Estradiol-Gel: AkdÄ warnt vor Übertragung auf Kinder
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf einer kurzen Sicherheitswarnung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2023. Estradiol ist unter anderem zur topischen Anwendung zugelassen, beispielsweise zur perimenopausalen Hormonbehandlung, meist in Kombination mit einem Gestagen.
Bei der Anwendung von wirkstoffhaltigen Gelen oder Cremes verbleibt ein Teil des Hormons auf der Hautoberfläche. Durch direkten Körperkontakt kann dieser Wirkstoff unbeabsichtigt auf andere Personen übertragen werden.
Besonders bei Kindern kann die Aufnahme von exogenen Östrogenen schwerwiegende Folgen haben. Es besteht das Risiko einer Pseudopubertas praecox, einer vorzeitigen Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale, die durch von außen zugeführte Hormone ausgelöst wird.
Empfehlungen
Die AkdÄ formuliert in ihrer Mitteilung folgende Kernpunkte zur Arzneimittelsicherheit:
Risiko der akzidentellen Übertragung
Laut AkdÄ weisen Fallberichte aus der UAW-Datenbank sowie aus der Literatur auf ein konkretes Risiko bei topischen Hormonpräparaten hin. Es wird vor folgenden Gefahren gewarnt:
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Akzidentelle Übertragung von Estradiol auf Kinder durch direkten Körperkontakt.
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Entwicklung einer Pseudopubertas praecox bei den betroffenen Kindern durch die exogene Hormonaufnahme.
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Das Risiko besteht insbesondere nach der Anwendung von Estradiol-haltigen, topisch applizierten Arzneimitteln.
Meldung von Nebenwirkungen
Die AkdÄ ruft dazu auf, entsprechende Verdachtsfälle konsequent zu dokumentieren. Es wird empfohlen, unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und Medikationsfehler über folgende Wege zu melden:
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Online über die Website der AkdÄ (www.akdae.de).
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Postalisch oder per Fax über den Berichtsbogen, der regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird.
💡Praxis-Tipp
Es wird empfohlen, Patientinnen bei der Verordnung von topischem Estradiol-Gel ausdrücklich auf das Risiko einer Übertragung auf Kinder hinzuweisen. Um eine exogene Hormonexposition bei Kontaktpersonen zu vermeiden, ist es ratsam, die behandelten Hautstellen mit Kleidung zu bedecken und nach der Applikation gründlich die Hände zu waschen.
Häufig gestellte Fragen
Eine Pseudopubertas praecox ist eine vorzeitige sexuelle Entwicklung, die durch exogene Hormone oder hormonproduzierende Tumore ausgelöst wird, ohne dass die körpereigene Hormonachse reift. Laut AkdÄ kann sie bei Kindern durch die unbeabsichtigte Aufnahme von Estradiol nach Körperkontakt entstehen.
Die Übertragung erfolgt laut den Fallberichten der AkdÄ durch direkten Körperkontakt mit der behandelten Person. Wenn die aufgetragene Stelle nicht abgedeckt ist, kann das Hormon bei Berührung auf die Haut des Kindes gelangen und dort resorbiert werden.
Die AkdÄ bittet darum, unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehler online über ihre Website zu melden. Alternativ kann der Berichtsbogen aus dem Deutschen Ärzteblatt genutzt werden.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Pseudopubertas praecox nach akzidenteller Übertragung von Estradiol-Gel auf Kind (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.