NICE

Akute Prostatitis: Antibiotikatherapie und Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG110 behandelt die antimikrobielle Therapie der akuten Prostatitis. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Infektion der Prostata, die in der Regel durch das Eindringen von Bakterien aus dem Harntrakt verursacht wird.

Die Erkrankung kann spontan oder nach medizinischen Eingriffen wie einer Prostatabiopsie auftreten. Als häufigste Erreger nennt die Leitlinie gramnegative Bakterien wie Escherichia coli, Proteus-, Klebsiella- und Pseudomonas-Spezies.

Eine akute Prostatitis kann mehrere Wochen andauern und erfordert eine rasche antibiotische Behandlung. Zu den möglichen Komplikationen zählen laut Leitlinie ein akuter Harnverhalt, eine chronische Prostatitis, Prostataabszesse sowie eine Sepsis.

Empfehlungen

Diagnostik

Vor Beginn der Antibiotikatherapie wird die Gewinnung einer Mittelstrahlurinprobe empfohlen. Diese sollte zur Anlage einer Kultur und zur Empfindlichkeitsprüfung ins Labor gesendet werden.

Sobald die Ergebnisse der Urinkultur vorliegen, sollte die Antibiotikawahl überprüft werden. Bei nachgewiesenen Resistenzen wird ein Wechsel auf ein möglichst schmalspektriges Antibiotikum empfohlen.

Therapie und Verlauf

Die Leitlinie empfiehlt den primären Einsatz oraler Antibiotika, sofern die betroffene Person diese einnehmen kann und der Schweregrad keine intravenöse Gabe erfordert.

Bei der Verordnung sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Schweregrad der Symptome

  • Risiko für Komplikationen oder Therapieversagen (besonders nach Eingriffen)

  • Vorherige Urinkulturen und Antibiotikaeinnahmen

Es wird empfohlen, intravenöse Therapien nach 48 Stunden zu überprüfen und wenn möglich auf eine orale Gabe umzustellen. Nach 14 Tagen sollte eine klinische Reevaluation erfolgen, um zu entscheiden, ob die Therapie beendet oder um weitere 14 Tage verlängert wird.

Unterstützende Maßnahmen

Zur Schmerzbehandlung wird Paracetamol (gegebenenfalls mit einem niedrig dosierten schwachen Opioid wie Codein) oder alternativ Ibuprofen empfohlen. Zudem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um einer Dehydration vorzubeugen.

Überweisung ins Krankenhaus

Eine stationäre Einweisung wird in folgenden Fällen empfohlen:

  • Bei Symptomen einer schweren Erkrankung (z. B. Sepsis, akuter Harnverhalt, Prostataabszess)

  • Wenn sich die Symptome 48 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie nicht bessern

Dosierung

Orale Antibiotika

MedikamentDosierungTherapiedauerBemerkung
Ciprofloxacin500 mg 2x täglich14 Tage (dann Reevaluation)1. Wahl
Ofloxacin200 mg 2x täglich14 Tage (dann Reevaluation)1. Wahl
Trimethoprim200 mg 2x täglich14 Tage (dann Reevaluation)Alternative 1. Wahl, falls Fluorchinolone ungeeignet
Levofloxacin500 mg 1x täglich14 Tage (dann Reevaluation)2. Wahl (nach fachärztlicher Rücksprache)
Co-Trimoxazol960 mg 2x täglich14 Tage (dann Reevaluation)2. Wahl (nach fachärztlicher Rücksprache)

Intravenöse Antibiotika (1. Wahl)

MedikamentDosierungTherapiedauerBemerkung
Ciprofloxacin400 mg 2-3x täglichNach 48h prüfen (Step-down)Bei Unfähigkeit zur oralen Einnahme oder schwerer Krankheit
Levofloxacin500 mg 1x täglichNach 48h prüfen (Step-down)Bei Unfähigkeit zur oralen Einnahme oder schwerer Krankheit
Cefuroxim1,5 g 3-4x täglichNach 48h prüfen (Step-down)Bei Unfähigkeit zur oralen Einnahme oder schwerer Krankheit
Ceftriaxon2 g 1x täglichNach 48h prüfen (Step-down)Bei Unfähigkeit zur oralen Einnahme oder schwerer Krankheit
Gentamicin5-7 mg/kg 1x täglich (initial)Nach 48h prüfen (Step-down)Spiegelkontrolle und Nierenfunktion beachten
Amikacin15 mg/kg 1x täglich (initial)Nach 48h prüfen (Step-down)Max. 1,5 g/Dosis, Spiegelkontrolle und Nierenfunktion beachten

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor den Risiken von Fluorchinolonen. Es wird auf das Risiko von einschränkenden, potenziell langanhaltenden oder irreversiblen Nebenwirkungen hingewiesen, die Muskeln, Sehnen, Knochen und das Nervensystem betreffen können.

Zudem wird ein potenziell erhöhtes Risiko für Krampfanfälle erwähnt, wenn Fluorchinolone mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen kombiniert werden.

Bei der Anwendung von Co-Trimoxazol wird betont, dass dieses nur bei bakteriologischem Nachweis der Empfindlichkeit und bei guten klinischen Gründen für diese Kombination eingesetzt werden sollte.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer klinischen Reevaluation nach 14 Tagen Antibiotikatherapie. Es wird darauf hingewiesen, dass die Behandlung nicht pauschal beendet werden sollte, sondern je nach Symptomatik und Untersuchungsbefunden um weitere 14 Tage verlängert werden kann. Zudem wird davor gewarnt, bei fehlender Besserung nach 48 Stunden ambulant abzuwarten; in diesem Fall wird eine sofortige Krankenhauseinweisung empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine initiale Therapiedauer von 14 Tagen. Danach sollte eine klinische Überprüfung stattfinden, um zu entscheiden, ob die Behandlung beendet oder um weitere 14 Tage verlängert wird.

Als orale Erstlinientherapie werden laut Leitlinie die Fluorchinolone Ciprofloxacin oder Ofloxacin empfohlen. Falls diese nicht geeignet sind, wird Trimethoprim als Alternative der ersten Wahl genannt.

Eine stationäre Einweisung wird empfohlen, wenn Zeichen einer schweren Erkrankung wie Sepsis oder Harnverhalt vorliegen. Ebenso rät die Leitlinie zur Überweisung, wenn sich die Symptome 48 Stunden nach Antibiotikabeginn nicht bessern.

Zur Schmerzlinderung wird primär Paracetamol empfohlen, gegebenenfalls in Kombination mit einem schwachen Opioid wie Codein. Alternativ kann Ibuprofen eingesetzt werden, wobei die Leitlinie auf mögliche Wechselwirkungen mit Fluorchinolonen hinweist.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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