NICE2026Dermatologie

Akne vulgaris: Stufentherapie und Leitlinien-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG198 bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Behandlung der Akne vulgaris. Es handelt sich um eine sehr häufige Hauterkrankung, die vor allem das Gesicht, die Brust und den Rücken betrifft. Laut Leitlinie tritt sie bei etwa 80 Prozent der Menschen zwischen 11 und 30 Jahren auf.

Die Erkrankung kann unabhängig von ihrem Schweregrad zu erheblichen psychischen Belastungen und psychiatrischen Begleiterkrankungen führen. Zudem steigt das Risiko für dauerhafte Narbenbildung mit der Schwere und Dauer der Akne.

Ziel der Behandlung ist es, die Hautläsionen zu reduzieren, Rückfälle zu vermeiden und Narbenbildung vorzubeugen. Die Leitlinie etabliert hierfür einen strukturierten Behandlungsansatz von der Basispflege bis zur systemischen Therapie.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Behandlung der Akne vulgaris:

Allgemeine Maßnahmen und Hautpflege

Es wird empfohlen, die Haut zweimal täglich mit einem nicht-alkalischen, synthetischen Detergens (Syndet) zu reinigen. Auf ölbasierte und komedogene Hautpflegeprodukte oder Make-up sollte verzichtet werden.

Die Leitlinie rät davon ab, an Akneläsionen zu kratzen oder diese auszudrücken, da dies das Narbenrisiko erhöht. Für spezifische Diäten zur Aknebehandlung gibt es laut Leitlinie keine ausreichende Evidenz.

Überweisung zum Spezialisten

Eine taggleiche Notfallüberweisung in die Dermatologie wird bei Akne fulminans empfohlen.

Eine reguläre Überweisung ist laut Leitlinie indiziert bei:

  • Diagnostischer Unsicherheit

  • Akne conglobata oder nodulozystischer Akne

  • Unzureichendem Ansprechen auf Vortherapien (zwei Zyklen bei leichter/mittelschwerer Akne, ein Zyklus mit oralen Antibiotika bei schwerer Akne)

  • Drohender Narbenbildung oder persistierenden Pigmentveränderungen

  • Erheblicher psychischer Belastung durch die Erkrankung

Medikamentöse Erstlinientherapie

Die Leitlinie empfiehlt für die Erstbehandlung einen 12-wöchigen Therapiezyklus. Die Wahl der Therapie richtet sich nach dem Schweregrad.

Es wird ausdrücklich davon abgeraten, topische oder orale Antibiotika als Monotherapie einzusetzen. Ebenso wird von der gleichzeitigen Kombination eines topischen und eines oralen Antibiotikums abgeraten.

Therapiemonitoring und Erhaltung

Nach 12 Wochen sollte eine Überprüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit erfolgen. Antibiotikahaltige Therapien sollten laut Leitlinie nur in Ausnahmefällen länger als 6 Monate fortgeführt werden, um Resistenzen zu vermeiden.

Als Erhaltungstherapie bei häufigen Rückfällen wird eine fixe Kombination aus topischem Adapalen und Benzoylperoxid empfohlen.

Orale Isotretinoin-Therapie

Orale Isotretinoin-Gaben werden für Personen ab 12 Jahren mit schweren, therapieresistenten Verlaufsformen (z. B. nodulozystische Akne) empfohlen.

Die Leitlinie betont die zwingende Einhaltung von Schwangerschaftsverhütungsprogrammen und die regelmäßige Überwachung der psychischen Gesundheit unter dieser Therapie.

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt folgende Erstlinienoptionen für einen 12-wöchigen Behandlungszyklus sowie für die systemische Eskalationstherapie:

SchweregradTherapieoptionAnwendung / Dosierung
Jeder SchweregradFixkombination: Adapalen + Benzoylperoxid (topisch)Einmal täglich abends
Jeder SchweregradFixkombination: Tretinoin + Clindamycin (topisch)Einmal täglich abends
Leicht bis mittelschwerFixkombination: Benzoylperoxid + Clindamycin (topisch)Einmal täglich abends
Mittelschwer bis schwerFixkombination: Adapalen + Benzoylperoxid (topisch) PLUS Lymecyclin oder Doxycyclin (oral)Topisch abends, oral einmal täglich
Mittelschwer bis schwerAzelainsäure (topisch) PLUS Lymecyclin oder Doxycyclin (oral)Topisch zweimal täglich, oral einmal täglich
Schwer (therapieresistent)Isotretinoin (oral)0,5 bis 1 mg/kg Körpergewicht täglich (bis kumulativ 120-150 mg/kg)

Kontraindikationen

Topische Retinoide und orale Tetracycline sind während der Schwangerschaft und bei geplanter Schwangerschaft kontraindiziert.

Bei der Verordnung von oralem Isotretinoin bei Personen im gebärfähigen Alter muss das Schwangerschaftsverhütungsprogramm strikt eingehalten werden, da das Medikament stark teratogen wirkt.

Die Fixkombination aus Adapalen und Benzoylperoxid sowie Tretinoin und Clindamycin wird während der Stillzeit nicht oder nur mit Vorsicht empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die zu frühe Beurteilung der Wirksamkeit einer Aknetherapie. Die Leitlinie betont, dass positive Effekte oft erst nach 6 bis 8 Wochen sichtbar werden und Behandlungszyklen regulär 12 Wochen dauern sollten. Zudem wird dringend davor gewarnt, Antibiotika (topisch oder oral) als Monotherapie einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die zweimal tägliche Reinigung mit einem nicht-alkalischen, synthetischen Detergens (Syndet). Auf ölbasierte und komedogene Pflegeprodukte sollte verzichtet werden.

Eine Überweisung wird bei diagnostischer Unsicherheit, schweren Formen wie Akne conglobata, drohender Narbenbildung oder unzureichendem Ansprechen auf Erstlinientherapien empfohlen. Bei Akne fulminans ist eine taggleiche Notfallüberweisung erforderlich.

Antibiotikahaltige Therapien sollten nach 12 Wochen reevaluiert werden. Laut Leitlinie ist eine Fortführung über 6 Monate hinaus nur in absoluten Ausnahmefällen vorgesehen, um Resistenzen zu vermeiden.

Es gibt laut Leitlinie nicht genügend Evidenz, um spezifische Diäten zur Behandlung der Akne zu empfehlen. Es wird lediglich zu einer allgemein ausgewogenen Ernährung geraten.

Die Leitlinie empfiehlt eine Standarddosis von 0,5 bis 1 mg/kg Körpergewicht täglich. Die Behandlung wird in der Regel fortgesetzt, bis eine kumulative Gesamtdosis von 120 bis 150 mg/kg erreicht ist.

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Quelle: Acne vulgaris: management (NICE, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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