Aflibercept bei mCRC: Zusatznutzen und Indikation
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A13-08 bewertet den Zusatznutzen von Aflibercept (Zaltrap) in Kombination mit FOLFIRI. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC).
Voraussetzung für diese Therapie ist, dass die Erkrankung unter oder nach einem Oxaliplatin-haltigen Regime fortgeschritten ist. Die Behandlung erfolgt in diesem Stadium symptomorientiert und palliativ.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die alleinige Gabe von FOLFIRI (5-Fluorouracil, Folinsäure und Irinotecan) festgelegt. Dem Erhalt der Lebensqualität kommt in dieser Situation eine besondere Bedeutung zu.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert basierend auf der VELOUR-Studie folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Mortalität und Überleben
Laut IQWiG zeigt sich für die Kombination aus Aflibercept und FOLFIRI eine statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens. Die mediane Überlebenszeit betrug 13,5 Monate im Vergleich zu 12,1 Monaten unter der alleinigen FOLFIRI-Therapie.
Daraus leitet der Bericht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für das Gesamtüberleben ab.
Nebenwirkungen und Toxizität
Dem Überlebensvorteil steht laut Bewertung ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse gegenüber. Die Auswertung zeigt einen Hinweis auf einen erheblichen größeren Schaden in folgenden Bereichen:
-
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
-
Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 und 4)
-
Therapieabbrüche aufgrund von Toxizität
Zudem wird eine Altersabhängigkeit bei den schwerwiegenden Nebenwirkungen beschrieben. Bei Personen ab 65 Jahren war der negative Effekt stärker ausgeprägt als bei jüngeren Behandelten.
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau wägt das IQWiG die positiven und negativen Effekte gegeneinander ab. Aufgrund des erheblichen Schadenspotenzials durch Nebenwirkungen wird der anfänglich beträchtliche Überlebensvorteil herabgestuft.
Zusammenfassend ergibt sich laut Bericht ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Aflibercept plus FOLFIRI gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Dosierung
Der Bericht beschreibt folgendes Dosierungsschema für die Kombinationsbehandlung, welches in 14-tägigen Zyklen verabreicht wird:
| Medikament | Dosis | Applikationsform | Dauer |
|---|---|---|---|
| Aflibercept | 4 mg/kg | intravenöse Infusion | 1 Stunde |
| Irinotecan | 180 mg/m² | intravenöse Infusion | 90 Minuten |
| Folinsäure | 400 mg/m² | intravenöse Infusion | 2 Stunden |
| 5-Fluorouracil (Bolus) | 400 mg/m² | intravenöse Injektion | 2 bis 4 Minuten |
| 5-Fluorouracil (Infusion) | 2400 mg/m² | intravenöse Infusion | 46 Stunden |
Die Gabe von FOLFIRI erfolgt unmittelbar nach der Infusion von Aflibercept.
Kontraindikationen
Laut den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren bestimmte Begleitmedikationen während der Therapie ausgeschlossen. Dazu zählten systemische Onkologika (außer der Studienmedikation) sowie eine Radiotherapie.
Zudem wird auf den Ausschluss von Antikonvulsiva aus der Gruppe der CYP3A4-Induktoren hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont die deutlich erhöhte Toxizität der Kombinationstherapie, die sich in einer Verdopplung der Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse widerspiegelt. Es wird beschrieben, dass insbesondere bei Personen ab 65 Jahren ein signifikant höheres Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen besteht. Ein engmaschiges Monitoring der Verträglichkeit ist in dieser Altersgruppe daher von besonderer Bedeutung.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG attestiert der Kombination aus Aflibercept und FOLFIRI einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen. Der beträchtliche Überlebensvorteil wird durch das erhebliche Schadenspotenzial der Nebenwirkungen herabgestuft.
Laut Bericht kommt es signifikant häufiger zu schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad 3 und 4). Dies führt in der Praxis zu einer deutlich erhöhten Rate an Therapieabbrüchen.
Ja, die Auswertung zeigt eine Effektmodifikation durch das Alter. Bei Personen ab 65 Jahren treten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse signifikant häufiger auf als bei jüngeren Behandelten.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die alleinige Gabe von FOLFIRI als Vergleichstherapie festgelegt. Dies gilt für Personen, deren Erkrankung nach einem Oxaliplatin-haltigen Regime fortgeschritten ist.
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Quelle: IQWiG A13-08: Aflibercept (Zaltrap) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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