Bupropion: Brugada-Syndrom, EKG-Veränderungen & Risiko
Hintergrund
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert basierend auf einem Beschluss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) über ein neu identifiziertes kardiales Risiko bei der Anwendung von Bupropion. Demnach kann der Wirkstoff ein bislang unerkanntes Brugada-Syndrom demaskieren.
Beim Brugada-Syndrom handelt es sich um eine seltene Erbkrankheit des kardialen Natriumkanals. Diese geht mit charakteristischen EKG-Veränderungen einher und birgt ein hohes Risiko für einen Herzstillstand sowie den plötzlichen Herztod.
Die Warnung stützt sich auf die Auswertung von Spontanberichten durch den Pharmakovigilanz-Ausschuss (PRAC). Dabei zeigten sich Fälle mit positiver De-Challenge und plausibler zeitlicher Latenz, die durch einen nachvollziehbaren pharmakologischen Wirkmechanismus in der Fachliteratur gestützt werden.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Aspekt im klinischen Alltag ist die Erhebung der Familienanamnese vor der Verordnung von Bupropion. Laut Sicherheitswarnung kann das Medikament ein asymptomatisches Brugada-Syndrom demaskieren, weshalb bei Berichten über plötzlichen Herztod in der Familie höchste Vorsicht geboten ist. Bei unklaren Synkopen oder auffälligen EKG-Befunden unter der Therapie wird ein sofortiges Absetzen und eine kardiologische Abklärung nahegelegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ-Warnung kann Bupropion die typischen EKG-Zeichen des Brugada-Syndroms demaskieren. Dazu zählen ein Rechtsschenkelblock sowie ST-Streckenhebungen in den rechten Brustwandableitungen, typischerweise in V1 bis V3.
Die Sicherheitswarnung formuliert keine absolute Kontraindikation, fordert jedoch besondere Vorsicht bei Personen mit bekanntem Brugada-Syndrom. Es wird eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung unter kardiologischer Begleitung impliziert.
Gemäß der Information wird zu besonderer Vorsicht geraten, wenn in der familiären Vorgeschichte ein Herzstillstand oder ein plötzlicher Herztod aufgetreten ist. Diese Faktoren weisen auf ein mögliches unentdecktes Brugada-Syndrom hin.
Die EMA und der PRAC haben Spontanberichte ausgewertet, bei denen es unter Bupropion zu einer Demaskierung eines Brugada-Syndroms kam. Aufgrund einer positiven De-Challenge und eines plausiblen Wirkmechanismus wird der Warnhinweis nun standardmäßig ergänzt.
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Quelle: AkdÄ: Information zu Bupropion: Mögliche Demaskierung eines Brugada-Syndroms (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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