Akute Pyelonephritis: Ceftolozan/Tazobactam Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-29 bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Ceftolozan/Tazobactam. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit akuter Pyelonephritis.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine patientenindividuelle antibiotische Therapie festgelegt. Diese soll das lokale Erregerspektrum, Resistenzprofile und die Erregersensibilität nach Vorliegen eines Antibiogramms berücksichtigen.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung Daten aus der Phase-III-Studie PN006 sowie In-vitro-Daten ein. Das Institut überprüfte diese Unterlagen auf ihre methodische Eignung zur Beantwortung der Fragestellung.

Empfehlungen

Bewertung der klinischen Daten

Laut Bericht ist die vorgelegte Studie PN006 für die Ableitung eines Zusatznutzens nicht geeignet. In der Studie wurde Ceftolozan/Tazobactam ausschließlich mit Levofloxacin verglichen.

Die Bewertung zeigt, dass der Einsatz von Levofloxacin als alleiniger Komparator die Kriterien einer patientenindividuellen Therapie nicht erfüllt. Dies betrifft sowohl die kalkulierte als auch die gezielte Therapie nach Vorliegen eines Antibiogramms.

Kritik an der Komparator-Wahl

Es wird bemängelt, dass in der Studie bei Vorliegen von Levofloxacin-Resistenzen häufig kein leitliniengerechter Wechsel der Medikation erfolgte. Zudem fand keine Umstellung von einer intravenösen auf eine orale Therapie statt, sobald sich die Symptomatik besserte.

Bewertung der In-vitro-Daten

Die zusätzlich eingereichten In-vitro-Daten (Untersuchung Kresken 2019) werden vom Institut ebenfalls als ungeeignet eingestuft. Es wurden nicht alle vom G-BA benannten Wirkstoffe der Vergleichstherapie berücksichtigt.

Zudem fehlen laut Bewertung Empfindlichkeitsmessungen gegenüber Wirkstoffkombinationen. Die Daten zeigen, dass für jeden untersuchten Erreger mindestens ein anderer Wirkstoff als Behandlungsoption wirksam war.

Fazit zum Zusatznutzen

Zusammenfassend liegen keine geeigneten Daten für einen Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Daher ergibt sich aus dem Bericht kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Ceftolozan/Tazobactam bei akuter Pyelonephritis. Der Zusatznutzen gilt somit als nicht belegt.

Dosierung

Die in der bewerteten Studie (PN006) eingesetzten Dosierungen für die intravenöse Therapie der akuten Pyelonephritis werden wie folgt beschrieben:

WirkstoffDosierungApplikationsweg
Ceftolozan/Tazobactam1500 mg 3-mal täglichintravenös (über 60 Minuten)
Levofloxacin750 mg 1-mal täglichintravenös (über 90 Minuten)

Der Bericht weist darauf hin, dass die Dosierung von Levofloxacin in der Studie von der Zulassung (500 mg täglich) abwich, jedoch einer Leitlinienempfehlung entsprach.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf folgende sicherheitsrelevante Aspekte aus der Fachinformation:

  • Schwerwiegende und gelegentlich tödlich verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) sind möglich.

  • Bei Auftreten einer schweren allergischen Reaktion ist das Arzneimittel sofort abzusetzen.

  • Während der Behandlung kann es zu einem positiven direkten Antiglobulintest (DAGT) kommen.

  • Das Arzneimittel ist nicht wirksam gegen Bakterien, die Beta-Laktamase-Enzyme bilden, welche nicht von Tazobactam gehemmt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht unterstreicht die Wichtigkeit einer leitliniengerechten Deeskalationstherapie. Es wird betont, dass nach Vorliegen eines Antibiogramms (in der Regel nach 72 Stunden) eine Reevaluation erfolgen und die Therapie auf ein möglichst schmales Wirkspektrum umgestellt werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für erwachsene Personen mit akuter Pyelonephritis nicht belegt. Die vom Hersteller vorgelegten Daten wurden als methodisch ungeeignet eingestuft.

Die Bewertung ergab, dass Levofloxacin als alleiniger Komparator keine patientenindividuelle antibiotische Therapie abbildet. Zudem wurde in der Studie bei nachgewiesenen Resistenzen oft nicht leitliniengerecht auf eine wirksame Alternative umgestellt.

Der Bericht verweist auf Leitlinien, die eine Umstellung von einer intravenösen auf eine orale Therapie empfehlen, sobald sich die systemischen Symptome der erkrankten Person bessern. In der bewerteten Zulassungsstudie wurde diese Umstellung jedoch nicht vorgesehen.

In-vitro-Daten sind laut Bericht nur eingeschränkt auf die klinische Situation übertragbar. Sie können einen Vorteil nur dann begründen, wenn der neue Wirkstoff eine hohe Wirksamkeit zeigt, während alle bisher verfügbaren Therapieoptionen nahezu wirkungslos sind.

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Quelle: IQWiG A20-29: Ceftolozan/Tazobactam (akute Pyelonephritis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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