IQWiG2020Onkologie

Alpelisib: Nutzen und Nebenwirkungen bei Mammakarzinom

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-81 bewertet den Zusatznutzen von Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant. Die Bewertung bezieht sich auf postmenopausale Frauen und Männer mit einem HR-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom.

Voraussetzung für die Therapie ist das Vorliegen einer PIK3CA-Mutation. Zudem muss die Erkrankung nach einer vorherigen endokrinen Therapie als Monotherapie fortgeschritten sein.

Der Bericht unterscheidet vier verschiedene Therapiesituationen, abhängig vom Geschlecht und der Therapielinie. Es wird zwischen der Erstlinientherapie und der Zweit- sowie Folgelinientherapie im fortgeschrittenen Stadium differenziert.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie:

Postmenopausale Frauen

Für postmenopausale Frauen zeigt die Bewertung sowohl in der Erstlinie als auch in der Zweit- und Folgelinie einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant.

Dieses Ergebnis begründet sich laut Bericht durch folgende negative Effekte:

  • Ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs).

  • Ein Hinweis auf einen erheblich höheren Schaden durch schwere Nebenwirkungen (CTCAE-Grad 3/4).

  • Ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse.

Zudem liegen für die Endpunkte Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität keine verwertbaren Auswertungen vor. Beim Gesamtüberleben konnte kein Vorteil nachgewiesen werden.

Männliche Patienten

Für Männer in der Erst- sowie in der Zweit- und Folgelinientherapie liegen keine Studiendaten vor. In die zugrundeliegende Studie wurde lediglich ein männlicher Patient eingeschlossen.

Daher ist ein Zusatznutzen von Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant für diese Patientengruppen nicht belegt.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die Kombinationstherapie vor:

MedikamentDosisAnwendung
Alpelisib300 mg (2x 150 mg)1-mal täglich, kontinuierliche orale Einnahme
Fulvestrant500 mgintramuskulär an Tag 1, 15 und 29, danach 1-mal monatlich

Es werden laut Dokument höchstens zwei Dosisreduktionen für Alpelisib empfohlen, um die Verträglichkeit bei Toxizitäten zu verbessern. Danach sollte die Therapie dauerhaft abgebrochen werden.

Kontraindikationen

Das Dokument nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Vorsicht ist geboten bei Personen mit schwerer Nierenfunktionsstörung, da hierzu keine Erfahrungen vorliegen.

  • Für Personen im Alter von über 75 Jahren und insbesondere über 85 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor.

Zudem sind Maßnahmen zur Risikominimierung hinsichtlich folgender Nebenwirkungen vorgesehen:

  • Hyperglykämien

  • Pneumonitis

  • Schwere kutane Reaktionen

  • Osteonekrosen des Kiefers

Es wird auf ein erhebliches Interaktionspotenzial hingewiesen. Dies betrifft insbesondere Inhibitoren und Induktoren von CYP3A4, CYP2C9 sowie BCRP.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass unter der Therapie mit Alpelisib häufig schwere Nebenwirkungen wie Hyperglykämien und Hauterkrankungen auftreten. Es wird darauf hingewiesen, dass diese unerwünschten Ereignisse oft zu einem frühen Zeitpunkt im Behandlungsverlauf zu einem Therapieabbruch führen. Eine engmaschige klinische und laborchemische Überwachung wird daher als essenziell beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung zeigt Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant bei postmenopausalen Frauen einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen. Dies liegt an den deutlich erhöhten Raten für schwere Nebenwirkungen und Therapieabbrüche bei fehlendem Nachweis eines Überlebensvorteils.

Der Wirkstoff wird bei Vorliegen einer PIK3CA-Mutation im Tumorgewebe eingesetzt. Der Nachweis dieser Mutation ist vor Therapiebeginn zwingend erforderlich.

Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg Alpelisib einmal täglich als kontinuierliche orale Einnahme. Es wird in Kombination mit intramuskulärem Fulvestrant verabreicht.

Der Bericht stellt fest, dass für männliche Patienten keine ausreichenden Studiendaten vorliegen. Ein Zusatznutzen ist für diese Gruppe daher nicht belegt.

Die Bewertung verweist auf schwere unerwünschte Ereignisse als Hauptgrund für Therapieabbrüche. Dazu zählen insbesondere Hyperglykämien und schwere kutane Reaktionen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A20-81: Alpelisib (Mammakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.