IQWiG2013Neurologie

Aflibercept bei feuchter AMD: Zusatznutzen und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der frühen Nutzenbewertung von Aflibercept. Das Medikament ist zur Behandlung von Erwachsenen mit neovaskulärer (feuchter) altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) zugelassen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Ranibizumab festgelegt. Ziel der Dossierbewertung ist die Ermittlung eines möglichen Zusatznutzens von Aflibercept gegenüber dieser Vergleichstherapie auf Basis patientenrelevanter Endpunkte.

Die feuchte AMD macht etwa 10 % aller AMD-Fälle aus. Laut Schätzungen in der Bewertung gibt es in Deutschland etwa 305.000 betroffene Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung, bei einer jährlichen Inzidenz von rund 30.200 Neuerkrankungen.

Empfehlungen

Die Dossierbewertung formuliert folgende Kernaspekte zur Evidenzlage:

Bewertung des Zusatznutzens

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Aflibercept gegenüber Ranibizumab nicht belegt ist. Es konnten keine relevanten Studien identifiziert werden, in denen die Vergleichstherapie gemäß ihrem Zulassungsstatus eingesetzt wurde.

Methodische Mängel der vorgelegten Daten

In den Zulassungsstudien (VIEW 1 und VIEW 2) wurde Ranibizumab kontinuierlich monatlich verabreicht. Dies widerspricht der Zulassung, die eine Unterbrechung bei Erreichen eines stabilen Visus vorsieht.

Der vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegte deskriptive indirekte Vergleich wurde vom Institut abgelehnt. Die Ablehnung begründet sich durch folgende Punkte:

  • Fehlende Erfüllung der methodischen Anforderungen an einen adjustierten indirekten Vergleich

  • Keine endpunktbezogene Nutzen-Schaden-Abwägung

  • Unbelegte Annahme, dass eine höhere Injektionsfrequenz zwangsläufig zu mehr okularen Schadensereignissen führt

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Orientierende Meta-Analysen des Instituts zeigten keine statistisch signifikanten Unterschiede bei unerwünschten Ereignissen zwischen den Behandlungsgruppen. Dies galt auch für schwerwiegende okulare Ereignisse wie die Endophthalmitis.

Dosierung

Die Bewertung beschreibt folgende Anwendungsschemata und berechnete Jahrestherapiekosten im ersten Behandlungsjahr:

WirkstoffAnwendungsschema (laut Zulassung)Jahrestherapiekosten (1. Jahr, inkl. Zusatzleistungen)
Aflibercept3 Injektionen monatlich, danach alle 2 Monateca. 9.789 €
RanibizumabMonatlich bis Visus stabil, danach bei Verschlechterungca. 4.311 € bis 17.066 €

Kontraindikationen

Die Dokumentation zur qualitätsgesicherten Anwendung nennt folgende Warnhinweise:

  • Unmittelbar nach der intravitrealen Injektion ist eine Kontrolle auf einen Anstieg des Augeninnendrucks erforderlich.

  • Patienten müssen instruiert werden, Symptome einer Endophthalmitis unverzüglich zu melden.

  • Die überschüssige Menge in der Fertigspritze (mehr als 2 mg) muss vor der Injektion verworfen werden, um eine Überdosierung zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Dossierbewertung ist bei der Interpretation von Vergleichsstudien zu Anti-VEGF-Therapien zwingend auf den zulassungskonformen Einsatz der Vergleichsmedikation zu achten. Ein bloßer Vergleich der Injektionshäufigkeit lässt ohne direkten methodischen Nachweis keine verlässlichen Rückschlüsse auf ein reduziertes Risiko für injektionsbedingte Nebenwirkungen wie eine Endophthalmitis zu.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG stellte fest, dass in den vorgelegten Studien die Vergleichstherapie Ranibizumab nicht gemäß ihrer Zulassung angewendet wurde. Daher lagen keine methodisch verwertbaren Daten für einen direkten oder indirekten Vergleich vor.

Gemäß der in der Bewertung zitierten Fachinformation wird die Therapie mit drei monatlichen Injektionen initiiert. Danach erfolgt im ersten Behandlungsjahr eine Injektion alle zwei Monate, was zu etwa sieben bis acht Injektionen führt.

Die Dossierbewertung konnte diese Annahme des Herstellers nicht bestätigen. Orientierende Meta-Analysen der Zulassungsstudien zeigten keine signifikanten Unterschiede bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen zwischen den Wirkstoffen.

Es wird empfohlen, unmittelbar nach der Injektion den Augeninnendruck zu kontrollieren. Zudem muss für den Bedarfsfall steriles OP-Besteck für eine Parazentese bereitstehen.

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Quelle: IQWiG A12-19: Aflibercept - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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