StatPearls2026

ACLS-Algorithmus: Reanimation und Rhythmuskontrolle

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie fasst die aktuellen Prinzipien des Advanced Cardiac Life Support (ACLS) zusammen. Ziel ist es, die Überlebensraten bei inner- und außerklinischen Herzstillständen durch standardisierte Algorithmen und evidenzbasierte Maßnahmen zu verbessern.

Ein zentraler Fokus liegt auf der frühen Erkennung, der qualitativ hochwertigen Herzdruckmassage und der raschen Defibrillation bei schockbaren Rhythmen. Die Leitlinie betont, dass eine gut funktionierende Rettungskette und effektive Teamarbeit für ein neurologisch intaktes Überleben essenziell sind.

Da randomisierte Studien in der Reanimationsforschung ethische und praktische Herausforderungen bergen, basieren viele Empfehlungen auf Expertenkonsens und Beobachtungsdaten. Dennoch bilden sie den aktuellen Goldstandard für die akute kardiovaskuläre Notfallmedizin.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert detaillierte Empfehlungen für das Management von Herzstillständen und periarrest-Arrhythmien.

Diagnostik und Erkennung

Bei bewusstlosen Patienten ohne normale Atmung wird laut Leitlinie sofort ein Herzstillstand angenommen. Es wird empfohlen, die Pulskontrolle auf maximal 10 Sekunden zu begrenzen.

Die systematische Beurteilung sollte nach dem ABCDE-Schema erfolgen. Zur Identifikation reversibler Ursachen wird die strukturierte Anwendung der "Hs und Ts" (Hypovolämie, Hypoxie, Hydrogenionen/Azidose, Hypo-/Hyperkaliämie, Hypothermie sowie Toxine, Tamponade, Tension/Spannungspneumothorax, Thrombose) empfohlen.

Reanimation (CPR)

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer qualitativ hochwertigen Herzdruckmassage. Folgende Kriterien werden als essenziell beschrieben:

  • Kompressionstiefe von mindestens 5 cm

  • Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute

  • Vollständige Entlastung des Thorax zwischen den Kompressionen

  • Minimierung von Unterbrechungen

Vor der Platzierung eines erweiterten Atemwegs wird ein Verhältnis von 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen empfohlen. Mit etabliertem Atemweg sollte laut Leitlinie eine kontinuierliche Herzdruckmassage mit einer Beatmung alle 6 Sekunden (10 Atemzüge pro Minute) erfolgen.

Rhythmusmanagement beim Herzstillstand

Bei schockbaren Rhythmen (pulslose ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern) wird eine sofortige Defibrillation empfohlen. Unmittelbar nach der Schockabgabe sollte die CPR ohne vorherige Rhythmuskontrolle fortgesetzt werden.

Bei nicht-schockbaren Rhythmen (Pulslose elektrische Aktivität, Asystolie) liegt der Fokus auf der CPR und der medikamentösen Therapie. Die Leitlinie empfiehlt hierbei die frühzeitige Gabe von Adrenalin sowie die gezielte Behandlung der zugrundeliegenden Ursachen.

Monitoring und Post-Resuscitation Care

Zur Überwachung der CPR-Qualität und zur Erkennung eines Return of Spontaneous Circulation (ROSC) wird die kontinuierliche Kapnografie (EtCO2) empfohlen. Ein plötzlicher, anhaltender Anstieg des EtCO2 über 10 mmHg kann auf einen ROSC hindeuten.

