IQWiG2021

Zystische Fibrose (RF-Mutation): Ivacaftor-Dosierung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Ivacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf die Kombinationsbehandlung mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor.

Das Anwendungsgebiet umfasst Personen ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose. Voraussetzung für diese Therapie ist eine heterozygote F508del-Mutation im CFTR-Gen in Kombination mit einer Restfunktions-Mutation (RF-Mutation) auf dem zweiten Allel.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Kombination aus Tezacaftor/Ivacaftor plus Ivacaftor festgelegt. Beide Therapien werden laut Bericht zusätzlich zu einer bestverfügbaren individualisierten symptomatischen Behandlung angewendet.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Evidenzlage:

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Es liegen keine geeigneten Daten für den Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung die randomisierte, doppelblinde Studie VX18-445-104 ein. Aus dieser Studie lässt sich laut Bericht jedoch kein Hinweis auf einen Zusatznutzen ableiten.

Methodische Mängel der Evidenz

Die vorgelegte Studie wird als ungeeignet eingestuft, da sie lediglich eine Behandlungsdauer von 8 Wochen aufweist. Für die Nutzenbewertung bei zystischer Fibrose werden Langzeitstudien gefordert:

  • Die zystische Fibrose ist eine chronische Erkrankung, die eine lebenslange Therapie erfordert.

  • Es wird eine Studiendauer von mindestens 24 Wochen vorausgesetzt.

  • Kurzzeitstudien können nicht abbilden, ob Effekte längerfristig anhalten oder ob sich späte unerwünschte Ereignisse manifestieren.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Hinweise zur Dosierung und Anwendung im Rahmen der Kombinationsbehandlung:

Patientengruppe / SituationDosierungsempfehlung für Ivacaftor
StandarddosierungEinnahme im Abstand von etwa 12 Stunden (Morgen- und Abenddosis)
Leichte Leberfunktionseinschränkung (Child-Pugh A)Keine Dosisanpassung erforderlich
Mäßige Leberfunktionseinschränkung (Child-Pugh B)Reduktion auf 150 mg einmal täglich
Schwere Leberfunktionseinschränkung (Child-Pugh C)Reduktion auf 150 mg jeden zweiten Tag (oder seltener)
Gleichzeitige Gabe von CYP3A-InhibitorenDosisreduktion erforderlich

Es wird betont, dass die Tabletten im Ganzen geschluckt und nicht zerkaut oder zerkleinert werden dürfen. Die Einnahme muss zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit: Gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

  • Nahrungsmittelinteraktionen: Während der Behandlung ist auf Speisen oder Getränke, die Grapefruit enthalten, zu verzichten.

  • Nierenfunktion: Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) oder terminaler Niereninsuffizienz wird zur Vorsicht geraten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation ist es für die Resorption essenziell, dass Ivacaftor stets zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen wird. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Morgen- und Abenddosis in einem Abstand von etwa 12 Stunden verabreicht werden soll. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, während der Therapie grapefruit-haltige Speisen oder Getränke zu konsumieren, da dies zu relevanten Interaktionen führt.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG bemängelt die zu kurze Studiendauer der vorgelegten Zulassungsstudie. Für eine chronische Erkrankung wie die zystische Fibrose wird eine Studiendauer von mindestens 24 Wochen gefordert, die Studie lief jedoch nur über 8 Wochen.

Laut Fachinformation ist bei mäßiger Einschränkung (Child-Pugh B) eine Reduktion auf 150 mg einmal täglich erforderlich. Bei schwerer Einschränkung (Child-Pugh C) wird eine Reduktion auf 150 mg jeden zweiten Tag oder seltener empfohlen.

Wenn weniger als 6 Stunden vergangen sind, wird empfohlen, die Dosis sofort nachzuholen. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, soll laut Fachinformation bis zur nächsten regulären Dosis gewartet werden.

Die Fachinformation weist darauf hin, dass bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren eine Dosisreduktion von Ivacaftor vorgenommen werden muss. Die genauen Dosierungsintervalle sind an das klinische Ansprechen anzupassen.

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Quelle: IQWiG A21-75: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor; zystische Fibrose, ab 12 Jahre, Restfunktions-Mutation) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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