Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): S3-Leitlinie
Hintergrund
Die S3-Leitlinie der DGPPN (AWMF-Reg.-Nr. 155-001) behandelt die Diagnostik und Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bei Erwachsenen. Eine PTBS ist eine psychische Erkrankung, die als Folge lebensbedrohlicher oder extrem belastender Ereignisse wie Krieg, Gewalt, Naturkatastrophen oder schwerer Krankheiten auftritt.
Auch Personen, die traumatische Situationen lediglich beobachtet haben, können eine PTBS entwickeln. Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind jährlich von dieser Erkrankung betroffen.
Typische Symptome umfassen das wiederholte Durchleben des Traumas (Flashbacks), Vermeidungsverhalten, emotionale Taubheit sowie eine ständige Alarmbereitschaft. Häufig treten Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen auf.
Empfehlungen
Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt bei Verdacht auf eine PTBS eine ausführliche Anamnese durch ärztliches oder psychotherapeutisches Fachpersonal. Im diagnostischen Gespräch sollen typische Beschwerden, die Lebenssituation, Begleiterkrankungen sowie das traumatische Erlebnis erfasst werden.
Zur weiteren Abklärung wird der ergänzende Einsatz von standardisierten Fragebögen oder Tests empfohlen.
Psychotherapie
Als Behandlung der ersten Wahl wird eine Trauma-fokussierte Psychotherapie empfohlen. Die Leitlinie hebt hervor, dass diese Form der Psychotherapie die Beschwerden am wirksamsten lindert und allen Betroffenen angeboten werden soll.
Zu den empfohlenen Verfahren gehören:
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Trauma-fokussierte Kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT)
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Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)
Medikamentöse Therapie
Psychopharmaka sollen laut Leitlinie nicht als Erstbehandlung eingesetzt werden. Von einer alleinigen medikamentösen Therapie wird abgeraten, da diese weniger wirksam ist als eine Psychotherapie.
Wenn eine medikamentöse Behandlung erwogen wird, sollen bevorzugt folgende Wirkstoffe angeboten werden:
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Sertralin
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Paroxetin
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Venlafaxin
Ergänzende Verfahren
Zusätzliche Therapieformen wie Ergotherapie, Kunsttherapie oder Körpertherapie können die Behandlung ergänzen. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass für diese Verfahren unzureichende Daten zur Wirksamkeit vorliegen.
Kontraindikationen
Die Leitlinie rät ausdrücklich von der Verordnung von Benzodiazepinen ab.
Diese Schlaf- und Beruhigungsmittel bewirken bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung keine Heilung. Es wird gewarnt, dass Benzodiazepine in diesem Kontext mehr schaden als nutzen können.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, Psychopharmaka als alleinige Therapie oder als Erstbehandlung bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung einzusetzen. Es wird betont, dass eine Trauma-fokussierte Psychotherapie die wirksamste Intervention darstellt und Medikamenten überlegen ist. Zudem wird ausdrücklich auf die potenziell schädliche Wirkung von Benzodiazepinen bei diesem Krankheitsbild hingewiesen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist die Trauma-fokussierte Psychotherapie die wirksamste Behandlungsmethode. Dazu zählen insbesondere die Trauma-fokussierte Kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT) und die EMDR-Methode.
Die Leitlinie rät von einer alleinigen medikamentösen Behandlung ab und empfiehlt Psychopharmaka nicht als Erstlinientherapie. Falls Medikamente ergänzend eingesetzt werden, sollten Sertralin, Paroxetin oder Venlafaxin angeboten werden.
Es wird ausdrücklich von der Gabe von Benzodiazepinen abgeraten. Die Leitlinie warnt, dass diese Medikamente bei einer PTBS keine Heilung bewirken und mehr schaden als nutzen können.
Ja, die Leitlinie stellt klar, dass auch Menschen erkranken können, die eine traumatische Situation nicht selbst erlebt, sondern lediglich beobachtet haben.
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Quelle: S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) (DGPPN, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.