Akutes Koronarsyndrom (ACS): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die schottische SIGN-Leitlinie 148 befasst sich mit der Akutversorgung des akuten Koronarsyndroms (ACS). Der abgedeckte Zeitraum erstreckt sich von den ersten 12 Stunden nach Symptombeginn bis zur Krankenhausentlassung.
Das ACS umfasst ein klinisches Spektrum von der instabilen Angina pectoris bis zum transmuralen Myokardinfarkt. Eine schnelle und präzise Diagnostik ist entscheidend, da viele lebensrettende Interventionen stark zeitabhängig sind.
Die Leitlinie fokussiert sich auf die initiale medikamentöse Therapie, Reperfusionsstrategien und die Risikostratifizierung. Langzeittherapien werden nur insoweit behandelt, als sie bereits während des initialen Krankenhausaufenthalts eingeleitet werden müssen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie rät explizit vom routinemäßigen Einsatz einer manuellen Thrombektomie während einer primären PCI ab, da große Studien keinen klinischen Nutzen belegen konnten. Ebenso wird betont, dass direkte orale Antikoagulanzien (wie Rivaroxaban, Apixaban oder Dabigatran) nicht zusätzlich zur dualen Plättchenhemmung verabreicht werden sollten, da sich das Risiko für schwere Blutungen signifikant erhöht.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollte der radiale Zugangsweg gegenüber dem femoralen Zugang bevorzugt werden. Dies begründet sich durch ein signifikant geringeres Risiko für schwere Blutungen und kardiovaskuläre Ereignisse.
Es wird standardmäßig eine Therapiedauer von sechs Monaten empfohlen. Je nach individuellem Blutungs- und Ischämierisiko kann diese Dauer laut Leitlinie verkürzt oder verlängert werden.
Die Leitlinie empfiehlt eine sofortige Thrombolyse, wenn eine primäre PCI nicht innerhalb von 120 Minuten nach der EKG-Diagnose durchgeführt werden kann. Hierbei sollten fibrinspezifische Wirkstoffe als Bolus bevorzugt werden.
Zur Identifikation von Personen, die von einer frühen invasiven Diagnostik profitieren, wird der GRACE-Score empfohlen. Dieser weist laut Leitlinie die höchste Vorhersagekraft für das klinische Outcome auf.
Nein, die Leitlinie rät von einem routinemäßigen Einsatz ab. Sie sollten nur zum Zeitpunkt einer PCI bei hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse oder bei unzureichender Vorbehandlung mit dualer Plättchenhemmung erwogen werden.
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Quelle: SIGN 148: Acute Coronary Syndrome (SIGN, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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