Nach erfolgreicher Reanimation wird eine zielgerichtete Temperaturkontrolle empfohlen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass traditionell 32 °C bis 36 °C angestrebt wurden, neuere Daten jedoch eine Normothermie (36 °C bis 37,5 °C) mit strikter Fiebervermeidung unterstützen.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die medikamentöse Therapie im Rahmen des ACLS vor:

Herzstillstand

MedikamentDosisIndikation
Adrenalin (Epinephrin)1 mg IV/IO alle 3 bis 5 MinutenHerzstillstand (schockbare und nicht-schockbare Rhythmen)
Amiodaron300 mg IV/IO (erste Dosis)Refraktäres Kammerflimmern / pulslose VT
Lidocain1 bis 1,5 mg/kg IV/IOAlternative zu Amiodaron bei refraktärem KF/pVT

Symptomatische Bradykardie

MedikamentDosisIndikation
Atropin1 mg IV (wiederholbar alle 3-5 Min, max. 3 mg)Symptomatische Bradykardie (Erstlinientherapie)
Adrenalin (Push-Dose)10 bis 100 µg IV BolusSymptomatische Bradykardie (Zweitlinientherapie)
Adrenalin (Perfusor)2 bis 10 µg/min IVSymptomatische Bradykardie (Zweitlinientherapie)
Dopamin5 bis 20 µg/kg/min IVSymptomatische Bradykardie (Zweitlinientherapie)

Stabile Tachykardie

MedikamentDosisIndikation
Adenosin6 mg IV (erste Dosis), ggf. 12 mg IV (zweite Dosis)Regelmäßige Schmalkomplextachykardie
Procainamid20 bis 50 mg/min IV (max. 16 mg/kg)Stabile Breitkomplextachykardie
Amiodaron150 mg IV über 10 MinutenStabile Breitkomplextachykardie

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, bei der Behandlung einer symptomatischen Bradykardie die Reanimationsdosis von Adrenalin (1 mg) als Bolus zu verabreichen, da dies zu schwerer Hypertonie und Herzstillstand führen kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass Atropin-Dosierungen unter 0,5 mg paradoxerweise die Bradykardie verschlechtern können.

Bei unregelmäßigen Breitkomplextachykardien wird von der Gabe von Adenosin abgeraten.

Kalziumkanalblocker (wie Diltiazem oder Verapamil) sollten bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz vermieden werden.

AV-Knoten-blockierende Medikamente sind bei präexzitiertem Vorhofflimmern (z. B. WPW-Syndrom) kontraindiziert, da sie die Überleitung über die akzessorische Bahn begünstigen können.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die korrekte Dosierung von Adrenalin bei der symptomatischen Bradykardie eine häufige Fehlerquelle. Es wird dringend geraten, bei der Herstellung von Push-Dose-Adrenalin auf die exakte Verdünnung (10 µg/ml) zu achten, um eine versehentliche Gabe der Reanimationsdosis (1 mg) zu vermeiden, welche letale Arrhythmien auslösen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Kompressionstiefe von mindestens 5 cm. Zudem wird betont, dass der Thorax zwischen den Kompressionen vollständig entlastet werden muss.

Laut Leitlinie wird als Erstlinientherapie bei symptomatischer Bradykardie eine initiale Dosis von 1 mg Atropin intravenös empfohlen. Diese kann alle 3 bis 5 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 3 mg wiederholt werden.

Es wird empfohlen, unmittelbar nach der Defibrillation die Herzdruckmassage fortzusetzen, ohne vorher eine Rhythmus- oder Pulskontrolle durchzuführen. Die Überprüfung des Rhythmus sollte laut Leitlinie erst nach einem vollständigen CPR-Zyklus von 2 Minuten erfolgen.

Die Leitlinie gibt an, dass ein EtCO2-Wert, der während der Reanimation dauerhaft unter 10 mmHg bleibt, auf ein unzureichendes Herzzeitvolumen hinweist. Bleibt der Wert auch nach 20 Minuten fortgeschrittener Reanimationsmaßnahmen unter dieser Grenze, wird dies als starker Prädiktor für eine frustrane Reanimation gewertet.

Historisch empfahl die Leitlinie eine Kühlung auf 32 °C bis 36 °C. Neuere Evidenz deutet jedoch darauf hin, dass eine strikte Normothermie (36 °C bis 37,5 °C) mit konsequenter Fiebervermeidung gleichwertige Ergebnisse erzielt.

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Quelle: StatPearls: Advanced Cardiac Life Support (ACLS) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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