstherapie vor:
| Medikament | Dosis | Anwendung |
|---|---|---|
| Alpelisib | 300 mg (2x 150 mg) | 1-mal täglich, kontinuierliche orale Einnahme |
| Fulvestrant | 500 mg | intramuskulär an Tag 1, 15 und 29, danach 1-mal monatlich |
Es werden laut Dokument höchstens zwei Dosisreduktionen für Alpelisib empfohlen, um die Verträglichkeit bei Toxizitäten zu verbessern. Danach sollte die Therapie dauerhaft abgebrochen werden.
Kontraindikationen
Das Dokument nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.
-
Vorsicht ist geboten bei Personen mit schwerer Nierenfunktionsstörung, da hierzu keine Erfahrungen vorliegen.
-
Für Personen im Alter von über 75 Jahren und insbesondere über 85 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor.
Zudem sind Maßnahmen zur Risikominimierung hinsichtlich folgender Nebenwirkungen vorgesehen:
-
Hyperglykämien
-
Pneumonitis
-
Schwere kutane Reaktionen
-
Osteonekrosen des Kiefers
Es wird auf ein erhebliches Interaktionspotenzial hingewiesen. Dies betrifft insbesondere Inhibitoren und Induktoren von CYP3A4, CYP2C9 sowie BCRP.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass unter der Therapie mit Alpelisib häufig schwere Nebenwirkungen wie Hyperglykämien und Hauterkrankungen auftreten. Es wird darauf hingewiesen, dass diese unerwünschten Ereignisse oft zu einem frühen Zeitpunkt im Behandlungsverlauf zu einem Therapieabbruch führen. Eine engmaschige klinische und laborchemische Überwachung wird daher als essenziell beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bewertung zeigt Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant bei postmenopausalen Frauen einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen. Dies liegt an den deutlich erhöhten Raten für schwere Nebenwirkungen und Therapieabbrüche bei fehlendem Nachweis eines Überlebensvorteils.
Der Wirkstoff wird bei Vorliegen einer PIK3CA-Mutation im Tumorgewebe eingesetzt. Der Nachweis dieser Mutation ist vor Therapiebeginn zwingend erforderlich.
Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg Alpelisib einmal täglich als kontinuierliche orale Einnahme. Es wird in Kombination mit intramuskulärem Fulvestrant verabreicht.
Der Bericht stellt fest, dass für männliche Patienten keine ausreichenden Studiendaten vorliegen. Ein Zusatznutzen ist für diese Gruppe daher nicht belegt.
Die Bewertung verweist auf schwere unerwünschte Ereignisse als Hauptgrund für Therapieabbrüche. Dazu zählen insbesondere Hyperglykämien und schwere kutane Reaktionen.
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Quelle: IQWiG A20-81: Alpelisib (Mammakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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