Akute Traumafolgen: Diagnostik und Frühintervention
Hintergrund
Die vorliegende S2k-Leitlinie der AWMF behandelt die psychologische und psychotherapeutische Versorgung nach einem traumatischen Ereignis. Der Fokus liegt auf der Akutphase von bis zu drei Monaten nach dem Vorfall.
Als traumatisch gelten Ereignisse, die eine außergewöhnliche Belastung oder extreme Bedrohung darstellen. Dazu zählen unter anderem schwere Unfälle, körperliche oder sexuelle Gewalt sowie Naturkatastrophen.
Die Reaktionen auf ein solches Ereignis reichen von kurz andauernden Belastungsreaktionen bis hin zu akuten Traumafolgestörungen. Das Dokument betont, dass akute Traumafolgesymptome oft Ausdruck eines natürlichen Anpassungsprozesses sind.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass akute Traumafolgesymptome in den ersten Tagen oft Ausdruck eines natürlichen Bewältigungsprozesses sind und eine vorschnelle Pathologisierung durch aufklärende Psychoedukation vermieden werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Traumafokussierte Kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT) als spezifische Frühintervention. Diese umfasst unter anderem Psychoedukation und Stressbewältigung.
Es wird empfohlen, mit dem Einsatz von Psychopharmaka zunächst zuzuwarten, sofern keine akute Suizidalität vorliegt. Ein Einsatz kann erwogen werden, wenn psychologische Maßnahmen keine Besserung zeigen.
Laut Leitlinie soll ein einmaliges Debriefing mit Durcharbeiten der traumatischen Erfahrung nicht als Frühintervention angeboten werden.
Es wird empfohlen, den psychischen Befund, die äußere Sicherheit, Risikofaktoren und Ressourcen zu erheben. Zudem muss zwingend eine mögliche Selbst- oder Fremdgefährdung beurteilt werden.
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Quelle: S3-Leitlinie Behandlung von Adipositas (AWMF, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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