IQWiG2014Onkologie

Afatinib bei NSCLC: EGFR-Mutation und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung (A13-41) untersucht den Zusatznutzen des Wirkstoffs Afatinib. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene, nicht vorbehandelte Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).

Voraussetzung für die Behandlung ist das Vorliegen von aktivierenden EGFR-Mutationen. Der Bericht vergleicht Afatinib mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Die Datengrundlage für die Bewertung bildet primär die randomisierte, offene Zulassungsstudie LUX-Lung 3. In dieser wurde Afatinib gegen eine Kombinationstherapie aus Cisplatin und Pemetrexed getestet.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert differenzierte Aussagen zum Zusatznutzen basierend auf dem EGFR-Mutationsstatus und dem Allgemeinzustand (ECOG-PS).

Patienten mit Del19-Mutation (ECOG-PS 0-1)

Für diese Subgruppe zeigt die Bewertung positive Effekte beim Gesamtüberleben, der Symptomatik und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Der Bericht leitet daraus folgende Bewertung ab:

  • Es gibt einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen gegenüber Cisplatin in Kombination mit Pemetrexed.

  • Dieser erhebliche Zusatznutzen ist unabhängig vom Alter der Patienten.

Patienten mit L858R-Mutation (ECOG-PS 0-1)

Bei dieser Mutation zeigen sich altersabhängige Effekte, bei denen die positiven Aspekte leicht überwiegen. Die Bewertung fällt wie folgt aus:

  • Für Patienten unter 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

  • Für Patienten ab 65 Jahren ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Patienten mit anderen EGFR-Mutationen (ECOG-PS 0-1)

Für Patienten mit anderen Mutationen als Del19 oder L858R zeigt sich ein negativer Effekt beim Gesamtüberleben. Der Bericht kommt zu folgendem Schluss:

  • Es gibt einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen von Afatinib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.

  • Dieser geringere Nutzen ist nicht altersabhängig.

Weitere Patientengruppen

Für bestimmte Gruppen lagen keine relevanten oder verwertbaren Studiendaten vor. Daher ist ein Zusatznutzen in folgenden Fällen nicht belegt:

  • Nicht vorbehandelte Patienten mit einem ECOG-PS von 2.

  • Patienten, die bereits mit einer oder mehreren Chemotherapien vorbehandelt wurden.

Dosierung

Der Bericht beschreibt die in der Zulassungsstudie verwendeten Dosierungsschemata.

WirkstoffStartdosisDosisanpassungBehandlungsdauer
Afatinib40 mg/Tag oralErhöhung auf 50 mg/Tag nach 21 Tagen möglich; Reduktion bis 20 mg/Tag bei UnverträglichkeitBis Krankheitsprogression oder Unverträglichkeit
Cisplatin + Pemetrexed75 mg/m2 (Cisplatin) + 500 mg/m2 (Pemetrexed) i.v.Dosisreduktion bei medikamentenbedingten Nebenwirkungen möglichMaximal 6 Zyklen zu je 21 Tagen

Kontraindikationen

Der Bericht nennt basierend auf der Fachinformation spezifische Situationen, die einen Therapieabbruch erfordern oder gegen eine Anwendung sprechen.

Therapieabbruch

Ein sofortiges Absetzen von Afatinib ist laut Dokument in folgenden Fällen zwingend erforderlich:

  • Diagnose einer ulzerativen Keratitis

  • Auftreten einer interstitiellen Lungenerkrankung

  • Schwere Beeinträchtigung der Leberfunktion

Warnhinweise und Kontraindikationen

Die Anwendung wird in folgenden Situationen nicht empfohlen oder ist kontraindiziert:

  • Schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

  • Kinder und Jugendliche

  • Hereditäre Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Tablettenbestandteile

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass unter Afatinib spezifische Nebenwirkungen wie Diarrhö, Hautausschlag und Nagelveränderungen (Paronychie) deutlich häufiger auftreten als unter der Chemotherapie. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Diarrhö zu Dehydratation führen kann und insbesondere in den ersten Behandlungswochen proaktiv mit adäquater Hydrierung und Antidiarrhoika behandelt werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es für Patienten mit einer Del19-Mutation einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen. Dies basiert unter anderem auf einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens.

Bei der L858R-Mutation zeigt die Bewertung einen altersabhängigen Effekt. Für Patienten unter 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen, während für ältere Patienten kein Zusatznutzen belegt ist.

Die Dossierbewertung stellt fest, dass für nicht vorbehandelte Patienten mit einem ECOG-PS von 2 keine relevanten Daten vorliegen. Ein Zusatznutzen ist für diese Gruppe daher nicht belegt.

Der Bericht identifiziert Diarrhö, Hautausschlag und Paronychie als häufige schwere unerwünschte Ereignisse unter Afatinib. Im Vergleich dazu traten Fatigue und Neutropenie häufiger im Chemotherapie-Arm auf.

Bei schweren Nebenwirkungen kann die Dosis laut Dokument in 10-mg-Schritten bis auf minimal 20 mg pro Tag reduziert werden. Wird diese Dosis nicht vertragen, ist eine dauerhafte Beendigung der Therapie in Erwägung zu ziehen.

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Quelle: IQWiG A13-41: Afatinib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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