AkdÄ2023

Bupropion und Brugada-Syndrom: AkdÄ-Sicherheitswarnung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert basierend auf einem Beschluss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) über ein neu identifiziertes kardiales Risiko bei der Anwendung von Bupropion. Demnach kann der Wirkstoff ein bislang unerkanntes Brugada-Syndrom demaskieren.

Beim Brugada-Syndrom handelt es sich um eine seltene Erbkrankheit des kardialen Natriumkanals. Diese geht mit charakteristischen EKG-Veränderungen einher und birgt ein hohes Risiko für einen Herzstillstand sowie den plötzlichen Herztod.

Die Warnung stützt sich auf die Auswertung von Spontanberichten durch den Pharmakovigilanz-Ausschuss (PRAC). Dabei zeigten sich Fälle mit positiver De-Challenge und plausibler zeitlicher Latenz, die durch einen nachvollziehbaren pharmakologischen Wirkmechanismus in der Fachliteratur gestützt werden.

Empfehlungen

Die Sicherheitswarnung formuliert folgende Kernaspekte für den klinischen Alltag:

Klinische Wachsamkeit

Laut Dokument wird zu besonderer Vorsicht bei der Verordnung von Bupropion geraten, wenn eine familiäre Vorgeschichte mit Herzstillstand oder plötzlichem Herztod vorliegt. Eine sorgfältige Familienanamnese bezüglich kardialer Ereignisse wird daher dringend angeraten.

EKG-Veränderungen

Es wird darauf hingewiesen, auf die charakteristischen EKG-Zeichen des Brugada-Syndroms zu achten. Dazu gehören:

  • Ein Rechtsschenkelblock

  • ST-Streckenhebungen in den rechten Brustwandableitungen (etwa V1 bis V3)

Anpassung der Produktinformation

Die Warnung sieht vor, dass die Fachinformation (Abschnitt 4.4) und die Packungsbeilage um entsprechende Warnhinweise ergänzt werden. Betroffene sollen explizit über das Risiko von Herzrhythmusstörungen und plötzlichem Herztod aufgeklärt werden.

Kontraindikationen

Gemäß der Sicherheitswarnung ist bei der Gabe von Bupropion in folgenden Fällen besondere Vorsicht geboten:

  • Bei bekanntem Brugada-Syndrom

  • Bei einer familiären Vorgeschichte mit Herzstillstand

  • Bei einer familiären Vorgeschichte mit plötzlichem Herztod

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Aspekt im klinischen Alltag ist die Erhebung der Familienanamnese vor der Verordnung von Bupropion. Laut Sicherheitswarnung kann das Medikament ein asymptomatisches Brugada-Syndrom demaskieren, weshalb bei Berichten über plötzlichen Herztod in der Familie höchste Vorsicht geboten ist. Bei unklaren Synkopen oder auffälligen EKG-Befunden unter der Therapie wird ein sofortiges Absetzen und eine kardiologische Abklärung nahegelegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ-Warnung kann Bupropion die typischen EKG-Zeichen des Brugada-Syndroms demaskieren. Dazu zählen ein Rechtsschenkelblock sowie ST-Streckenhebungen in den rechten Brustwandableitungen, typischerweise in V1 bis V3.

Die Sicherheitswarnung formuliert keine absolute Kontraindikation, fordert jedoch besondere Vorsicht bei Personen mit bekanntem Brugada-Syndrom. Es wird eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung unter kardiologischer Begleitung impliziert.

Gemäß der Information wird zu besonderer Vorsicht geraten, wenn in der familiären Vorgeschichte ein Herzstillstand oder ein plötzlicher Herztod aufgetreten ist. Diese Faktoren weisen auf ein mögliches unentdecktes Brugada-Syndrom hin.

Die EMA und der PRAC haben Spontanberichte ausgewertet, bei denen es unter Bupropion zu einer Demaskierung eines Brugada-Syndroms kam. Aufgrund einer positiven De-Challenge und eines plausiblen Wirkmechanismus wird der Warnhinweis nun standardmäßig ergänzt.

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Quelle: AkdÄ: Information zu Bupropion: Mögliche Demaskierung eines Brugada-Syndroms (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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