AkdÄ2025

HDL-C-Abfall durch Fenofibrat & Bempedoinsäure: AkdÄ

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet in einer Drug Safety Mail über eine potenzielle Arzneimittelwechselwirkung. Bei der kombinierten Einnahme von Bempedoinsäure und Fenofibrat kann es zu einem massiven Abfall des HDL-Cholesterins (HDL-C) kommen.

Auslöser der Warnung ist ein Fallbericht eines 55-jährigen Mannes mit familiärer Hypercholesterinämie und Statinintoleranz. Nach der Ergänzung seiner bestehenden Therapie um Bempedoinsäure fiel der HDL-C-Wert innerhalb eines Jahres auf einen Tiefstwert von 5 mg/dl ab.

Begleitend zeigten sich Stomatozyten im Blutausstrich. Nach dem Absetzen von Fenofibrat normalisierten sich die Werte rasch wieder, was auf eine reversible Interaktion hindeutet. Der genaue Pathomechanismus dieser Wechselwirkung ist derzeit noch unklar.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert basierend auf den Fallberichten folgende Hinweise für die klinische Praxis:

Überwachung der Kombinationstherapie

  • Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Bempedoinsäure und Fenofibrat wird empfohlen, auf einen starken Abfall des HDL-C zu achten.

  • Eine massive Erniedrigung der HDL-C-Werte kann mit einer erhöhten kardiovaskulären Morbidität assoziiert sein.

  • Als sehr niedrige und somit kritische Werte gelten HDL-C-Spiegel von < 20 mg/dl (0,52 mmol/l).

Differenzialdiagnostik bei niedrigem HDL-C

Laut AkdÄ sollten bei einem starken HDL-C-Abfall auch andere potenzielle Ursachen ausgeschlossen werden. Dazu zählen:

  • Obstruktive Lebererkrankungen, Paraproteinämie und nephrotisches Syndrom

  • Diabetes mellitus, HIV-Infektion und Alkoholmissbrauch

  • Einsatz von Anabolika oder Proteaseinhibitoren

  • Systemische Entzündungen und schwere Erkrankungen

Therapeutisches Vorgehen

Im beschriebenen Fallbericht führte das Absetzen von Fenofibrat zu einer raschen und vollständigen Erholung der HDL-C- und Apolipoprotein-A1-Werte. Zudem verschwanden die im Blutabstrich aufgefallenen Stomatozyten vollständig.

Dosierung

Die im Fallbericht beschriebene Medikation, unter der der massive HDL-C-Abfall auftrat, umfasste folgende Wirkstoffe und Dosierungen:

WirkstoffDosierungIndikation / Kontext
Ezetimib10 mg/dBasistherapie seit 2015
Fenofibrat145 mg/dBasistherapie seit 2015
Evolocumab420 mg alle 4 WochenErgänzung seit 2017
Bempedoinsäure180 mg/dErgänzung ab Mai 2023 (Auslöser)
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💡Praxis-Tipp

Bei der Kombination von Bempedoinsäure und Fenofibrat wird geraten, die HDL-Cholesterin-Werte engmaschig zu überwachen, da ein paradoxer und massiver Abfall auf unter 20 mg/dl auftreten kann. Ein solcher Abfall ist potenziell mit einer erhöhten kardiovaskulären Morbidität verbunden, erweist sich jedoch nach dem Absetzen von Fenofibrat als reversibel.

Häufig gestellte Fragen

Der genaue Pathomechanismus für diese Wechselwirkung ist laut AkdÄ derzeit unklar. Es wird jedoch eine paradoxe Reaktion vermutet, ähnlich wie sie bereits für die Kombination von Fibraten und Glitazonen beschrieben wurde.

Die AkdÄ definiert HDL-C-Werte von unter 20 mg/dl (0,52 mmol/l) als sehr niedrig. Ein derart massiver Abfall sollte vermieden werden, da er mit einer erhöhten kardiovaskulären Morbidität assoziiert sein kann.

In den von der AkdÄ zitierten Fallberichten führte das Absetzen von Fenofibrat zu einer raschen Normalisierung der Werte. Es wird empfohlen, in solchen Fällen die Medikation entsprechend anzupassen und sekundäre Ursachen auszuschließen.

Neben Medikamenten wie Anabolika oder Proteaseinhibitoren können auch systemische Entzündungen das HDL-C senken. Laut AkdÄ müssen zudem Erkrankungen wie obstruktive Lebererkrankungen, Diabetes mellitus oder ein nephrotisches Syndrom differenzialdiagnostisch bedacht werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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