IQWiG2018Onkologie

Abirateron bei mHSPC: Indikation und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2018 bewertet den Zusatznutzen von Abirateronacetat. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patienten mit einem neu diagnostizierten Hochrisiko-metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC).

Als Intervention wird die Kombination aus Abirateron, Prednison oder Prednisolon sowie einer Androgendeprivationstherapie (ADT) untersucht. Die zweckmäßige Vergleichstherapie besteht laut Bericht aus einer konventionellen ADT, gegebenenfalls in Kombination mit einem nicht steroidalen Antiandrogen.

Die Datengrundlage der Nutzenbewertung bilden primär die randomisierten kontrollierten Studien LATITUDE und STAMPEDE. Dabei wird die M1-Patientenpopulation der STAMPEDE-Studie als relevante Teilpopulation für den direkten Vergleich herangezogen.

Empfehlungen

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Der IQWiG-Bericht leitet für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-mHSPC insgesamt einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab. Dieser ergibt sich aus der Abwägung von positiven Effekten und aufgetretenen Nebenwirkungen.

Positive Effekte (Nutzen)

In den Kategorien Mortalität, Morbidität und Lebensqualität zeigt die Bewertung folgende Vorteile für die Kombinationstherapie:

  • Gesamtüberleben: Es liegt ein Beleg für einen erheblichen Zusatznutzen vor.

  • Skelettbezogene Ereignisse: Der Bericht leitet einen Hinweis auf einen Zusatznutzen ab.

  • Schmerz: Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

  • Lebensqualität: Es gibt einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen (erhoben durch FACT-P).

Negative Effekte (Schaden)

Den positiven Effekten stehen laut Bewertung Anhaltspunkte für einen höheren Schaden in der Kategorie der Nebenwirkungen gegenüber. Dies betrifft insbesondere folgende schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (CTCAE Grad 3–4):

  • Schwere unerwünschte Ereignisse generell (geringes Ausmaß)

  • Hypokaliämie (erhebliches Ausmaß)

  • Erhöhte Alanin-Aminotransferase (ALT) (erhebliches Ausmaß)

  • Erhöhte Aspartat-Aminotransferase (AST) (beträchtliches Ausmaß)

Dosierung

Die Fachinformation und der Bericht beschreiben folgendes Dosierungsschema für die Kombinationstherapie beim mHSPC:

WirkstoffDosierungAnwendungshinweise
Abirateronacetat1000 mg (täglich)Einmalgabe, nicht mit Nahrungsmitteln einnehmen
Prednison / Prednisolon5 mg (täglich)Zur Kombination mit Abirateron
ADTvariabelChirurgische oder medikamentöse Kastration

Es wird darauf hingewiesen, dass die Einnahme von Abirateron zusammen mit Lebensmitteln die Resorption erheblich erhöht. Bei vorbestehender Hypokaliämie oder Leberfunktionsstörungen sind laut Bericht Dosisanpassungen erforderlich.

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Kontraindikationen für die Therapie mit Abirateron auf:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Schwere Leberfunktionsstörungen

  • Frauen, die schwanger sind oder sein könnten (nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt)

Zudem werden Warnhinweise für Hypertonie, Hypokaliämie, Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz infolge eines Mineralkortikoid-Überschusses formuliert. Es wird eine Überwachung der Leberfunktion empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass Abirateron zwingend auf nüchternen Magen eingenommen werden muss, da Nahrung die Resorption des Wirkstoffs unkontrolliert und erheblich steigert. Zudem wird auf das erhöhte Risiko für eine Hepatotoxizität und Hypokaliämie hingewiesen, was eine regelmäßige laborchemische Überwachung der Transaminasen und des Kaliumspiegels unter der Therapie erforderlich macht.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht stellt einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Abirateron in Kombination mit Prednison und ADT fest. Dieser basiert maßgeblich auf einem signifikant verlängerten Gesamtüberleben im Vergleich zur alleinigen ADT.

Laut Nutzenbewertung gibt es Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse. Dazu zählen insbesondere Hypokaliämie sowie erhöhte Leberenzymwerte (ALT und AST) vom CTCAE Grad 3 bis 4.

In der maßgeblichen LATITUDE-Studie wurde das Hochrisiko durch das Vorliegen von mindestens zwei von drei Faktoren definiert. Diese umfassen einen Gleason-Score von mindestens 8, mindestens drei Knochenmetastasen oder das Vorhandensein viszeraler Metastasen.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Abirateron nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden darf. Die Nahrungsaufnahme erhöht die Resorption des Wirkstoffs erheblich, was zu unvorhersehbaren Wirkstoffspiegeln führen kann.

Die Bewertung beschreibt, dass Abirateron beim mHSPC immer mit 5 mg Prednison oder Prednisolon täglich kombiniert wird. Zusätzlich wird die Androgendeprivationstherapie (ADT) fortgeführt.

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Quelle: IQWiG A17-64: Abirateronacetat (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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