Abemaciclib: Therapie bei HR+/HER2- Mammakarzinom
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs.
Die Nutzenbewertung unterscheidet drei klinische Fragestellungen basierend auf dem Menopausenstatus und der Vortherapie. Grundlage der Bewertung sind vor allem die Ergebnisse der randomisierten, kontrollierten Studie MONARCH 2.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legte als zweckmäßige Vergleichstherapie je nach Subgruppe Fulvestrant oder andere endokrine Therapien fest. Die Bewertung analysiert Endpunkte wie Gesamtüberleben, Symptomatik, Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Postmenopausale Frauen (initiale Therapie)
Für postmenopausale Patientinnen ohne vorherige endokrine Therapie (Fragestellung A1) zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Abemaciclib plus Fulvestrant im Vergleich zu Fulvestrant allein.
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Es zeigen sich zwar positive Effekte bei einigen Symptomen (z.B. Übelkeit, soziale Funktion).
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Dem stehen jedoch erhebliche negative Effekte bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) gegenüber.
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Verwertbare Auswertungen zu spezifischen Nebenwirkungen wie Neutropenie oder Diarrhö lagen nicht vor.
Postmenopausale Frauen (nach Vortherapie)
Bei postmenopausalen Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie (Fragestellung B1) ergibt sich ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen.
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Maßgeblich hierfür ist ein positiver Effekt beim Gesamtüberleben.
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Weitere Vorteile zeigen sich bei Schmerzen, Übelkeit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
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Auch hier treten vermehrt schwere Nebenwirkungen auf, welche den Überlebensvorteil jedoch nicht infrage stellen.
Prä- und perimenopausale Frauen
Für prä- und perimenopausale Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie (Fragestellung B2) wird ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen abgeleitet.
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Es zeigen sich ausschließlich negative Effekte im Bereich der Nebenwirkungen.
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Ein Zusatznutzen in anderen Endpunkten ist für diese Gruppe nicht belegt.
Dosierung
Die IQWiG-Bewertung zitiert die Fachinformationen hinsichtlich der Dosierung. Die Kombinationstherapie wird kontinuierlich bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität angewendet.
| Medikament | Dosis | Indikation / Anmerkung |
|---|---|---|
| Abemaciclib | 150 mg oral, 2-mal täglich | Standarddosis in Kombination mit endokriner Therapie |
| Abemaciclib | 100 mg oder 50 mg oral, 2-mal täglich | Dosisreduktion bei Toxizitäten oder starken CYP3A4-Inhibitoren |
| Fulvestrant | 500 mg i.m. | An Tag 1, 15 und 29, danach alle 28 Tage |
Kontraindikationen
Laut den zitierten Fachinformationen gelten folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.
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Schwere Einschränkung der Leberfunktion (spezifisch für Fulvestrant).
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Schwangerschaft und Stillzeit (Frauen im gebärfähigen Alter müssen hochwirksame Verhütungsmethoden anwenden).
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Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Induktoren sollte vermieden werden.
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Bei starken CYP3A4-Inhibitoren ist eine Dosisreduktion von Abemaciclib erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass der Zusatznutzen von Abemaciclib stark von der Vorbehandlung und dem Menopausenstatus abhängt. Es wird betont, dass bei prä- und perimenopausalen Frauen sowie bei postmenopausalen Frauen ohne endokrine Vortherapie die schweren Nebenwirkungen (wie Diarrhö und Neutropenie) überwiegen können. Ein Überlebensvorteil ist laut Datenlage primär für postmenopausale Patientinnen mit endokriner Vortherapie belegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG hängt der Zusatznutzen von der Vorbehandlung und dem Menopausenstatus ab. Bei postmenopausalen Frauen mit endokriner Vortherapie gibt es einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen, während bei anderen Gruppen ein geringerer Nutzen festgestellt wurde.
Die Standarddosierung beträgt 150 mg zweimal täglich oral in Kombination mit Fulvestrant. Bei auftretenden Toxizitäten beschreibt der Bericht Dosisreduktionen auf 100 mg oder 50 mg.
Der Bericht nennt Diarrhö, Neutropenie, Infektionen, Fatigue und Übelkeit als häufigste unerwünschte Ereignisse. Es wird darauf hingewiesen, dass schwere Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ≥ 3) häufig zu Therapieabbrüchen führen.
Die zitierten Fachinformationen raten von einer Anwendung in der Schwangerschaft ab. Es wird empfohlen, während und bis zu drei Wochen nach der Therapie hochwirksame Verhütungsmethoden anzuwenden.
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Quelle: IQWiG A20-32: Abemaciclib (Mammakarzinom; Kombination mit Fulvestrant) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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