Acne inversa (HS): Therapie, Biologika und Chirurgie
Hintergrund
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der AWMF S2k-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa (HS), auch bekannt als Acne inversa. Es handelt sich um eine chronisch rezidivierende, entzündliche Hauterkrankung des terminalen Haartalgdrüsenapparats.
Typischerweise manifestiert sich die Erkrankung mit schmerzhaften, entzündlichen Knoten, Abszessen und Tunneln in apokrinen drüsenreichen Körperregionen wie der Axilla sowie der Inguinal- und Anogenitalregion. Die Erkrankung geht mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einher.
Als wesentliche Triggerfaktoren werden Rauchen, Adipositas und eine genetische Prädisposition genannt. Die Pathogenese beruht auf einer abnormalen Differenzierung der Keratinozyten mit Follikelverschluss und einer massiven begleitenden Entzündung.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, die alleinige Eröffnung und Drainage von Abszessen als langfristige Therapie einzusetzen, da die Rezidivrate hierbei bei nahezu 100 % liegt. Es wird betont, dass chirurgische Eingriffe bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung idealerweise mit einer systemischen antientzündlichen Therapie kombiniert werden sollten, um die bestmögliche Wirksamkeit zu erzielen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den IHS4-Score zur dynamischen Beurteilung der Krankheitsaktivität und des Therapieerfolgs. Für die Indikationsstellung chirurgischer Eingriffe wird hingegen der Hurley-Score herangezogen.
Laut Leitlinie sollte die systemische Antibiotikatherapie (z.B. mit Doxycyclin oder Clindamycin/Rifampicin) maximal 12 Wochen betragen. Spätestens nach 3 Monaten wird eine Überprüfung der Therapiesinnhaftigkeit und ein möglicher Wechsel empfohlen.
Die Leitlinie nennt Adalimumab, Secukinumab und Bimekizumab als zugelassene und empfohlene Biologika für die mittelschwere bis schwere Hidradenitis suppurativa. Infliximab wird als intravenöse Off-Label-Alternative ebenfalls empfohlen.
Es wird der Einsatz des Nd:YAG-Lasers zur Entzündungshemmung und zur Zerstörung von Haarfollikeln im Sinne einer Sekundärprävention empfohlen. Der CO2-Laser kann als ablative Alternative zur klassischen Chirurgie eingesetzt werden.
Die Leitlinie identifiziert Rauchen und Adipositas als wesentliche Triggerfaktoren der Erkrankung. Es wird eine Beratung zur Gewichtsreduktion und zur Raucherentwöhnung empfohlen, da diese Faktoren den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.
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Quelle: Therapie der Hidradenitis suppurativa / Acne inversa (AWMF, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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